„Gelbes Gras, Dürre im Lorettowald und tote Fische an der Seeoberfläche“, zählt Oberbürgermeister Uli Burchardt seine Erinnerungen an den Sommer 2018 auf. Im Folgejahr rief der Konstanzer Gemeinderat den Klimanotstand aus.

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Anlässlich des ersten Jahrestags sollte das Projekt „Stadtwandel“ 2020 an den Start gehen, um das Engagement der Konstanzer zu fördern und sie auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt zu motivieren. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Start aber verschoben werden.

Die Stadt will Bürger motivieren

Klimaschutz funktioniere nicht nur durch Gesetze und Regelungen seitens der Stadt, so der Oberbürgermeister. „Alle sind dazu angehalten, aktiv mitzumachen und ihren Alltag möglichst klimafreundlich zu gestalten“, betont er. Das Projekt „Stadtwandel“ soll Impulse geben und die Rahmenbedingungen für ein klimafreundliches Bewusstsein schaffen. „Denn Klimaschutz ist keine Pizza, die man einfach bestellen kann“, sagt Burchardt.

Oberbürgermeister Uli Burchardt: „Klimaschutz ist keine Pizza, die man einfach bestellen kann.“
Oberbürgermeister Uli Burchardt: „Klimaschutz ist keine Pizza, die man einfach bestellen kann.“ | Bild: Priscilla Ogundipe

Einige haben sich vielleicht schon gefragt, was es mit dem weißen Bauwagen auf sich hat, der seit dem 2. Mai auf der Hofhalde in der Innenstadt steht. Das „Stadtwandel-Mobil“ solle eine zentrale Informations-Plattform für Interessierte bieten, erklärt Burchardt. Workshops und der Austausch mit Experten sollen Klimaschutz hier für alle erlebbar machen.

Pandemiebedingt parkt das Mobil vorerst auf der Hofhalde, soll aber – wenn es die Corona-Verordnung zulässt – Anfang Juli, passend zu den Aktionstagen „Stadtwandel“, auf den St.-Stephans-Platz umziehen. „Bis dahin ist es nur als selbstinformierendes Mobil im Einsatz“, so Charlotte Biskup, stellvertretende Leiterin des OB-Referats.

Tipps für mehr Klimaschutz im Alltag

Im Schnitt verbraucht jeder Mensch rund elf Tonnen CO2 pro Jahr. Um das Ziel der klimagerechten Stadt zu erreichen, muss diese Menge jedoch verringert werden. Lorenz Heublein, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz, gibt Tipps, wie der CO2-Fußabdruck im Alltag reduziert werden kann:

  • Nachhaltige Transportmöglichkeiten, wie zum Beispiel den ÖPNV, Sharing-Angebote oder das Fahrrad, nutzen.
  • Auf Fernflüge verzichten und stattdessen bei der Urlaubsplanung ein näheres Reiseziel ansteuern.
  • Den Energieverbrauch überdenken und Strom gegebenenfalls von lokalen Anbietern beziehen.
  • Den Fleischkonsum reduzieren oder das Fleisch durch vegetarische Alternativen ersetzen.
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