Der Wohnmobilstellplatz auf der Mettnau wurde jetzt feierlich in Betrieb genommen. Ab sofort können auf der rund 5000 Quadratmeter großen gepachteten Fläche im vorderen Bereich der Mettnau 31 Wohnmobile Platz finden. OB Martin Staab nannte die Anlage vollmundig den „schönsten, modernsten und besten Platz am Bodensee“. Neben den Vertretern der beteiligten Baufirmen, Anwohner und Gemeinderäte war auch Guido Wolf, baden-württembergischer Minister für Justiz und Tourismus zu dem Anlass angereist.

Das Projekt wurde mit rund 134 000 Euro aus dem Förderprogramm zur Tourismusinfrastruktur unterstützt. Wie so oft wurde bis zuletzt an der Anlage gearbeitet, denn der gesteckte Zeitplan zur Umsetzung war ambitioniert gewählt. Gerade einmal zwölf Wochen hat es gedauert, um aus der vormaligen Wiese an der Strandbadstraße einen modernen Wohnmobilstellplatz zu schaffen, der den heutigen Ansprüchen der Wohnmobilisten genügt. Denn die besonders schnell wachsende Gruppe der Touristen – laut Guido Wolff stieg die Zahl der Camper und Wohnmobilisten im Jahr 2018 um 15 Prozent – wird zunehmend anspruchsvoller. In diesem Zusammenhang verwendete der Minister scherzhaft den Kunstbegriff „Glamping“, was sich aus den Worten Glamour und Camping zusammensetzt. Genau für diesen neuen Typus ist die Radolfzeller Anlage aus Sicht von Guido Wolf bestens geeignet: „Hier hat Radolfzell die goldrichtige Antwort gefunden“, befand der Minister.

Auslastung im Sommer bis zu 100 Prozent erwartet

Angesichts der zunehmenden Anzahl von Wohnmobilisten zeigte er sich überzeugt davon, dass sich die Anlage einer großen Nachfrage erfreuen wird. Davon geht man auch bei der Stadt Radolfzell aus. Bereits in der Planungsphase wurden mehrere Szenarien durchgerechnet. Nina Hanstein, Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH geht davon aus, dass der neue Wohnmobilstellplatz in den Sommermonaten zu 95 bis 100 Prozent ausgelastet sein wird, wie sie auf Nachfrage des SÜDKURIER sagte. Wie sich die Belegzahlen in den Wintermonaten verhalten werden, müsse sich erst zeigen. Sollten sie nicht vollkommen einbrechen, dann hofft auch OB Martin Staab, dass sich die Anlage tragen kann, wie er zum feierlichen Anlass verkündete. Aus seiner Sicht ist die Investition von insgesamt 900 000 Euro eine an der richtigen Stelle. „Der Platz bietet mit seiner naturnahen, zentrumsnahen Lage, den Toiletten und Duschen eine optimale Infrastruktur. Damit sind wir zeitgemäß aufgestellt“, befand er.

Bezahlung funktioniert digital

Wie modern die Anlage ist, zeigt auch die Digitalisierung der Abrechnung. Denn alle Leistungen auf dem Wohnmobilstellplatz werden bargeldlos abgerechnet. Wer sich über die eher spärliche Bepflanzung auf der Anlage wundert, ist nicht mit den Bedürfnissen der Wohnmobilisten vertraut. Die wünschen sich eine möglichst freie Fläche, in der sie ihren eigenen Bereich haben. Der wird durch Hainbuchenhecken zwischen den Boxen, die aber erst noch ihre volle Höhe und Dichte erreichen müssen, gewährleistet. Bäume sind bei den meisten weniger willkommen. Insgesamt passt der Wohnmobilstellplatz „optimal in das nachhaltige Konzept der Stadt Radolfzell“, sagte der OB. Er kann zudem darauf hoffen, dass auch ein künftiges Projekt der Stadt mit Fördermitteln vom Land Baden-Württemberg unterstützt wird. Mit Blick auf die Sanierung des Strandbads auf der Mettnau kündigte Minister Guido Wolf an, dass „wir auch bei künftigen Projekten zusammenkommen“, werden. Dazu soll das Förderprogramm zur Tourismusinfrastruktur von derzeit sieben Millionen Euro auf zehn Millionen angehoben werden, ließ er wissen.