Frau Haralambidis, wie sind Sie zum Triathlon gekommen?

Ich bin in meiner Kindheit mit Sport groß geworden. Meine Eltern haben viel Sport getrieben. Wir sind Fahrrad gefahren, jeden Samstag waren wir im Schwimmbad, dann habe ich lange Handball gespielt, da kam das Joggen dazu. Als sich meine Eltern Rennräder kauften, war ich fasziniert, wie man damit rumkommt und habe ich mir auch eines zugelegt. Dann war regelmäßig schwimmen, habe mir das Kraulen beigebracht und schloss mich dem Lauftreff an. Dort lernte ich jemanden kennen, der schon Triathlon machte. Zeitgleich wurde ich auf den Laien Man aufmerksam. Eine Veranstaltung für jedermann, ganz familiär, mit normalen Fahrrädern. Hier könne man Triathlonluft schnuppern. Mir war sofort klar, da muss ich hin, das möchte ich unbedingt ausprobieren.

Wann war das?

Das war 2014. Mein Vater hat auch mitgemacht. Wir waren sofort begeistert von der tollen Atmosphäre und dem ganzen Ablauf. Es hat mir sehr gefallen, sodass mich Triathlon dann immer mehr interessiert hat. Ich habe mich mit dem Thema befasst und erstmals erfahren, dass es verschiedene Distanzen gibt. Für mich selbst habe ich mich in der Gegend jedoch nach kleineren familiären Veranstaltungen umgeschaut. In Stockach, in Tuttlingen und immer wieder beim Laien Man.

Auf geht es auf die abschließende Laufstrecke rund um den Kirnbergsee bei Unterbränd. Joana Haralambidis in Aktion beim Laien Man 2016.
Auf geht es auf die abschließende Laufstrecke rund um den Kirnbergsee bei Unterbränd. Joana Haralambidis in Aktion beim Laien Man 2016. | Bild: Lutz Rademacher

Hatten Sie keine Ambitionen, eine größere Herausforderung anzunehmen?

Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt, zunächst als Zuschauerin bei der Challenge Roth. Ich konnte mir aber gar nicht vorstellen, wie man das alles schaffen kann. Ich war fasziniert, hatte aber nicht vor, das selbst zu machen. Für mich war es unvorstellbar. Ich war die Kurzdistanz gewohnt, das hat mir gereicht. Trotzdem hatte ich im Hinterkopf, dass es da etwas gibt, was mehr ist. 2016 habe ich dann einmal eine Mitteldistanz ausprobiert und kam zu dem Schluss, noch mehr geht auf keinen Fall. Doch die Motivation war so groß, dass mich das Thema nicht mehr losgelassen hat. Und so bin ich 2017 nach dem Laien Man in Zürich auf der Langdistanz gestartet.

Aber Auslöser für Ihre Begeisterung war der Laien Man?

Ja, durch den Laien Man habe ich Triathlon-Luft geschnuppert und daran Freude gewonnen. Ich glaube, dass auch andere Läufer und Radfahrer durch den Laien Man zum Triathlon kommen. Man kann die Sportart ohne Druck ausprobieren. Schwimmen ist die größte Hürde. Viele schaffen es im Kirnbergsee, es einfach einmal zu wagen.

Kennen Sie noch mehr Leute, die durch den Laien Man zum Triathlon gekommen sind?

Ja, ich kenne einige, die ich dort getroffen habe, die mittlerweile auf der Langdistanz unterwegs sind.

Wie kam es, dass Sie jetzt beim Iron Man in Frankfurt starten?

2017 war für mich klar, ich starte ein Mal auf der Langdistanz, dann habe ich das mal gemacht und es ist es okay. Doch ich gehe gerne Laufen, Fahrradfahren und Schwimmen und war irgendwie immer im Training, so fehlte mir 2018 ein Ziel, auf das ich hinarbeiten konnte. Dann habe ich Anfang 2019 eine Langdistanz gesucht, die in Deutschland stattfindet, bei der sich der Aufwand in Grenzen hält. Frankfurt war eine gute Wahl, die Startplätze sind jedoch gefragt und schwer zu bekommen. An einem bestimmten Tag kann man versuchen, sich anzumelden. Ich dachte, wenn ich den Platz bekomme, dann soll es so sein, dann starte ich. Man muss sich nicht qualifizieren, sondern rechtzeitig anmelden und ein bisschen Glück haben. Und das hatte ich.

Das heißt, es können sich reine Amateure anmelden?

Ja. Dazu zähle ich mich auch. Ich starte für mich, bin in keinem Verein oder Verband und muss alles selbst finanzieren. Vor allem der Startplatz ist sehr teuer, weil die Veranstaltung unter der Marke „Iron Man“ läuft. Hinzu kommen Anfahrt, Verpflegung und Unterkunft. Ich fahre mit einem ganz normalen Rennrad, habe normale Laufschuhe. Das ist nicht bei allen so. In der Wechselzone herrscht die reinste Materialschlacht.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Frankfurt. Und der Laien Man 2019 startet ohne Sie?

Ja, dafür treten andere an. Ich kann jedem empfehlen, den Laien Man auszuprobieren, einfach mal den Mut zu haben. Viele denken, das schaff ich nicht. Laufen ist von Gott gegeben, Fahrradfahren verlernt man auch nicht und Schwimmen, das schafft man im Kirnbergsee auch. Nur wer es ausprobiert, kann die Faszination Triathlon kennenlernen. Es ist ganz wichtig, dass Events wie der Laien Man nicht aussterben. Man sagt, Triathlon kommt immer mehr. Das geht aber nur, wenn es nach wie vor so kleine Veranstaltungen gibt, bei denen die Leute den Zugang zu dieser Sportart bekommen. Es ist schön, dass es den Laien Man gibt und dass so viele Ehrenamtliche dahinterstehen. Ich wäre dieses Jahr so gerne dabei gewesen, aber ich freue mich auch auf Frankfurt.