Die Technik nimmt uns viel ab. Doch wehe, sie fällt aus. Das Navi zum Beispiel. Eva Eiselt erinnert bei ihrem Auftritt im Rahmen des Kabarett-Winters an Autofahrten, die unsere Kinder so nicht mehr kennen. Die faltbare Karte auf den Knien fremde Straßenzüge absuchend. Dummerweise liegt der Ort, den sie sucht, gerade in der Falte, ist weder gut zu entziffern, geschweige denn zu finden. Langsam rutscht das Straßennetz auf Papier, so etwas wie Google Maps mit Origami, zwischen ihren Beinen wie eine Ziehharmonika zu Boden. Am Ende hilft ein netter Tankwart aus der Patsche. Auf die menschlichen Kontakte kann man sich im Endeffekt doch noch am meisten verlassen. Was wäre unser Leben ohne sie? Eva Eiselt muss das wissen. Obwohl sie es manchmal nicht leicht hat als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern: Sohn, Tochter und ein Mann. Und wie so viele Frauen will sie nebenbei noch die Welt retten, Meere und Wälder schützen, für den Weltfrieden kämpfen, mit dem Sohn Mathehausaufgaben machen, während die Tochter 35 Einhorn-Muffins für die verpasste Geburtstagsparty einfordert. Aber bitte ohne Mehl, Milch und Eier. Wegen Murat mit seinen "Allah-ien".

Eva Eiselt bei ihrer Sauna-Nummer im Milchwerk. Zum Foto in diesem Moment meint sie: "Na, das war ja klar."
Eva Eiselt bei ihrer Sauna-Nummer im Milchwerk. Zum Foto in diesem Moment meint sie: "Na, das war ja klar." | Bild: Natalie Reiser

Die Technik, der olle Familienkram und die liebe Not mit den verschiedenen Kulturen haben es Eva Eiselt in ihrem Programm "Vielleicht wird alles vielleichter" ganz besonders angetan. Mit Energie schlüpft sie von einer Rolle in die nächste: Der amerikanische, obercoole, nur in Anglizismen redende Manager, der das Publikum im Lachen "coacht" oder die schwäbische Sauna-Dame, die im "Schwitschkaschten" den Politikern einheizt. Angefangen mit dem Lindnerblütenextrakt bis zum Wildbadkräuter-Aufguss. Bemitleidswert der arme Opa Udo Fröhlische, der mit seinem Enkel einfach nur mit einer Sandschaufel auf den Spielplatz wollte. Doch ohne Matschhose, atmungsaktive Unterwäsche, Globuli, Notfalltropfen, Vitamin-D Tabletten, Roller und Laufrad geht natürlich gar nichts. Am Ende ein Befreiungsschlag: Mit einem riesigen Staubsauger verschlingt Eiselt die großen Konzerne, Parteien, die Religionen. Vielleicht wird alles so viel leichter.