Frauen und Autos – man könnte meinen, das sei keine Liebesgeschichte. Das MAC Museum Art & Cars beweist mit seiner neuen Ausstellung "Starke Frauen" das Gegenteil. Es gab und gibt Frauen, die ihr Auto und das Auto fahren lieben. Im 19. und 20. Jahrhundert war es für, meist gut betuchte Frauen ein Vehikel in die Freiheit, weg von Heim und Herd. Es war eine Möglichkeit, aus ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter auszubrechen und die Welt zu erobern. Ganz anders sah es in der Werbung aus, in der die Frau das Produkt auch heute noch attraktiver machen soll. Doch in der Ausstellung "Starke Frauen", die am Sonntag eröffnet wird, geht es nicht um Rollenbilder oder darum, ob sie erfüllt werden oder nicht. Sie zeigt viel mehr: Wenn man sich auf die Suche nach der Beziehung der Frau zum Auto macht, wird man fündig. "Wir hatten das Thema schon immer auf der Agenda und es ist toll, dass wir es jetzt umsetzen konnten", sagte Gabriela Unbehaun-Maier, die gemeinsam mit ihrem Mann das Museum stiftete. Wie schwer es manchmal ist, die passenden Autos zur Ausstellung zu finden, davon kann Automobil-Kurator Christoph Karle berichten. Er überzeugt manchen Besitzer, dass sein Auto in guten Händen ist.

Bertha Benz' dreisitziger Benz Patent-Motorwagem eröffnet die Ausstellung. Sie unternahm 1888 die erste Autofahrt der Geschichte. Gegensätze prägen den ersten Ausstellungsraum: die staatstragende Luxuslimousine Rolls Royce Phantom 1, Baujahr 1928 mit der zierlichen Kühlerfigur Emily und der kleine wendige Citroen 5 HP aus den 20er-Jahren. Die Bilder an der Wand zeigen biedere Frauenporträts im Gegensatz zum schnittigen und provokanten Selbstporträt der Künstlerin Tamara de Lempicka im grünen Bugatti, die auch einen 5 HP fuhr.

Im Dunkelraum des Museums wird es dann spannend. Dort sind zwei BMW ausgestellt. Das BMW Art-Car von Jenny Holzer, ein BMW V12 Le Mans Rennwagen, den die amerikanische Wortkünstlerin mit Botschaften schmückte. Ihre Botschaften, so sagt sie von sich, verlören nie an Gültigkeit. Ein Beispiel: "Lack of charisma can be fatal". Noch mehr ins Auge fällt ein BMW i8, den die Schweizer Aktionskünstlerin Corinne Sutter effektvoll in Szene gesetzt hat. Ihr Magic Car entfaltet seine Wirkung je nach Beleuchtung und Blickwinkel.

Das große Leuchten? Je nachdem, wie man's betrachtet. Die Kunst der Schweizerin Corinne Sutter am BMWi8 wird erst unter Schwarzlicht sichtbar. <em>Bilder: Jacqueline Weiß</em>
Das große Leuchten? Je nachdem, wie man's betrachtet. Die Kunst der Schweizerin Corinne Sutter am BMWi8 wird erst unter Schwarzlicht sichtbar. Bilder: Jacqueline Weiß

Die Arbeiten von Nina Nolte sind unter anderem im ersten Stock des Museums zu sehen. Ihre Bilder zeigen in Acryl auf Leinwand, Frauen im Luxus, mit Drinks am Pool oder dem Auto als Statussymbol. Gelangweilt und wie eingefroren im Moment, bei denen man gern mal am Lack kratzen würde. In einem zweiten Raum ist eine Auswahl Bilder von Frauen aus dem Fundus der Südwestdeutschen Kunststiftung zu sehen. Spannende Einblicke, die Frauen aus ungewohnter Perspektive zeigen.

 

Ausstellung und Neubau

Die Ausstellung geht vom 4. März bis 28. Oktober. Führungen gibt es am Freitag, Samstag und Sonntag um 15 Uhr, Montag und Dienstag ist Ruhetag. Hinter dem MAC 1 entsteht ein zweites Museum, das MAC2. Das Richtfest ist, berichtet das Ehepaar Maier, für Ende Mai geplant, das Museum soll im Frühjahr 2019 eröffnet werden.