Wie viele andere Gemeinden war Worblingen früher der Abtei Reichenau zum Zehnten, einer zehnprozentigen Steuer, verpflichtet. Die Worblinger waren raffiniert und übergaben statt eines wertvollen Muttertieres einen alten, frisierten und mageren Bock. Der Schwindel flog natürlich auf und brachte den Worblingern den Spitznamen „Schafseckel“ ein, so die Überlieferung.

Auf diese Geschichte geht der Name der Narrenzunft Schaflingen zurück, wie der Vorsitzende Thomas Bertsche erklärt. Der Verein wurde im Jahr 1953 gegründet und 18 Jahre später mit den heutigen Gruppen neu gestaltet. Laut Überlieferungen wird bereits aus dem 18. Jahrhundert von einem Fasnachtstreiben der Worblinger Bürger sowie vom obligatorischen Wiibertrunk an der Wiiberfasnacht berichtet. Fast genau 100 Jahre vor Gründung des heutigen Vereines wird von der Fasnachtsgesellschaft Worblingen und ihrem närrischen Treiben berichtet.

Wieder mehr Mitglieder – trotz Pandemie

Thomas Bertsche berichtet Positives zur Entwicklung der Mitgliederzahlen. Jüngst konnten trotz der schwierigen Situation für Vereine in der Pandemie neue Mitglieder begrüßt werden. Aktuell zählt die Narrenzunft Schaflingen 254 Mitglieder in verschiedenen Gruppierungen.

Kinder und Erwachsene – eine gute Basis

„Wir sind ein Familienverein, Erwachsene und Kinder sind vertreten“, sagt der Zunftmeister. Man habe einen eigenen Fanfarenzug, so könne man die Narren im Dorf besser hören. Gäbe es die Pandemie nicht, würde man dieses Jahr traditionell Fasnacht feiern. Ein Höhepunkt der Dorffasnacht wäre mit Sicherheit die Schulschließung in Worblingen. „Wir machen dort sonst ein richtiges Programm. Das vermisse ich.“

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Zu den Nachbarvereinen pflege man ein freundschaftliches Verhältnis, gemeinsam entwickle man Ideen. Gegenseitige Sticheleien gehören beim Narrenspiegel dazu. Am Abend halten die Schaflinger der Gesellschaft den Spiegel vor. Was bedeutet Fasnacht für Thomas Bertsche? Seine Antwort: „Auch viel Freundlichkeit und Fröhlichkeit im Dorf.“