Der Umgang mit dem Thema häusliche Gewalt macht meist hilflos oder wütend. Doch das hilft nicht weiter. Was hilft, sind Frauenhäuser und Fachberatungsstellen. Doch sind sie nur ein Teil der in der "Istanbul-Konvention" des Europarats von 2011 festgelegten Punkte gegen häusliche Gewalt.

Darum initiierte die Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger (Die Grünen) die Veranstaltung "Die Istanbul-Konvention konsequent umsetzen – Forum gegen Gewalt an Frauen und Mädchen".

Der Ist-Zustand macht erstmal wenig Mut

Bei einer Podiumsdiskussion schilderten Referentinnen zunächst den Ist-Zustand: Dorothea Wehinger, Rosa Logar (Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstellen gegen familiäre Gewalt), Katrin Lehmann vom Paritätischen Landesverband Baden-Württemberg, Claudia Schöning-Kalender (Vorsitzende Frauenhaus Mannheim und Mannheimer Stadträtin) sowie Susanne Biskoping vom Frauenhaus-Singen.

Betroffene Frauen können Hilfe bekommen

Das machte zunächst nur wenig Mut. Denn Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und doch half es, zu sehen, dass die einzelnen Frauen nicht alleine sind. Zum einen gilt es nun, Angebote öffentlich zu machen und auszubauen.

Klar wurde, dass der Landkreis Konstanz gut versorgt ist. Trotzdem komme es zu Engpässen erklärte Susanne Biskoping vom Frauenhaus-Singen. Denn bei den umliegenden Landkreisen sehe es anders aus. Das zeigt ein weiteres Problem auf.

Finanzierung von Projekten oft noch unklar

Nicht geklärt sind die Finanzierungen der Projekte. Zahlt die Kommune, der Landkreis, das Land, der Bund oder gar Europa? Darum war das Forum eine wichtige Vernetzungsveranstaltung. Gelungene Projekte wurden ebenso vorgestellt wie Finanzierungsmöglichkeiten.

Interessant war auch die Frage: "Was kostet uns Gewalt?" Ins Auge fallen die Kosten für Polizei, Gerichte und Gesundheitsversorgung. Dazu kommen aber auch Folgekosten durch Arbeitsausfall und die Kosten der psychischen Folgebehandlungen bei Frauen und Kindern. Prävention ist also auch volkswirtschaftlich sinnvoll.