Das Urteil des Konstanzer Landgerichts ist nun rechtskräftig: Ein Mann aus Mühlingen ist am 16. August 2017 wegen Totschlags zu einer Freiheitsstraße von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Der Anwalt des Mühlingers hatte fristgerecht Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) als zuständige Instanz eingereicht. Nun hat der vierte Strafsenat des BHG die Revision abgewiesen, was bedeutet, dass das Urteil rechtskräftig ist. Dies teilte das Landgericht Konstanz am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Der vierte Strafsenat habe das Urteil "als frei von Rechtsfehlern befunden und vollumfassend bestätigt".

Nach den Feststellungen des Gerichts habe der heute 42-jährige im Februar 2017 in seinem Haus im Raum Stockach seine damals 26-jährige Lebensgefährtin im Verlaufe eines heftigen Streites erwürgt und erstickt. Anschließend brachte er die Leiche an den Rand eines Waldgebietes nahe Litzelstetten, legte sie in eine Mulde und bedeckte sie mit Pflanzenmaterial.

Der Fall wurde im August am Landgericht Konstanz an vier Prozesstagen verhandelt. Dabei war der Zuschauerbereich immer voll mit Bekannten der Prozessbeteiligten. Die getrennten Eltern des Opfers waren in dem Prozess Nebenkläger.

"Der Angeklagte hatte die Tat grundsätzlich gestanden, verneinte jedoch einen Tötungsvorsatzund erachtete den verursachten Tod als Unfallgeschehen während einer körperlichen Auseinandersetzung", fasst das Landgericht in der Pressemitteilung zusammen. In der Verhandlung wurden mehr als 20 Zeugen vernommen, darunter auch ein Rechtsmediziner und ein psychiatrischer Sachverständiger. Das Schwurgericht gelangte zu dem Schluss, dass der Angeklagte "mit bedingtem Vorsatz gehandelt hat, da er den Tod seiner damaligen Lebenspartnerin billigend in Kauf genommen habe". Das Gericht nahm einen minderschweren Fall des Totschlags an, was zur Herabsetzung des Regelstrafrahmens von einem bis zu zehn Jahren führte. Gründe dafür sind die erheblich verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten während der Tat, seine Geständigkeit und Reue, Verlust der eigenen wirtschaftlichen Existenz sowie der Zahlung eines Schmerzensgeldes an die Hinterbliebenen des Opfers und Übernahme der Bestattungskosten.

Der 42-Jährige befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft, in der er auch weiterhin blieb. Da das Urteil nun rechtskräftig ist, werde er nun in den normalen Strafvollzug überführt, erklärte eine Pressesprecherin des Landgerichts auf SÜDKURIER-Nachfrage. Die bisherige Haftzeit wird auf das Urteil angerechnet.