Mit einem Gartenfest und Corona-bedingt begrenzter Gästeliste eröffnete eine neu in Zizenhausen etablierte Ateliergemeinschaft ihre Türen. In Lounge-Bereichen genossen die rund 80 Gäste zwischen ausgestellten Werken von acht passionierten Hobbykünstlern konzertanten Jazz, Soul, Blues und Swing von Martin Gasser und seinen Freunden. Hier hatte auch die elfjährige Marlene Sommer im Duo mit ihrem Saxophonlehrer Martin Gasser ihren ersten öffentlichen, mit großem Applaus bedachten Auftritt.

Sybille Trefflich und Hildegard Zimmern haben die Idee eines Gemeinschaftsateliers initiiert und mit viel Herzblut umgesetzt. Beide hatten vor sieben Jahren bereits in Stockach gemeinsam ein Mal-Atelier betrieben. „Wir haben zu zweit angefangen und stetig sind neue Malbegeisterte mit ganz unterschiedlichen Begabungen dazu gestoßen“, sagte Hildegard Zimmer, die bis zu ihrer Pensionierung Lehrerin war. Die beiden kreativen Freizeit-Malerinnen waren am Eröffnungstag neben Marina di Bartolomeo, Christel Neumann, Thomas Drews, Robert Athner und Sarah Asamoah ebenfalls mit ihrer Kunst präsent.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Saxophonistin absolvierte Marlene Sommer (11) beim Fest der Ateliergemeinschaft bravourös. Begleitet wurde sie von ihrem Saxophonlehrer Martin Gasser, der zu späterer Stunde mit seiner Band Sticks and Steel für Furore sorgte.
Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Saxophonistin absolvierte Marlene Sommer (11) beim Fest der Ateliergemeinschaft bravourös. Begleitet wurde sie von ihrem Saxophonlehrer Martin Gasser, der zu späterer Stunde mit seiner Band Sticks and Steel für Furore sorgte. | Bild: Gabi Rieger

„Wir verstehen uns nicht als geschlossene Gruppe“, betonte Sybille Trefflich. „Jeder der Lust auf Gespräche mit Gleichgesinnten hat, ist uns herzlich willkommen.“ Dabei beschränke sich die Gruppe um Trefflich und Zimmer keinesfalls nur auf die darstellende Kunst. Es sei angedacht, dass hier neben Ausstellungen, Workshops und Malstunden auch Lesungen, Theater oder Kabaretts stattfinden können. „Die überdachte Steinbruch-Bühne bietet ideale Möglichkeiten für Jazzsessions und kleine Konzerte“, erläuterte Sybille Trefflich.

Aufruf zu Stammtisch stößt auf großes Interesse

Den ersten Schritt zum offenen Musentempel vollzog Trefflich bei der Gemeinschaftsausstellung im Rathaus mit 21 Kunstschaffenden unter dem Motto „Meine besten Drei“. Bei dieser Gelegenheit legte sie Zettel aus mit der Bitte: „Wer Interesse hat an einem Künstlerstammtisch, soll sich hier eintragen.“ Daraufhin habe man sich in durchmischter Besetzung einmal monatlich in der Talstation getroffen. „Das sind die Geister, die ich rief“, so Sybille Trefflich beim Fest und wies auf das pulsierende Treiben im weitläufigen Terrain.

Mit großem Interesse verfolgen die Besucher des Gartenfestes des „Gemeinschaftsateliers im Grünen“ das Geschehen auf der Bühne.
Mit großem Interesse verfolgen die Besucher des Gartenfestes des „Gemeinschaftsateliers im Grünen“ das Geschehen auf der Bühne. | Bild: Gabi Rieger

Am Eingang warteten neben einer Flasche Desinfektionsmittel auszufüllende Formulare zur Datenerhebung nach Corona auf die mit ausgeklügeltem Wäscheklammer-Zählsystem erfassten Neu-Ankömmlinge. Die Bilderschau ist teils draußen, teils drinnen, flankiert von Pinseln und Farben, im Gemeinschaftsatelier. „Echt cool“ und „geil“ lauten so und ähnlich die Kommentare der Besucher. „Es ist alles sehr gut organisiert“, lobte Jonas Fluck aus Worblingen.

Maria Mabu und Samuel Bruder inmitten der Open-Air-Kunstpräsentation beim Gartenfest des „Gemeinschaftsateliers im Grünen“ mit Bildern und Lichtinstallationen.
Maria Mabu und Samuel Bruder inmitten der Open-Air-Kunstpräsentation beim Gartenfest des „Gemeinschaftsateliers im Grünen“ mit Bildern und Lichtinstallationen. | Bild: Gabi Rieger

Vom Mittag bis zum späten Abend gab es ein buntes Programm mit viel Live-Musik nebst Wasserrutsche, Goldgräbereien und Kinderschminken für die Jüngsten. „Es gibt ganz viele Ecken zu entdecken. Es ist ein unkonventioneller Ort der Begegnung mit Freizeitkünstlern, die sich gegenseitig inspirieren – so war auch die Idee“, sagte der Landschaftsarchitekt Samuel Bruder.