Die Kreuzschwestern des Klosters Hegne haben mit einem weiteren Neubau der Marianum-Schule erneut in die Bildung und die Zukunft dieser Einrichtung investiert. Nach rund 15 Monaten Bauzeit konnte der Erweiterungsbau Nord kürzlich bezogen werden. Durch die neu entstandenen Räume kann die Realschule im Haus weiter nach und nach zur Zweizügigkeit ausgebaut werden, seit 2019 werden bereits jeweils zwei neue fünfte Klassen aufgenommen. Bis ins Jahr 2024 sollen alle Klassenstufen zweizügig sein. Das Kloster und die Stiftung Kloster Hegne als Schulträger haben damit auf die große Nachfrage von Eltern und Kindern in der Region reagiert, wie Schulleiter Volker Pudzich erläutert. Die Realschule habe nun im bisherigen Marianum-Komplex im ersten und zweiten Obergeschoss mehr Schulräume sowie auch mehr Platz für den Freizeitbereich im Ganztagesprofil. Die Bildung sei für die Kreuzschwestern traditionell ein wichtiges Betätigungsfeld und ihr Auftrag – nebst Beherbergung und Pflege, erklärt Pudzich die Investition von rund sieben Millionen Euro. Und es sei ein landesweiter Trend, dass Realschulen wieder stark nachgefragt werden.

Der Neubau nehme nun alle Bildungsgänge der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich Sozialpädagogik auf, der aktuell rund 250 Schüler in neun Klassen und 25 Lehrkräfte umfasse. Der lang gestreckte, zweigeschossige Erweiterungsbau bietet hierfür sechs Klassenzimmer, vier Fachräume, Büros und Gruppenarbeitsräume. „So haben die einzelnen Schularten eigene Bereiche, die nach den jeweiligen Lernbedürfnissen gestaltet werden“, erläutert der Schulleiter einen der Vorzüge. Nebst der Realschule sollen auch der berufliche pädagogische Schulzweig und dessen Absolventen im neuen Gebäude profitieren. Denn die frühkindliche Bildung und die Schülerbetreuung haben bekanntlich in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. „Das ist auch eine Reaktion unsererseits auf den Fachkräftemangel. Wir möchten ein attraktives Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte weiterentwickeln.“ Rund 70 Erzieherinnen und Erzieher könne das Marianum pro Jahr ausbilden. Beim Neubau gebe es zudem die Möglichkeit, bei weiter steigendem Bedarf irgendwann noch ein Geschoss aufzubauen oder auch auf dem Grundstück noch einmal ein ähnliches Gebäude zu errichten.

Ein wichtiges Kriterium beim jetzigen Erweiterungsbau sei es gewesen, dass die Räumlichkeiten zur Zielgruppe junge Erwachsene passe. Dazu gehöre zum einen, dass man technisch auf aktuellem Stand sei, so Pudzich. So gebe es zum einen eine exzellente WLAN-Abdeckung. Und dadurch, dass die Daten des Unterrichts in einer Cloud seien, können die Schüler von überall und mit unterschiedlichen Geräten zugreifen. Wer kein eigenes Gerät habe, bekomme ein iPad zur Verfügung gestellt.

Wichtig sei eine helle, einladende Gestaltung und die Ausrichtung der Räume in Richtung Norden gewesen, weil sie sonst durch Sonneneinstrahlung schnell stark aufheizen. Eine Klimaanlage habe man nicht gewollt. Wichtig sei ferner die Multifunktionalität einiger Räume gewesen. So könne ein Vorlesungsraum mit 150 Quadratmetern mittels flexibler Trennwand zu zwei Klassenzimmern werden. Das Lernatelier könne ebenso bei Bedarf geteilt werden in einen Klassen- und einen Gruppenraum. Es gebe einen großen Bewegungsraum für die Bereiche Musik, Rhythmik und Bewegungserziehung. Und sehr praxisorientiert sei auch die Werkstatt, in der es um Kunst, Ästhetik und Natur gehe. Hier könne der Unterricht auch draußen auf der Terrasse oder in einem der zwei Außenklassenzimmer stattfinden. Gut gelöst vom Architekten Professor Arno Lederer sei die Gestaltung der großen Fenster im Flur, die vor allem im Obergeschoss als eine Art Erker zusätzliche Arbeits- oder Rückzugsnischen bieten. Hier könne jeweils eine Gruppe zusammen sitzen und arbeiten oder Pause machen.

Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit dem Architekten und dem Generalunternehmer vorbildlich und professionell in jeder Beziehung gewesen, freut sich Pudzich. Es sei gut auf die Bedürfnisse der Schule eingegangen worden. Auch die Handwerker hätten gut gearbeitet, und die technische Leitung des Klosters habe die Maßnahme toll unterstützt.

Die Provinzoberin des Klosters, Schwester Maria Paola Zinniel betonte bei der Einweihung, es gehe bei dieser Investition nicht nur darum, ein funktionales Gebäude zu errichten. „Es ging um ein Gebäude, welches das Lernen des Lernens ermöglicht und in welchem junge Menschen sich auf ihr Leben, auf ihren Beruf vorbereiten können.“ Bildung sei nicht allein die Vermittlung von Wissen. „Bildung besteht vor allem darin, Fähigkeiten zu entwickeln und zu fördern, um das Wissen anwenden zu können.“ Schon beim Spatenstich im September 2020 habe sie sich gewünscht, dass „ein Haus mit Seele“ gebaut werde, das „Lernen ohne Wände in den Köpfen und Herzen“ ermögliche. Ein Haus, in dem ein Funke überspringe zwischen Pädagogen und Schülern, in dem es ein von Toleranz und Offenheit geprägtes Miteinander gebe.