Wer dieser Tage am Festplatz in Ehingen vorbeigelaufen ist und dort die riesigen Kabeltrommeln gesehen hat, wird sich gefragt haben: Hat der Ausbau des Glasfasernetzes in der Hegauer Doppelgemeinde begonnen? Dem ist aber nicht so. Noch nicht, wie Bürgermeister Patrick Stärk im Gespräch mit dem SÜDKURIER erklärt. Denn laut Rathauschef von Mühlhausen-Ehingen werden sich die Bauarbeiten bis ins nächste Jahr verzögern. Stattdessen werden die orangenen Kabeltrommel schon bald verschwunden sein. Bürgermeister Stärk klärt auf: Es habe einen unvorhergesehenen Wechsel bei der mit den Bauarbeiten beauftragten Firma gegeben. Einen Nachteil sieht er darin nicht. Im Gegenteil: „Jetzt kümmert sich die gleiche Firma darum, welche die Arbeiten an den Straßen und Gehwegen auch in Aach und Volkertshausen durchgeführt hat. Wir können hier auf Expertise bauen“, sagt Stärk.

Es gibt Lieferengpässe

Dass mit der neuen Firma auch das Material verschwindet, wurmt Stärk dann doch ein bisschen. Er habe gehofft, dass das gelieferte Baumaterial genutzt werden könne. Vergeblich. Auch dies sei ein Grund, weshalb die Arbeiten wohl erst im Frühjahr 2022 starten werden. Denn viele Baumaterialien hätten laut Stärk Lieferengpässe. „Wir haben uns deshalb im Gemeinderat entschieden, mit Blick auf den Winter, erst nächstes Jahr zu starten“, so Stärk.

Keine Kosten für die Gemeinde

Laut Patrick Stärk ist das Verfahren hin zum kompletten Glasfaseranschluss einfach. Die Gemeinde stellt die Gehwege und Straßen zur Verfügung, die Firma Unsere Grüne Glasfaser (UGG) übernimmt den Ausbau – und dies quasi zum Nulltarif. Denn auf die Gemeinde kommen nahezu keinerlei Kosten zu. „Alleine hätten wir dies nicht stemmen können, schon gar nicht in dem Tempo“, betont Stärk. Er rechne für beide Ortsteile mit Kosten von rund zehn Millionen Euro. Die zwei für den Ausbau nötigen Points of Presence, die Herzstücke einer Glasfaserverkabelung, sind bereits gebaut: einer am Festplatz in Ehingen, der andere am Kindergarten in Mühlhausen.