Konstanz Medizinische Versorgung auf hohem Niveau im Kreis Konstanz

Heimatcheck: Landkreis bietet den Einwohnern die gesamte Palette. Öffentliche und private Häuser mit Rundum-Versorgung. Probleme im Bereich der Pflege bereiten jedoch Sorgen

Landkreis Konstanz – Die klinische Versorgung ist zweigliedrig: Da ist zunächst der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz mit Sitz in Singen: Die Kliniken in Singen, Radolfzell, Stühlingen und Konstanz sowie das Hegau-Jugendwerk Gailingen und das Vincentius-Krankenhaus – mit 1400 Betten und 3600 Mitarbeitern der größte Gesundheitsversorger in der Bodenseeregion. Im Akutbereich stehen 676 Betten in Singen, Radolfzell und Stühlingen, 60 Betten im Vincentius, 350 in der Klinik Konstanz.

Das Hegau-Jugendwerk hat 38 Betten in Früh­reha und Neurologie sowie 165 Betten im Bereich Schwerrehabilitation und Rehabilitation. 51 Betten stehen im Senioren- und Pflegeheim Engen. Neben dieser Holding existieren Einrichtungen, die 2012 entweder nicht dem Verbund beitreten wollten, wie das Krankenhaus Stockach oder private Einrichtungen, wie die Schmieder Kliniken oder das Herzzentrum Bodensee. Die Angebote ergänzen sich weitgehend. Doppelungen bedeuten Auswahl für den Patienten. Vor allem die Anwesenheit des Herzzentrums hat eine beruhigende Wirkung.

Federführend schon aufgrund der Größe ist der Gesundheitsverbund. Das medizinische Konzept wird permanent fortgeschrieben, wie Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Frank Hämmerle erklärt: "Wir beobachten Fallzahlen und sehen, welche Nachfrage da ist und dementsprechend wird gesteuert. Das medizinische Konzept ist ein dauernder Prozess." Jede Abteilung komme auf den Prüfstand, jede Abteilung bringe selbst Verbesserungsvorschläge: "Das bedeutet steter Wandel und Anpassung an die Rahmenbedingungen. Wäre das nicht so, würden wir einschlafen.

" Aushängeschilder sind die Geriatrie in Radolfzell sowie die Urologie in Singen. Während die Geriatrie mit Chefarzt Achim Gowin neu strukturiert wurde im Zuge der Fusion, wurde die Urologie gebündelt nach Singen verlegt und ausgebaut. Der OP-Roboter da Vinci ist eine der großen Errungenschaften der Fusion. "Wir müssen die Möglichkeiten sehen, die uns der Zusammenschluss gebracht hat", sagt Niko Zantl. "Letztlich profitieren die Menschen im Landkreis ungemein."

Es gibt jedoch auch die Schattenseiten der Fusion. Primär ist hier der innere Zustand im Bereich der Pflege zu erwähnen. Doppelschichten, Berge von Überstunden und mangelnde Wertschätzung sorgen für ein schlechtes Binnenklima. Die Nähe zur Schweiz und den dort besseren Verdienstmöglichkeiten sowie den attraktiveren Arbeitsbedingungen wiegen schwer und sorgen für Abwanderung von Fachkräften. "Wir finden schwer passendes Pflegepersonal", sagt Geschäftsführer Peter Fischer. Die eigene Akademie soll mittelfristig das Problem lösen. Verlierer der Fusion ist auch das Krankenhaus Engen. In der Hegaugemeinde herrscht nach wie vor großer Frust über die Schließungen der Abteilungen Geriatrie, Innere Medizin und Chirurgie im Frühjahr 2015. Bürgermeister Johannes Moser spricht von einem „Gefühl der Ohnmacht. Wir hatten eine Garantie im Vertrag, dass drei Jahre keine Änderungen eintreten können“, sagt er. Geschäftsführer Peter Fischer dazu: „Wir hatten das Problem, dass wir kein Personal nach Engen bekommen haben. Und bevor wir die Versorgungssicherheit nicht mehr sicherstellen können, weil es an Ärzten und Pflegekräften fehlt, mussten wir die Reißleine ziehen. “ Die Geburtshilfe Radolfzell wurde im Frühjahr geschlossen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass die Belegärzte keinen Nachfolger für einen Kollegen finden konnten, der in den Ruhestand ging. Ausgangspunkt der Debatte waren gestiegene Haftpflichtbeiträge der Belegärzte. Das konnten und wollten die Ärzte nicht schultern.

Eigene Wege geht das Städtische Krankenhaus Stockach. Geschäftsführer Berthold Restle erklärt: "Stockach hat gesagt: Angesichts der Konstruktionen im Verbund bleiben wir selbstständig. Die Alternative wäre gewesen, dass der Verbund Garantien abgibt. Aber das wollte niemand. Dann hätte der Nächste Bedingungen gestellt." Doch das Haus kann ohne Subventionen nicht überleben. Einstimmig haben die Stadträte im Herbst 2016 zugestimmt, dass die Stadt den bilanzierten Verlust von 600 000 Euro für 2015 trägt. Zu niedrigen Erträgen stehen zu hohe Aufwendungen gegenüber. Der Tarif stieg um 2,4 Prozent, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen nur um 1,4 Prozent.

Klinik-Check: Ab dem 4. August checken wir den Gesundheitsverbund im Landkreis auf Herz und Nieren. Begleiten Sie uns in acht Folgen auf die Intensivstation, in die Geriatrie oder zum anonymen Interview mit Pflegekräften, die uns ihr Leid klagen

Die Serie

Heimatcheck aus der Region

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Krankenhaus Stockach

Hegau-Bodensee-Klinikum Radolfzell

Hegau-Jugendwerk Gailingen

Schmieder Kliniken Allensbach

Die 148 Betten sind überwiegend auf 2-Bett-Zimmer aufgeteilt. Die Zimmer verfügen über Dusche und WC, Radio und Fernsehen sowie gegen eine Gebühr auch über Telefon. Das Haus verfügt über folgende medizinische Abteilungen: Anästhesiologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Altersmedizin, Gefäßchirurgie, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Unfallchirurgie und Orthopädie. Physiotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister, Ergotherapeuten und Logopäden im Hegau-Bodensee-Klinikum setzen ihr Wissen und Können dazu ein, die Folgen von Erkrankungen in Grenzen zu halten und die Gesundung zu unterstützen bzw. zu beschleunigen. Physiotherapie fördert gezielt die körperliche Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. In der Ergotherapie wird die Handlungsfähigkeit im Alltag verbessert, in der Logopädie steht die Therapie von Schluckstörungen im Vordergrund. Therapeutische Angebote für stationäre und ambulante Patienten stehen zur Verfügung. Die Therapeutischen Dienste gewährleisten durch regelmäßige und intensive Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ein hohes Qualitätsniveau. Je nach Befund werden interdisziplinäre Konzepte in der Therapie umgesetzt.

Das Krankenhaus Stockach sichert die Grundversorgung für rund 32 000 Bürger. In dem 55-Betten-Haus arbeiten rund 100 Mitarbeiter eng zusammen. Das Krankenhaus Stockach leistet nicht nur für die rund 17 000 Einwohner der Stadt und ihrer Stadtteile, sondern auch für die Bürger der Verwaltungsgemeinschaft mit Bodman-Ludwigshafen, Orsingen-Nenzingen, Mühlingen, Eigeltingen und Hohenfels mit insgesamt rund 32 000 Bewohnern lebenswichtige Aufgaben. Das Akutkrankenhaus der Grundversorgung sichert mit 55 Betten in den Fachgebieten Innere Medizin und Chirurgie und einer fächerübergreifenden Intensivüberwachungseinheit für alle Bürger der Raumschaft eine Gesundheitsversorgung vor Ort. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch einen gelenkchirurgischen Schwerpunkt. Dabei etabliert sind die Schulterchirurgie sowie die Wirbelsäulenchirurgie. Im Notfall leistet das Krankenhaus die Erstversorgung, sodass Patienten stabilisiert zur Weiterbehandlung in spezialisierte Häuser verlegt werden können.

Allensbach ist der größte Standort der Kliniken Schmieder und Sitz der Hauptverwaltung des Unternehmens. Hier befinden sich Abteilungen für alle Phasen der Neurologischen Rehabilitation, von der Akutversorgung (Phase A), der Frührehabilitation (Phase B) bis zu den Phasen C, D/E. Modernste Diagnostik, z.B. ein Magnet-Resonanz-Tomograph und alle therapeutischen Disziplinen stehen zur Verfügung. Besondere Einrichtungen sind ein Schlaflabor mit neurologischem Schwerpunkt, eine neurokognitive Spezialstation und eine Privatstation für ausländische Patienten. Die Mitarbeiter sind mehrsprachig und die kulturellen Lebensgewohnheiten der Patienten können berücksichtigt werden. Ebenfalls hat das, im Jahr 1997 mit der Uni Konstanz gegründete, Lurija Institut für Rehabilitationswissenschaften und Gesundheitsforschung, Büros für seine wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie einen Hörsaal. In Allensbach versorgen die Kliniken Schmieder jährlich über 3500 Patienten aus aller Welt.

Das Hegau-Jugendwerk als Fachkrankenhaus und Rehabilitationszentrum bietet umfassende Rehabilitation für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach einer neurologischen Erkrankung oder Verletzung. Die Abteilung Frührehabilitation eignet sich für Patienten, die nach schwerer Verletzung oder Erkrankung intensivmedizinischer Betreuung bedürfen. Liegen neben der Verletzung des Nervensystems weitere Verletzungen vor, werden diese in Zusammenarbeit mit Fachärzten weiter behandelt. In der Abteilung Schwerrehabilitation werden Patienten behandelt, die keine intensivmedizinische Überwachung mehr benötigen, aber auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die Abteilung Schwerrehabilitation ist offen für die Behandlung schwerstbehinderter junger Menschen, deren Erkrankung länger zurückliegt oder angeboren ist, wenn durch die Behandlung eine Linderung zu erwarten ist. Die Allgemeine Rehabilitation teilt sich auf in einen Bereich für Jugendliche und junge Erwachsene sowie ein Kinderhaus.

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