Im zweiten Lockdown ist alles anders. Überall. Natürlich finden die Termine der Kindergruppe Aufwind derzeit nicht statt, höchstens Einzelgespräche als Spaziergang sind möglich. Dennoch beteiligt sich die Fachstelle Sucht wieder an einer bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtkranken Familien. Bei einer Live-Sendung berichten am Donnerstag, 18. Februar, 19 Uhr, zwei Jugendliche und ein Erwachsener über ihre Erfahrungen.

Die Fachstelle Sucht beteiligt sich an der COA-Aktionswoche. „COA“ steht für Children of Alcoholics/Children of Addicts (Kinder von Alkoholikern/Suchtkranken). Die Themenwoche bis 20. Februar steht unter dem Motto „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“.

Betroffene erzählen

Und genau darum geht es in dem Live-Gespräch, das am Donnerstag von 19 bis 20 Uhr aus dem Blauen Haus in Singen auf dem Internet-Videoportal Youtube übertragen wird, im eigenen Kanal der Fachstelle. Auch Fragen können Zuschauer während der Übertragung stellen.

Bei dem Live-Gespräch werden zwei junge Erwachsene (18 und 19 Jahre), die mal in der Aufwind-Gruppe waren, über ihre Erfahrungen sprechen. Außerdem erzählt ein Vater aus seiner Perspektive. „Wir finden es sehr mutig, dass sich die drei Männer dazu bereiterklären“, sagt Jana Klaiber. Eigentlich ergreifen bei Online-Beratungen eher Mädchen die Initiative.

Während der Pandemie steigt der Stress in den Familien

„Wir möchten Kinder ermutigen, damit sie mit ihrer Situation nicht allein gelassen werden“, sagt der Leiter der Fachstelle Sucht, Lars Kiefer. Rund ein Drittel der Kinder, die in einer Familie mit einem suchtkranken Elternteil aufwachsen, laufe Gefahr, später ebenfalls suchtkrank zu werden, so Kiefer. Jana Klaiber und Christian Denecke leiten die Aufwind-Gruppen. Mit dabei ist oft auch Jana Klaibers Hund Nero. Er hat sogar einen Instagram-Account: @nero_rakete

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In Deutschland wachsen laut den Organisatoren der Aktionswoche, die unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Katrin Sass steht, vermutlich drei Millionen Kinder und Jugendliche in Haushalten mit suchtkranken Eltern auf. Seit der Corona-Pandemie sei der Stress in diesen Familien gestiegen.

Am Donnerstag live auf Sendung

Auch leiden die Jugendlichen unter der Schließung von Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Deshalb müsse auch die Online-Beratung weiter ausgebaut werden, sagen die Initiatoren der Aktionswoche.

Zu sehen ist der Dialog am Donnerstag, 18. Februar, ab 19 Uhr live unter: www.youtube.com/watch?reload=9&v=uCXXiLLB8hM

Seit Dezember 2020 hat die Fachstelle Sucht einen neuen Social-Media-Kanal auf Telegram: https://t.me/fachstellesuchtsingen