Der Parkplatz am Mindelsee in Möggingen beschäftigt den Ortschaftsrat. Immer wieder werde dieser Parkplatz von Campern angesteuert, die dort ihre Notdurft verrichten oder ihren Abfall beseitigen. Man habe zwar nichts gegen Wohnmobile, aber die Stadt Radolfzell biete kostenpflichtige Stellplätze an, die die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen würden, so Ortsvorsteher Ralf Mayer bei der jüngsten Sitzung. Dahinter steckt eine Rechtslage, die problematisch ist.

Das Ordnungsamt, so Mayer, sei hier machtlos. Man sei sich zwar einig, dass Fäkalien und Abfälle nicht an den Rand eines Naturschutzgebietes gehörten. Doch die Identifizierung der Verursacher sei schwierig. Markus Honsel, Mitglied des Ortschaftsrates, berichtete von einem Fahrzeug, das über Wochen auf dem Parkplatz gestanden hätte. Polizeiliche Ermittlungen hätten ergeben, dass es gestohlen war.

Die Möglichkeiten der Polizei, besonders nachts, seien ebenso begrenzt. Parkplätze durch nächtliche Streifenfahrten zu kontrollieren stehe nicht an erster Stelle. Man war sich im Ortschaftsrat einig, dass die Missstände nicht geduldet werden sollten, aber wie könne man ihnen entgegnen?

Ortsvorsteher Mayer schlug vor, für den Parkplatz ein Nutzungsverbot zwischen 22 und 6 Uhr auszusprechen, ein Schild solle darauf hinzuweisen. Dies stieß auf Unverständnis. Ein Schild würde nichts bewirken, wenn Polizei und Ordnungsamt nicht das Personal hätten, das Verbot zu kontrollieren.

Der Parkplatz zählt laut Polizei nicht zu den Brennpunkten

Willi Streit, Leiter des Polizeireviers Radolfzell, sagte: „Wir müssen unsere Schwerpunkte dort setzen, wo wir eine eindeutige Rechtslage haben.“ Streit wies darauf hin, dass man die Ortschaften nicht vernachlässige. Aber ein Brennpunkt polizeilicher Ermittlungen sei der Parkplatz am Mindelsee zur Zeit nicht. Die Ratsmitglieder in Möggingen stellten sich die Frage, warum man Wanderern die Möglichkeit nehmen sollte, am frühen Morgen oder spät abends einen Spaziergang am Naturschutzgebiet zu machen und dort zu parken. Der Vorschlag, die Beschilderung zu ändern, wurde mehrheitlich abgelehnt.