Sie stehe für eine FDP, „die sich auch für Schwache in unserer Gesellschaft einsetzt, für eine FDP, die auch zur Empathie fähig ist“, sagte Ann-Veruschka Jurisch bei ihrer Bewerbungsrede in Radolfzell. Die 48-Jährige aus Konstanz stellte sich vor 31 Wahlberechtigten ohne Gegenkandidat vor und wurde ohne Gegenstimme gewählt. Ein Mitglied hatte sich der Stimme enthalten. Die Kreisvorsitzende Birgit Homburger, die selbst schon die Bundestagsfraktion der FDP geführt hatte, leitete zügig durch den Abend.

Ann-Veruschka Jurisch ist promovierte Juristin und Spezialistin für internationale Beziehungen. Sie stellte Ziele für Wirtschaft, Bildung und Verkehr in den Mittelpunkt ihres beabsichtigten Wirkens für den Wahlkreis Konstanz vor, der dem Landkreis entspricht. Die dreifache Mutter leitet seit vier Jahren den Konstanzer Stadtverband der Liberalen. Im Jahr 2016 war sie bei der Landtagswahl die Ersatzkandidatin für den zum Abgeordneten gewählten Jürgen Keck.

Wirtschaft benötige Unterstützung – so die Kandidatin

Wichtig seien ihr gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, sagte Ann-Veruschka Jurisch bei ihrer Vorstellung. Diese benötige Unterstützung, um die Wende in Richtung Klimaneutralität zu bewältigen. „Wir dürfen hier aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.“ Sie wolle sich dafür einsetzen, dass die Politik kluge Anreize für Investitionen in diese Richtung setze.

Die Politik solle zudem Türöffner dafür sein, dass sich die Region weiter mit dem Ausland vernetzen, und sich so neue Märkte erschließen könne. Weiter wolle sie für eine leistungsfähige Breitbandversorgung im Landkreis kämpfen. Es gebe noch zu viele „zumindest hellgraue Flecken.“ Unternehmen, die Flüchtlinge ausbilden, sollten auch die Sicherheit haben, dass diese Menschen im Land bleiben dürfen.

Die Freien Demokraten im Landkreis haben Ann-Veruschka Jurisch als Wahlkreiskandidatin für die Bundestagswahl im nächsten Jahr aufgestellt.
Die Freien Demokraten im Landkreis haben Ann-Veruschka Jurisch als Wahlkreiskandidatin für die Bundestagswahl im nächsten Jahr aufgestellt. | Bild: Claudia Rindt

Bei der Schulpolitik ist für Ann-Veruschka Jurisch klar: Die Schulen dürften nicht nochmals wegen Corona komplett geschlossen werden. Um junge Menschen optimal auf die Zukunft vorzubereiten, müsse in die Ausstattung der Schulen und die Lehrerausbildung investiert werden. Die Verbünde der Hochschulen in der Region sollten gezielter in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung der Region eingebunden werden. Es gelte zudem, Neugründungen aus den Hochschulen zu unterstützen. Beim Verkehr liege ihr der Ausbau der Hochrheinstrecke und der Gäubahn am Herzen.

Manfred Hensler wurde zum Leiter des Wahlkampf-Teams gewählt. Der frühere Schulleiter, der sich bis heute für die Weiterbildung und Integration von Flüchtlingen einsetzt, sagte: Die FDP benötige in der Bundespolitik mehr Frauen und mehr Empathie. Er setze sich deshalb für einen Erfolg von Ann-Veruschka Jurisch ein.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €