Zucchini, Erdbeeren, Salat und Kürbis: Das „Paradies für alle“, der Gemeinschaftsgarten des Freundeskreis Asyl, bietet reichlich Platz für Pflanzen aller Art. Lily Müller ist eine der ehrenamtlich Unterstützer des Projektes. Sie erklärt, dass der Integrationsgedanke im Vordergrund stehe. Menschen jeder Herkunft seien eingeladen, sich bei dem Projekt, das vor drei Jahren gegründet wurde, zu beteiligen: „Das Projekt ist mit der Idee entstanden, Flüchtlinge in Kontakt mit Einheimischen zu bringen“, so Müller. Die ehrenamtlich Helfer würden auch bei der Vermittlung von Schulbesuchen oder Arbeitsplätzen helfen. Durch den Kontakt mit den deutschen Mitgliedern, könne man außerdem die Sprache schneller lernen.

So schön bunt gedeihen die Blumen im Gemeinschaftsgarten „Ein Paradies für Alle“. Im Hintergrund sind die Gemüse- und Obstgärten zu sehen Bild: Annika Enzenmüller
So schön bunt gedeihen die Blumen im Gemeinschaftsgarten „Ein Paradies für Alle“. Im Hintergrund sind die Gemüse- und Obstgärten zu sehen Bild: Annika Enzenmüller | Bild: Annika Enzenmüller

Neben großen Gemeinschaftsfeldern gibt es für ein paar der 30 bis 40 Mitglieder eine eigene Partielle. Wer einen Ort zum Gärtnern für sich alleine sucht, ist hier falsch. „Wir sind in erster Linie eine Gemeinschaft“, so Müller. Aus diesem Grund müssen Interessierte ein Jahr im Gemeinschaftsgarten mithelfen, um eine eigene Parzelle zu bekommen. Immer mittwochs und samstags kommen die Mitglieder des Projekts zusammen. Müller erklärt, dass es im Winter beispielsweise gemeinsame Kochabende gebe.

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So unterschiedlich wie die Gärtner aus Afghanistan, Sri Lanka oder Mexiko sind, sind auch die angebauten Pflanzen, wie zum Beispiel die Okraschote aus Afrika oder Kichererbsen aus Syrien. Laut Elisabeth Burkart, Vorsitzende des Freundeskreis Asyl Radolfzell, habe das Projekt eine hohe Fluktuation von Mitgliedern. „Die Geflüchteten werden in andere Städte verlegt und andere kommen neu nach Radolfzell – sie können es sich nicht aussuchen“, erklärt sie. Das Stimmungsbild der Anwesenden zu dem Integrationsprojekt fällt positiv aus. Auch die Flüchtlingskoordinatorin Susanne Schaffart lobt die Arbeit: „Durch das Projekt wird die Integration von Geflüchteten sehr gut gefördert. Aus diesem Grund unterstützt die Stadt dieses Projekt.“

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