Die Firma Elgo Electronic feierte den Spatenstich für ein neues Produktionsgebäude mit Lager-, Büro- und Sozialräumen am Firmenstandort in Rielasingen. 2400 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche gewinnt das mittelständische Unternehmen dadurch. Allein die bisherige Produktionsfläche verdreifacht sich mit dem Einzug im Frühjahr 2018 von jetzigen 750 Quadratmetern auf schließlich insgesamt rund 2200 Quadratmeter. Drei Millionen Euro investiert der Rielasinger Spezialist für elektronische Mess- und Steuerungssysteme hier.

Wer sich mit einem der 60 Aufzüge auf die nur 47 Sekunden dauernde Reise in den 102. Stock des Neuen World Trade Centers in New York begibt, vertraut auf modernste Lifttechnologie made in Rielasingen-Worblingen – und zwar auf die von Elgo Electronic. Wer es gerne näher hat: Der Thyssen-Turm bei Rottweil ist ebenfalls mit Elgo-Sensoren bestückt. Fast alle Lifte des international agierenden Schweizer Aufzugherstellers Schindler in nennenswerten Hochhäuser – das sind weltweit 130 000 – sind mit Elgo-Systemen ausgestattet. Und mittlerweile zählen auch die großen asiatischen Lifthersteller Mitsubishi, Hitachi und Koni zu den Elgo-Kunden. In der Lifttechnologie habe ein Quantensprung stattgefunden, hin zum nur noch rechnergesteuerten Aufzug, so der Chef des Unternehmens Helmut Grimm: "Es ist uns gelungen auf diesen Zug aufzuspringen." Elgo lebe aber nicht nur vom Lift, verwies Grimm erfreut auf einen Auftrag aus China für Sensoren für 80 000 Solarantriebe. In Bereich erneuerbare Energie liege für die Firma viel Wachstumspotenzial. Präsent seien die innovativen Sensorik- und Messsysteme und Sensorlösungen zum exakten Positionieren auch im Anlagen- und Maschinenbau, der Medizintechnik und vielen anderen Bereichen. Kein Wunder , dass Elgo nun dringend seine Produktionsfläche erweitern muss. "Wir brauchen unbedingt Platz", so Grimm.
 

So wie auf diesem Entwurf soll das neue Elgo-Produktionsgebäude nach der Fertigstellung aussehen. Eine zusätzliche Erweiterung ist bereits im Gespräch.
So wie auf diesem Entwurf soll das neue Elgo-Produktionsgebäude nach der Fertigstellung aussehen. Eine zusätzliche Erweiterung ist bereits im Gespräch. | Bild: Elgo

Mangels verfügbaren Areals musste für das neue Gebäude eine alte Halle der Firma Breyer, Singen, weichen. Der Neubau wird in Stahlbeton-Fertigteilbauweise erstellt. "Rund 90 Prozent der Bauteile liegen bereits bei uns auf dem Hof in Dermattingen", so der technische Leiter Jürgen Baumeister von Fertigbau Wochner, der den Bau ausführenden Firma. So könne man einen ambitionierten Zeitplan mit einer kurzen Rohbauzeit verfolgen: Fertigstellung der Gebäudehülle noch vor Weihnachten, Bezug im Frühjahr 2018.

Auch bisher hat die Baufirma schon Tempo vorgelegt. Den Planungsauftrag erhielt sie im letzten Oktober. Es sei nicht einfach gewesen das Gebäude auf dem Grundstück zu platzieren. Es sei aber gelungen alle Anforderungen der Logistik und Brandschutztechnik mit einer guten Optik und einer ansprechenden Fassadengestaltung in ein Paket zu packen, so Baumeister zufrieden.

Helmut Grimms Dank galt Bürgermeister Ralf Baumert für dessen Hilfestellung beim Landratsamt. Das Gemeindeoberhaupt seinerseits zeigte sich froh, dass Elgo – "einer unserer Top-Five-Arbeitgeber" – am Standort Rielasingen festhält. Er gab bereits neue Erweiterungspläne des Unternehmens preis: "Wir sind im Gespräch wegen eines weiteren Geländes."

Weltweit aktiver Spezialist

In den Werken in Rielasingen und Balzers (Liechtenstein) werden elektronische Mess- und Steuerungssysteme für Maschinenbau, Automatisierungs- und Liftindustrie entwickelt und produziert. Gegründet wurde Elgo Electronic von Helmut Grimm 1977, heute wird er von seinen Söhnen Felix und Moritz Grimm in der Geschäftsleitung unterstützt. Die starke internationale Ausrichtung wird durch einen Exportanteil von über 60 Prozent, vier internationale Tochtergesellschaften und Vertretungen in 30 Ländern belegt. Weltweit beschäftigt Elgo mehr als 180 Mitarbeiter, am Standort Rielasingen 120. 15 weitere sollen mit dem Neubau dazukommen.