Nicht ganz wie sonst, doch trotz allem in würdigem Rahmen konnten die 67 Abiturienten des Friedrich-Hecker-Gymnasiums ihre Zeugnisse entgegennehmen und ihren Schulabschluss feiern. Sie haben ein außergewöhnliches Ergebnis erzielt. Über die Hälfte von ihnen kann sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Tim Würfl gelang eine 1,0. Der Notendurchschnitt von 2,0 dürfte über dem Landesschnitt liegen, schätzte Schulleiterin Ulrike Heller. Die Abiturfeier war die erste Großveranstaltung im Milchwerk, seit Corona-Beschränkungen gelten.

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Vor dem Eingang war noch kein Unterschied zu den Vorjahren zu merken. Festlich gekleidet in Abendgarderobe erschienen die Absolventen in Begleitung ihrer Familien. Auch die Maskenpflicht war aufgehoben. Doch natürlich sollte beim Gläschen Sekt und der Aufstellung für ein Foto auf den Mindestabstand geachtet werden. Im großen Saal fiel dann deutlich ins Auge, dass das Hygienekonzept für Großveranstaltungen einzuhalten war.

Eine Abiturfeier unter Pandemie-Bedingungen: 250 Personen waren im Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk zugelassen – unter der Bedingung, dass jeder Besucher einen festgelegten Sitzplatz hat.
Eine Abiturfeier unter Pandemie-Bedingungen: 250 Personen waren im Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk zugelassen – unter der Bedingung, dass jeder Besucher einen festgelegten Sitzplatz hat. | Bild: Natalie Reiser

Die Schüler und ihre Eltern nahmen an zugewiesenen Tischen Platz. Ulrike Heller begrüßte die Gäste mit den Worten: „Ich bin unglaublich froh, dass wir im Rahmen des Möglichen einen versöhnlichen Abschluss feiern können.“ In ihrer Rede hob sie hervor, der „sensationelle“ Abschluss habe nichts mit Corona zu tun. Die Abituraufgaben seien vor den Corona-Auflagen gezogen worden. Auch sei der Jahrgang von Anfang an durch besondere Leistungen aufgefallen.

Trotz Corona ließen die Abiturienten sich den Spaß an ihrer Abi-Feier nicht verderben. Tobias Weingarten, Tim Würfl und Lena Winder nehmen Aufstellung für ein Spaß-Foto. Tim Würfl hat sein Abitur mit 1,0 abgeschlossen.
Trotz Corona ließen die Abiturienten sich den Spaß an ihrer Abi-Feier nicht verderben. Tobias Weingarten, Tim Würfl und Lena Winder nehmen Aufstellung für ein Spaß-Foto. Tim Würfl hat sein Abitur mit 1,0 abgeschlossen. | Bild: Natalie Reiser

Zum Abiturmotto hatten die Absolventen die goldenen 20er-Jahre gemacht. Während Ulrike Heller daran erinnerte, was Mode und Haarschnitte damals prägte, erschienen zum Lied „Veronika, der Lenz ist da“ der Comedian Harmonists Bilder auf der Leinwand. Technische Errungenschaften, die heute zum Alltag gehören, hätten damals ihre Geburtsstunde erlebt: Kino, Radio und Fernsehen. Zwölf deutsche Nobelpreisträger habe es in den Zwanzigern gegeben, Wissenschaftler, die sich neuen Fragen gewidmet hätten. Dazu ermutigte Ulrike Heller auch die Absolventen: „Stellt unbequeme Fragen, lasst euch bei eurer Studienwahl von Freude und Motivation leiten und setzt euch bitte, bitte für die Demokratie ein.“

Linda Klepser erhielt den Preis des Oberbürgermeisters. Sie wurde ausgezeichnet für ihr ihr politisches, sportliches und musikalisches Engagement und ihre optimistische Lebenshaltung.
Linda Klepser erhielt den Preis des Oberbürgermeisters. Sie wurde ausgezeichnet für ihr ihr politisches, sportliches und musikalisches Engagement und ihre optimistische Lebenshaltung. | Bild: Natalie Reiser

Linda Klepser erhielt den Preis des Oberbürgermeisters. Erstaunt nahm die Abiturientin, die von den Lehrern einstimmig für ihr politisches, soziales, musikalisches und sportliches Engagement dafür vorgeschlagen wurde, den Preis von Ulrike Heller entgegen. Aufgrund der Corona-Einschränkungen gab es keine Reden von Schulträger und Elternbeirat. Auch die Lehrer konnten nicht zur Feier kommen. Doch völlig ohne Abschied wollten sie ihre Schützlinge nicht gehen lassen. In neonfarbigem 80er-Jahre-Outfit legten sie zu „Staying Alive“ eine Tanzperformance hin. Ab 20.30 Uhr war für die Abiturienten dann Party angesagt. Die Eltern verließen das Milchwerk und so konnten die jungen Leute, unter 100 Personen, noch allein feiern.

Die Lehrer konnten an der Abi-Feier im Milchwerk aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht teilnehmen. Doch sie wollten nicht ganz fehlen und überraschten die Schüler mit einer fünfminütigen Tanzeinlage.
Die Lehrer konnten an der Abi-Feier im Milchwerk aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht teilnehmen. Doch sie wollten nicht ganz fehlen und überraschten die Schüler mit einer fünfminütigen Tanzeinlage. | Bild: Natalie Reiser

Noten und Preise für die Abiturienten

  • Starker Jahrgang: Die Abiturienten des Friedrich-Hecker-Gymnasiums haben in diesem Jahr einen Notendurchschnitt von 2,0 erreicht. 34 Schulabgängern gelang es, eine eins vor dem Komma zu erzielen. Tim Würfl erreichte eine 1,0.
  • Diese Preise wurden vergeben: Preis des Oberbürgermeisters: Linda Klepser; Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Thorben Bielewski, Julian Beisch; Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Tim Würfl, Julian Beisch, Tom Härtwig; Mathematikpreis der Deutschen Mathematik Vereinigung: Franca Scheer; Ferry-Porsche Preis für Mathematik und Physik: Julian Beisch; Fachpreis für Biologie: Johannes Fietz; Preis für Naturwissenschaften: Jana Kuppel; Informatikpreis gestiftet von der Firma Sybit: Philipp Reichert, Florian Dritter; Fachpreis für Englisch: Maurus Mrotzek; Feltrinelli Premio Preis für Italienisch und Französisch-Preis des Deutsch-Französischen Clubs Radolfzell: Bele Appel; Preis des Kaufhauses Kratt für beste Sprachen, Fachpreis in Spanisch: Nelson Kleinhaus; Scheffelpreis der Literarischen Gesellschaft, Preis des Kunstvereins Radolfzell, Preis der evangelischen Pfarrgemeinde: Britt Manegold; Andreas Jung-Preis für Gemeinschaftskunde: Annika Depner; Hegau-Geschichtspreis: Marie Depner; Preis des Verbandes Deutscher Schulgeographen, Sonderpreis des Verbandes Deutscher Schulgeographen und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Raphael Sonnleitner; Preis für Gemeinschaftskunde der Landeszentrale für Politische Bildung: Lara-Maria Streit; Preis des Kunstvereins Radolfzell, Fachpreis für Ethik: Federica Schmid; Preis der katholischen Pfarrgemeinde: Julia Riedmüller, Lisa Weber; Fachpreis Musik: Florian Dritter; Alfred-Maul-Gedächtnismedaille für Sport: Luca Schwenger.