Die Kindertagesstätte St. Nikolaus zog eine erste Bilanz für ihr Familienzentrum, das seit Anfang des Jahres die Arbeit in der Einrichtung umgestellt und erweitert hat. Die Familien aus dem Umfeld fühlen sich offensichtlich sehr wohl in der Einrichtung, denn es gibt viele Angebote, die den Zusammenhalt fördern.

"Eigentlich haben wir seit dem Umbau im Jahre 2013 schon damit begonnen, die Arbeit in Richtung Familienzentrum aufzustellen", sagte die Leiterin Mirja Zahirovic. Schon damals sei es ihr Ziel gewesen, die Einrichtung auch für das Quartier zu öffnen. Zum 1. Januar 2016 waren nun die Bedingungen für ein Familienzentrum offiziell erfüllt. "Es gab auch eine Förderung in Höhe von 10 000 Euro von der L-Bank für Sach- und Personalausgaben", so Claudia Fischer, Fachbereichsleiterin beim Träger, dem Elisabethenverein Singen. Hinzu kam die Aufstockung einer Erzieherinnenstelle um 20 Prozent und seit September arbeitet eine junge Frau im freiwilligen sozialen Jahr in der Einrichtung.

Mit den zahlreichen Angeboten wolle man "eine Beheimatung für die Familien schaffen", sagt Zahirovic. Nur rund zehn Prozent der Kinder haben deutsche Wurzeln, 80 Prozent einen Migrationshintergrund und etwa zehn Prozent gehören zum sogenannten fahrenden Volk. Die bunte Vielfalt bereichere das Zusammenleben im Familienzentrum enorm. "Doch viele Familien brauchen eine gute Begleitung", ist Claudia Fischer überzeugt. Konkrete Angebote, die auch für Personen aus dem Umfeld der Einrichtung offen sind, wie täglicher offener Treff, einmal monatliches Elterncafé mit Bildungsimpulsen – also einem Gastredner – oder die Deutsch-Sprachkurse sind sehr beliebt.

Der Deutsch-Kurs wird von einer pensionierten Deutschlehrerin ehrenamtlich gemacht und soll als niederschwelliges Angebot Wegbereiter sein für weitere Kurse bei Bildungsträgern wie der VHS.

"Ich komme immer noch gern, denn es ist eine so warme Atmosphäre hier", sagt Esra Tutkan, deren Kind inzwischen in der Schule ist. Tutkan war auch die erste Mentorin bei den Kifa-Kursen nach dem Modell der Kinder- und Familienbildung. Hier werden Mütter speziell geschult und leiten dann selbstständig eine Gruppe, in der es um Themen geht, die die Familien interessieren. Kooperationen gibt es auch mit der Psychologischen Beratungsstelle, die einmal im Monat beim Kaffee-Klatsch in der Einrichtung ist. Schon länger läuft die Kooperation mit dem Stadtteilzentrum Lilje und der Fahrradwerkstatt. Seit Anfang September bekommen die Kinder einmal wöchentlich dank der Unterstützung des Vereins Kinderchancen ein tolles Frühstück. "Die Kinder sind immer ganz aufgeregt, bevor das Frühstück losgeht", sagt Fadia Khodr, die das Frühstück mit einer anderen Frau organisiert. "Das Familienzentrum ist hier genau am richtigen Fleck", ist Claudia Fischer sicher. Und im Jahr 2017 gibt es noch ein zusätzliches Angebot: Dann ist Renata Lipa, die auch Mentorin für Kifa-Kurse ist, zusätzlich Quartiersguide für polnische Mitbürger.

Angebote und Kontakt

Die Kindertagesstätte St. Nikolaus im Sonnenblumenweg 17 betreut rund 89 Kinder im Alter von acht Monaten bis Schuleintritt in drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen.

Das Angebot im Regelkindergarten: nicht durchgängige Betreuung montags bis freitags 7.30 bis 12.30 Uhr und dienstags und donnerstags 14 bis 16.30 Uhr oder durchgängige Betreuungszeit von 6, 7 oder 8 Stunden: montags bis freitags 7.30 bis 15.30 Uhr. Kinderkrippe: durchgängige Betreuungszeit von 6, 7 oder 8 Stunden montags bis freitags 7.30 bis 15.30 Uhr.

Die Leiterin Mirja Zahirovic ist erreichbar unter (0 77 31) 222 18, E-Mail: kiga.nikolaus@elv-singen.de