Das Fischsterben ist vor allem am Bodensee in diesem Sommer ein großes Thema. Zu warme Gewässer rauben den Tieren den Sauerstoff und führen dazu, dass sie verenden. Bessere Bedingungen herrschen für die Fische im Hegau, wie Angelsportvereine berichten. „Dies liegt vor allem daran, dass es in unserer Region fast ausschließlich Fließgewässer gibt, bei denen die Temperaturen meist unter kritischen Werten bleiben“, erklärt Tomislav Rohacek vom Vorstandsteam des Angelsportvereins Forelle Rielasingen-Worblingen. Dabei hatte manch ein Fischer noch vor wenigen Wochen befürchtet, dass die Situation besonders in der Hegauer Aach kritisch werden könnte.

Weshalb Renaturierung so wichtig ist

„Auch in den Bächen steigen die Wassertemperaturen stark an“, stellt Christian Haas in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER fest. Er ist Ökologie-Experte mit Lehrauftrag an der Universität in Stuttgart. Haas analysiert die Lage so: Die Ufer vieler Bäche müssten renaturiert werden, die Wasserläufe bräuchten dringend mehr Schatten. Sonst drohe ein Fischsterben. Vor allem der Bachforelle, die auch im Hegau und am Randen als Hauptfischart in den Gewässern lebt, drohe bei weiterer Erwärmung das Aus.

Dort, wo die Aach natürlich verläuft, gibt es auch reichlich Schatten, der den Fischen zugute kommt. Das Bild zeigt die Aach am ...
Dort, wo die Aach natürlich verläuft, gibt es auch reichlich Schatten, der den Fischen zugute kommt. Das Bild zeigt die Aach am Sportgelände Talwiese in Rielasingen. | Bild: Albert Bittlingmaier

„Gewässer brauchen eine strukturelle Vielfalt“, sagt Haas. Vor allem aber gehe es um die Wassertemperaturen. „Bis zu fünf Grad weniger“ könne mit einer sinnvollen Bepflanzung erreicht werden, sagt er. Das Land stelle die Gelder für die Pflanzen zur Verfügung, sagt er.

In Vergangenheit sind schon Fische gestorben

Eine Renaturierung plant der Angelsportverein Raumschaft Tengen mit Sitz im Stadtteil Büßlingen. In diesem Jahr habe man ungetrübt fischen können, erklärt Alexander Ritzi als Vize-Vorsitzender des Vereins. „Das war auch schon anders.“ Auch diese Vereinsmitglieder werfen ihre Angeln in fließende Gewässer wie die Biber, die Lauter bei Tengen-Uttenhofen und den Körbelbach bei Büßlingen. „Trotz Trockenheit gab es in diesem Jahr kein Problem mit Fischsterben. In der Vergangenheit sind aber schon Bäche ausgetrocknet und dadurch auch die Fische verendet“, so Ritzi.

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Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Biber auf einem Teilbereich zu renaturieren. Dies soll helfen, dass der Bach nicht austrocknet und die Fische die nötige Sauerstoffzufuhr erhalten. Vor wenigen Tagen feierten die Angler ihr jährliches Fischerfest. Dabei kamen auch reichlich Fische fangfrisch zum Verzehr.

Der Angelsportverein Raumschaft Tengen bemüht sich verstärkt, die Gewässer zu reinigen. Das Bild zeigt Teilnehmer einer solchen Aktion, ...
Der Angelsportverein Raumschaft Tengen bemüht sich verstärkt, die Gewässer zu reinigen. Das Bild zeigt Teilnehmer einer solchen Aktion, die vor zwei Jahren stattfand. Nun sind die Anglerfreunde dabei, die Biber zu renaturieren. Das soll auch den Bestand der Fische sichern. | Bild: Uli Zeller

Begrenzte Angelplätze setzen Grenzen

„Wir haben glücklicherweise in diesem Sommer keine Probleme und verzeichnen keinerlei Fischsterben“, berichtet Tomislav Rohacek. Der Angelsportverein Rielasingen-Worblingen hat sein Revier an der Radolfzeller Aach. Es reicht von Rielasingen-Worblingen bis zur Einmündung der Aach in den Untersee. Der Verein weist etwa 250 Mitglieder auf, gut 50 davon im Nachwuchsbereich. „Der Zulauf ist sehr groß. Wir stoßen aber wegen begrenzter Angelplätze an die Grenzen“, so Rohacek.