Im Dezember letzten Jahres hatten sich die Gemeinden Hilzingen und Tengen als Eigentümer des zukünftigen Breitbandnetzes für einen Betreiber entschieden, an den das Netz verpachtet werden wird. Wie der Tengener Bürgermeister Marian Schreier rekapitulierte, habe es sich um eine europaweite Ausschreibung gehandelt, worauf man sich nach Teilnahmewettbewerb, Verhandlungsgesprächen und einem Vergleich der finalen Angebote für die Firma Stiegeler Internet Services GmbH (Stiegeler IT) mit Hauptsitz in Schönau im Schwarzwald entschieden habe.

Talheim wird zuerst angeschlossen

Wie der Bürgermeister erläutert, werde das Signal in Kommingen aufgenommen und dann der Breitbandausbau von Ort zu Ort weitergeführt. Aus geografischen Gründen werde zuerst Talheim angeschlossen und danach folgten die anderen Teilorte bis Tengen. Von dort gehe es dann weiter über Blumenfeld und Beuren am Ried, wo dann auf Hilzinger Gemarkung das Signal aufgenommen werde, wie Bürgermeister Rupert Metzler ergänzt, wobei das Ziel sei, noch in diesem Jahr das Hilzinger Gewerbegebiet mit schnellem Internet zu versorgen. Sowohl für Tengen als auch für Hilzingen seien, wie beide Bürgermeister erklären, die entsprechenden Förderanträge gestellt, denn die Tiefbauarbeiten, das Verlegen der Lehrrohre und das Einschießen der Glasfaserstränge werden vom Land hoch bezuschusst.

Wie Felix Stiegeler verspricht, werde sein Unternehmen, sobald die Infrastruktur in einem Ort vorhanden sei, dann innerhalb von ein bis zwei Wochen dort alle angeschlossenen Haushalte mit schnellem Internet versorgen können. Stiegler warnt aber davor, den Vertrag beim bisherigen Anbieter selbst kündigen zu wollen, sondern rät, erst mit seinem Unternehmen den Vertrag abzuschließen, da man sonst Gefahr laufe, die bisherigen Anschlussnummern zu verlieren. Preislich verspricht er interessante Angebote, die ab monatlich 19,95 Euro begännen.

Empfang von Sportangeboten in HD

Beide Bürgermeister weisen auf Veranstaltungen für die Bürger hin, wo über die Details zu den Vertragsabschlüssen, Konditionen und zeitlichen Abläufen informiert werde. Das letzte Stück der Glasfaserverlegung auf dem eigenen Grundstück bis ins Haus habe der Inhaber selbst zu finanzieren, wobei, wie Metzler und Schreier schätzen, die Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro je Haus lägen. Doch dies sei eine wirklich gute Investition, wie Marian Schreier ergänzt, denn dadurch werde der Grundstückswert massiv erhöht. Es gehe auch um weit mehr als nur um den Empfang von Sport- und Streaminganbietern in HD (High Definition – hochauflösendes Fernsehbild), denn das Glasfasernetz revolutioniere auch die Arbeitswelt mit modernen Home-Office-Arbeitsplätzen.

Auch Videokonferenzen seien möglich, denn die Signalübertragung benötige nur wenige Millisekunden, wie Rupert Metzler ergänzt. Dies erhöhe auch die Attraktivität ländlicher Standorte, Verkehr würde eingespart, und damit wirke der Breitbandausbau sogar für die Umwelt positiv aus.