Seit drei Jahren verzichtet Dagmar Eisenhart aus Arlen bewusst auf ein eigenes Auto. Die meisten Wegstrecken des Alltags legt sie mit dem Fahrrad zurück. An den wenigen Tagen, an denen sie ein Auto benötigt, nutzt sie das Carsharing-Angebot aus Arlen. Das bedeutet für sie nicht, eine Komfortzone zu verlassen. Ganz im Gegenteil: Ihre Mobilität mit Fahrrad und dem mit anderen Nutzern geteilten Elektroauto ist für sie persönlich eine große Bereicherung.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, das ist alles eine Frage der Ausrüstung“, erklärt Eisenhart auf die Frage, wie es denn an Schlechtwettertagen sei, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Selbst bei strömendem Regen empfindet sie dies nicht als unbequeme Einschränkung. Im Winter gibt es auch mal Spike-Reifen für das Rad. Lediglich an Tagen mit extremer Wetterlage wie Glatteis, starkem Schneefall oder viel Nebel nutzt sie ein Elektroauto. Allerdings auch das nicht aus Gründen der Bequemlichkeit, lediglich aus Sicherheitsgründen. Denn als Radfahrer ist man ein benachteiligter Verkehrsteilnehmer und an solchen Tagen gefährdet, da muss auf die eigene Sicherheit geachtet werden.

Fahrtzeit kaum länger als mit dem Auto

Der einfache Weg zur Arbeitsstätte der sportlichen Frau mit natürlicher Ausstrahlung beträgt 22 Kilometer. Keine Frage, dass auch diese Strecke in der Regel mit dem Elektrofahrrad zurückgelegt wird. Dafür braucht sie nur unwesentlich länger als mit dem Auto. Besonders in der Stadt könne man oft Autos überholen.

„Auf ein eigenes Auto zu verzichten, ist eine Befreiung“, erklärt Dagmar Eisenhart. Man müsse sich nicht um den Unterhalt, Reparaturen oder beispielsweise Winterreifen kümmern. Wenn es wirklich gar nicht anders geht, reserviert sie sich über das Internet ein Elektroauto aus dem Carsharing-Angebot. Dann kann sie dieses in der Nähe des Wohnortes abholen und losfahren. Am Abend steckt sie es einfach wieder an die Ladestation und muss sich um nichts Weiteres kümmern.

Dagmar Einsenhart ist beim Fahrradfahren viel entspannter

Was motiviert Dagmar Eisenhart zu ihrem ganz persönlichen Mobilitätskonzept? Erst einmal bewegt sie sich gerne, das macht ihr Spaß und bringt positive Energie. Autofahren empfindet sie als Stress, verbunden mit viel Aggressionen und wenig Rücksichtnahme, Fahrradfahren sei da viel entspannter.

Ihren kompletten Alltag hat sie ökologisch ausgerichtet und hinterfragt alles, was sie tut. Alleine mit einem Auto zu fahren und dabei Kohlenstoffdioxid (CO2) auszustoßen, ist für sie undenkbar. So ist es für sie auch selbstverständlich, dass der für die Elektromobilität benötigte Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Eigentlich naheliegend, dass nicht ein teures Auto für Dagmar Eisenhart, sondern eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Hausdach ein Statussymbol ist.

Positiver Effekt auf die Gesellschaft

Ein selbst auferlegter Verzicht kann im Alltag Druck erzeugen, kompliziert und anstrengend werden. Darum geht es Dagmar Eisenhart nicht. Es geht ihr nicht darum, dass man komplett auf das Auto verzichtet. Das könne manchmal schwierig werden. Wenn man im Kopf zulasse, vieles mit dem Fahrrad zu erledigen und sich daran gewöhnt hätte, gäbe es wenige Situationen, die einen vom Fahrradfahren abhalten würden. Wenn man sich selbst anstrengt, von einem Ort zum anderen zu kommen, könne das mit der Gesellschaft etwas Positives bewirken. „Sich vom Autofahren zu lösen, ist für jeden eine Bereicherung“, lautet das Fazit von Dagmar Eisenhart.