Sie ist die Frau mit dem schicken Cabrio, dem bayerischen Dialekt und dem flotten Kleiderstil: So beschrieb Konrektorin Uta König ihre Chefin Ulrike Unger, die feierlich verabschiedet wurde. Unger, Leiterin der Grundschule Wollmatingen, absolviert zunächst ein Sabbatjahr, bevor sie den Ruhestand antritt. "Wir definieren Sie aber nicht nur über Äußerlichkeiten", fügte Uta König an. "Sie haben viel Humor und Geduld und gingen sehr wertschätzend mit dem Kollegium um." In ihrer siebenjährigen Wirkungszeit in Wollmatingen hat Ulrike Unger das Leitbild der Schule überarbeitet, viele Bauarbeiten begleitet (unter anderem entstand neuer Platz für die Kernzeitbetreuung) und entschieden, dass die Grundschule eine Außenklasse der Säntisschule zur Förderung besonderer Kinder aufnimmt. "Dass Sie Ihre Visionen auch zu denen des Kollegiums machten, ist für mich gute Führung", so König. Endlich seien die Zeiten vorbei, in denen sich aus Platzmangel drei Lehrer zwei Stühle teilten.

Hier entgegnete Karlheinz Deußen, Leiter des Staatlichen Schulamts: "Mir waren diese Zeiten lieber als jetzt, wo wir fünf Stühle haben und nur einen Lehrer." Deußen attestierte Ulrike Unger fundiertes Wissen und hohe didaktische Kompetenz, so stehe es in ihren Personalakten. Er und Waltraut Liebl-Kopitzki, Leiterin des städtischen Schulamts, dankten der Schulleiterin für ihren Einsatz. Ebenfalls warmherzige Worte fand Andreas Hipp, Geschäftsführender Schulleiter der Grund-, Werkreal-, Real- und Förderschulen. "Ich schätze Ihre klare, zurückhaltende Art, Ihre Zielstrebigkeit und Ihr Durchsetzungsvermögen – das konnte auch mal polterig-bayerisch sein", sagte Hipp mit einem Augenzwinkern und blickte in die Zukunft: "Sie sind keine Frau für beschauliches Rosenschneiden.

Deshalb machen Sie sich ja auch wieder auf den Weg." Ulrike Unger möchte auf dem Jakobsweg pilgern und erhielt dafür einen Rucksack sowie Wanderstöcke geschenkt. Für ihre zweite Leidenschaft, das Cabriofahren, überreichten ihr die Elternbeiratsvorsitzende Martina Voss und Tatjana Deggelmann, Vorsitzende des Schulfördervereins, allerlei Nützliches.

Ganz besonders freute Ulrike Unger sich über die Beiträge der Kinder. Zunächst sang die Schulgemeinschaft ihr Miteinander-Lied, einen mitreißenden Song über Toleranz. Dann folgten ein selbst gedichtetes Lied über die Schulleiterin, ein bayerischer Tanz für die gebürtige Münchnerin und ein Tanz, der das Publikum in ein fernes Land versetzte. Mit Abstand am meisten Applaus erhielten die Jungs der 3b für ihr Wasserballett mit Badekappen und Taucherbrillen zu Walzerklängen. Ulrike Unger: "Was ihr für mich gemacht habt, hat mich zu Tränen gerührt."


Zur Person

Ulrike Unger, 62 Jahre, wurde in München geboren. Nach ihrem Lehramtsstudium arbeitete sie lange an der Heimschule Wald, war ab 1998 Leiterin der Grundschule Mühlingen und seit 2010 an der Spitze der Grundschule Wollmatingen. Insgesamt war Unger 19 Jahre lang Rektorin. "Ich wollte nie Schulleiterin werden, aber seit der vierten Klasse wusste ich, dass ich Lehrerin werden will, weil meine so unmöglich war", sagte Unger. Ihre Nachfolge ist noch ungeklärt, die Stelle ist ausgeschrieben. (kis)