Wenn ein Elternteil ausfällt, kann der Alltag schnell mal aus den Fugen geraten. Egal ob der Vater ins Krankenhaus muss, die Mutter eine Risikoschwangerschaft erlebt oder ein Elternteil erkrankt.

Eine wichtige Frage lautet dann: Wer kümmert sich um die eigenen Kinder und den Haushalt? Mal kann die Oma aushelfen, ein anderes Mal die Nachbarin, doch bei längerfristigen Ausfällen ist das oft schwierig.

"Es kann nicht immer jemand helfen", sagt Jutta Scherzinger von der Familienpflege der Caritas Konstanz. "In solchen Situationen sind wir zuverlässig für die Familie da."

Was genau macht eine Familienhelferin?

Sie hat vor allem eine Aufgabe: dafür sorgen, dass der Alltag weiterläuft. Sie macht den Kindern Frühstück, bringt sie in den Kindergarten oder die Schule, kocht Mittagessen, geht Einkaufen, regelt den Haushalt und betreut die Kinder.

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"Wir helfen ganz normalen Familien, die sich in Notfallsituationen befinden", sagt Scherzinger, die seit fünf Jahren die Familienpflege leitet und auch selbst noch als Familienpflegerin tätig ist.

Bietet nur die Caritas diesen Dienst an?

Nein. Neben der Caritas bieten noch andere Träger die Familienpflege an, darunter Pro Familia oder das Dorfhelferinnenwerk, das vor allem im ländlichen Raum tätig ist und auch mit der Caritas zusammenarbeitet.

Welche Familien können die Hilfe in Anspruch nehmen?

Familien mit Kindern unter zwölf Jahren.

Wer zahlt für die Familienhilfe?

Die Familienpflege kann bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden. Sie übernimmt den Großteil der Kosten, etwa zehn Prozent muss die Familie selbst zahlen. Die Zuzahlung pro Tag beträgt mindestens fünf und maximal zehn Euro. Auch andere Träger wie Sozial- und Jugendämter oder Rentenversicherungen kommen für die Kostenübernahme in Frage.

Wann und wie lange kann die Familienhilfe unterstützen?

Die Dauer der Hilfe und die Arbeit richten sich nach der jeweiligen Familie. Manche Familien bekommen kurzfristig für eine Woche Unterstützung, andere über einen längeren Zeitraum. "Viele sind natürlich froh, wenn sie uns nicht brauchen", sagt Scherzinger. "Aber in Notsituationen sind sie dankbar, dass der Alltag weitergeht."

Die Kernzeit der Einsätze beläuft sich auf die Zeit zwischen acht und 18 Uhr – manchmal früher am Morgen oder später am Abend. Die Auftragslage der Familienpflegerinnen ist ein ständiges Auf und Ab, so Scherzinger.

Was muss man tun, um Unterstützung von der Familienhilfe zu bekommen?

Wer die Unterstützung der Familienpflege in Anspruch nehmen will, kann direkt bei der Caritas anfragen: (07531) 1200260 und auf der Internetseite der Caritas Konstanz. Gemeinsam mit Scherzinger wird dann über die Bedürfnisse der Familie gesprochen.

Zurzeit gibt es für die acht ausgebildeten Familienpflegerinnen viel zu tun: "Die Grippezeit ist Hochbetrieb", sagt Scherzinger.

Ist das eigentlich schwierig für die Kinder?

Die meisten Mütter, so Scherzinger, würden ihre Aufgaben auch gerne abgeben. Für die Kinder sei der Besuch einer fremden Person auch kein Problem. "Die Pflegerinnen wissen ja, wie sie mit den Kindern umgehen müssen", sagt Scherzinger. Denn schließlich machen sie das jeden Tag, um den Alltag in ganz normalen Familien aufrecht zu erhalten – wenn dieser mal aus den Fugen gerät.