Meersburg Haltnau-Steg für eine Viertelmillion Euro saniert

Knifflig war die Sanierung des Stegs vor dem Meersburger Rebgut – die Taucher zum Beispiel durften den Boden nicht betreten. Stadtwerke und Spitalstiftung Konstanz teilen sich die Kosten für die Sanierung. Schließlich gehören die Weinberge seit Jahrhunderten zu Konstanz.

Das "i-Tüpfelchen auf der Sanierung der Haltnau", so nennt Andreas Osner, Konstanzer Sozialbürgermeister, den für rund 250 000 Euro instand gesetzten Anlegesteg vor dem Rebgut. Die Kosten teilen sich die Spitalstiftung Konstanz als Eigentümerin der Haltnau und die Stadtwerke Konstanz, denen der Steg gehört. Mit der Sanierung des Gebäudes starte man ab 9. Oktober, sagte Stiftungsdirektor Andreas Voß bei der offiziellen Eröffnung des Stegs. Die Maßnahmen, die rund 1,9 Millionen Euro kosten, sollen im April 2019 beendet sein. Kurz danach wolle man auch die Neugestaltung der Außenanlagen abschließen, ergänzte Projektsteuerer Georg Geiger. Mit diesen Arbeiten, die sich auf rund 550 000 Euro belaufen, beginne man im kommenden Winter.

Sowohl die Sanierung des Stegs als auch der Haltnau verzögerten sich. Ursprünglich hatte man damit sofort nach dem Pächterwechsel im Frühjahr 2016 loslegen wollen. Doch bei einer Bestandsaufnahme des Gebäudes traten einige Überraschungen zutage. Für die Instandsetzung des Stegs musste erst abgewartet werden, bis der Wasserstand dafür hoch genug war. Denn der Denkmalschutz hatte gefordert, dass die Sanierung von der Seeseite her erfolgen müsse, um Pfahlbaureste zu schützen. Die Taucher hätten etwa die alten Dalben "im Schwebezustand" absägen müssen, schilderte Osner. Denn sie durften den Seeboden nicht betreten, um eventuelle Artefakte zu schonen. Ein neuer Steg dürfte heute gar nicht mehr gebaut werden, so die Verantwortlichen, doch die Sanierung des bestehenden war erlaubt. Seit wann es diesen gibt, wusste keiner genau zu sagen. Jedenfalls länger als 50 Jahre. Pächter Hubert Böttcher vermutet, dass es bereits viel früher einen Steg gab. Die Trauben seien ja auf der Haltnau gepresst und der Saft dann per Schiff nach Konstanz gebracht worden.

Was sagen eigentlich die Konstanzer zur Sanierung der Haltnau und den Kosten? "Die Politik steht voll dahinter", so Osner. Sowohl der Spitalausschuss als auch der Stadtrat seien davon überzeugt. Im November bekomme der Ausschuss nichtöffentlich einen Zwischenbericht. Voß unterstrich: "Die Haltnau ist die Perle der Spitalstiftung auf der anderen Seeseite." Allerdings, so Voß, sei in den vergangenen 50 Jahren "ein Investitionsstau aufgelaufen." Derzeit habe man nicht einmal eine Heizung, demnächst baue man eine Pellet-Anlage ein. Osner betonte: "Man packt alles an und macht's gleich richtig. Die Summe ist nicht viel für so ein Objekt." Und sie zahle sich letztlich aus, ist er überzeugt, sowohl wirtschaftlich, aber auch was den Ruf der Stadt Konstanz angehe. Umsätze und Besucherzahlen seien in den vergangenen beiden Saisons bereits nach oben gegangen, berichtete er. Die traditionelle Sitzung des Konstanzer Rates auf der Haltnau wird aufgrund der Sanierung im Oktober allerdings in die Spitalkellerei Konstanz verlegt.

Das Rebgut

Die Haltnau und ihre Weinberge gehören seit 1272 der 1225 gegründeten Spitalstiftung Konstanz. Als Schenker gelten die Konstanzer Ulrich und Adelheid Sommeri. Doch schöner ist die Legende um die Jungfer Wendelgard, die die Haltnau den Konstanzern vererbt haben soll, nachdem die Meersburger Ratsherren sie verschmähten. Zu Ehren Wendelgards tagt der Konstanzer Rat einmal im Jahr auf der Haltnau. Seit 1965 wird sie als Gaststätte genutzt, die ersten Pächter waren, bis 2015, Werner und Hannelore Endres. Ihre Nachfolger sind seit 2016 Hubert Böttcher und Stephan Düringer, die seit 2003 bereits die Spitalkellerei Konstanz betreiben. Deren Rebflächen liegen mit elf Hektar zum größeren Teil auf der Meersburger Seite, in Konstanz sind es acht Hektar. (flo)

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