Im Bürgerhaus Moos sind am Donnerstag im Laufe des Tages 198 Personen gegen Covid-19 geimpft worden. Bei dem sogenannten Pop-up-Impfzentrum – also ein quasi aus dem Nichts schnell eingerichtetes Impfzentrum – handelte sich um das erste seiner Art im gesamten Landkreis. Die Vergabe der Termine wurde dabei von der Gemeinde Moos übernommen. Sie hatte alle über 80-jährigen Bürger samt ihrer Partner in der Gemeinde direkt angeschrieben und abgefragt, ob sie sich zu diesem Zeitpunkt in Moos impfen lassen wollen.

Lob für unkompliziertes Prozedere

Insgesamt 80 Personen aus Moos hatten das Angebot angenommen. Gleiches hatte in den anderen beiden Höri-Gemeinden Gaienhofen und Öhningen stattgefunden. Nachdem insgesamt rund 160 Personen aus den drei Gemeinden den Wunsch einer Impfung geäußert hatten, wurden die übrigen zur Verfügung stehenden Dosen des Vakzins des Herstellers Moderna an über 80-jährige Menschen aus Radolfzell vergeben.

Willkommen zum heiß ersehnten Impftermin: Helfer emfangen die Impfwilligen an der Anmeldung des Mooser Impfzentrums. Bilder: Gerald Jarausch
Willkommen zum heiß ersehnten Impftermin: Helfer emfangen die Impfwilligen an der Anmeldung des Mooser Impfzentrums. Bilder: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

„Wir haben in Moos insgesamt 239 Personen über 80 Jahre. Die meisten davon haben bereits einen Termin. Damit haben wir praktisch alle Impfwilligen über 80 Jahre auf der Höri erreicht“, erklärte der Mooser Bürgermeister Patrick Krauss, erfreut über die Aktion.

Sie alle einte am Donnerstag die Freude über die verhältnismäßig unkomplizierte Vergabe des Impfstoffes direkt vor Ort. Alle darauf angesprochenen Senioren hatten bereits im Vorfeld schlechte Erfahrungen mit der Anmeldung für einen Impftermin gemacht.

Das Ehepaar Ingrid und Jürgen Fredeke wird in einem persönlichen Gespräch mit einem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen der Impfung aufgeklärt.
Das Ehepaar Ingrid und Jürgen Fredeke wird in einem persönlichen Gespräch mit einem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen der Impfung aufgeklärt. | Bild: Jarausch, Gerald

So schilderten zum Beispiel die Eheleute Ingrid und Jürgen Fredeke aus Bankholzen, dass sie selbst, aber auch ihre Tochter es versucht hatten, in der Region einen Impftermin zu ergattern. Allerdings vergeblich. Umso mehr sagte ihnen nun die Impf-Möglichkeit in ihrer Heimatgemeinde zu. „Das ist wirklich schön, dass wir uns jetzt hier im Ort impfen lassen können“, sagte Ingrid Fredeke, während sie vor dem Gebäude auf ihren Einlass wartete.

Medizinstudent Felix Remmersmann aus Freiburg zieht eine Spritze auf.
Medizinstudent Felix Remmersmann aus Freiburg zieht eine Spritze auf. | Bild: Jarausch, Gerald

Kurz nach 10 Uhr durften die ersten Personen in das Bürgerhaus, dass zuvor von der Gemeinde für den Zweck eingerichtet worden war. Nach einer ersten Registrierung folgten weitere Angaben zur eigenen Gesundheit, beziehungsweise ob nennenswerte Vorerkrankungen oder mögliche Allergien vorliegen. Zudem wurden die Krankenkassenkarten sowie der Impfpass eingefordert.

Das Ehepaar Ingrid und Jürgen Fredeke wird in einem persönlichen Gespräch mit einem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen der Impfung aufgeklärt.
Das Ehepaar Ingrid und Jürgen Fredeke wird in einem persönlichen Gespräch mit einem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen der Impfung aufgeklärt. | Bild: Jarausch, Gerald

Anschließend ging alles dank der guten Vorbereitung schnell. Sämtliche Personen wurden persönlich von zwei Ärzten über die möglichen Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Im Anschluss folgte an einer anderen Station die eigentliche Impfung.

Die bestand aus einer kurzen Desinfektion des Oberarmes sowie der anschließenden Spritze mit dem Vakzin. „Das ist doch gar nichts“, erklärte dazu der 83-jährige Manfred Seibold, der als ehemaliger Bundeswehrsoldat etliche Spritzen und Impfungen in seinem Leben über sich ergehen lassen musste. Er selbst wäre übrigens sogar bereit gewesen für den kleinen Piks bis nach Hamburg zu fahren, wo seine Tochter ihm einen Termin besorgen wollte, nachdem er in der eigenen Region keinen Termin bekommen konnte.

Der Impfstoff, der am Donnerstag in Moos verimpft wurde, stammt vom Hersteller Moderna.
Der Impfstoff, der am Donnerstag in Moos verimpft wurde, stammt vom Hersteller Moderna. | Bild: Jarausch, Gerald

Auch der Hersteller des Impfstoffs wäre ihm persönlich egal gewesen, sagte Manfred Seibold. Das ging offenbar längst nicht allen so. Wie Bürgermeister Patrick Krauss berichtete, hatten viele Bürger explizit nachgefragt, welches Vakzin bei dem Termin verabreicht wird. „Viele wollten nicht mit Astra Zeneca geimpft werden“, sagte er.

Zwischen den einzelnen Stationen und im Anschluss müssen die Impfwiligen kurz warten. Insgesamt benötigte man für den kompletten Durchlauf rund 25 Minuten.
Zwischen den einzelnen Stationen und im Anschluss müssen die Impfwiligen kurz warten. Insgesamt benötigte man für den kompletten Durchlauf rund 25 Minuten. | Bild: Jarausch, Gerald

Im Anschluss an die Impfung mussten alle Personen noch 15 Minuten vor Ort verweilen, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Zumindest im Laufe des Vormittags trat keine davon auf. Der nächste Termin für die zweite Impfung steht bereits für den 27. Mai im Mooser Bürgerhaus fest. Und auch die Radolfzeller Bürger können sich schon einmal auf zwei Termine in ihrer Stadt freuen. „Am 6. und 7. Mai sind wir in Radolfzell“, kündigte der Leiter des Kreisimpfzentrums in Singen, Jens Büttermann, an.