Sie sind dunkel gekleidet, tragen zum Teil hohe Schuhe und Schirme. Schweigend laufen die über 200 Teilnehmerinnen des „Walk for Freedom“, in einer Reihe durch die Konstanzer Innenstadt. Die Absatzschuhe stehen als Symbol dafür, dass viele Opfer von Menschenhandel Zwangsprostituierte wurden. Opfer haben keine Stimme, daher schweigen die Demonstranten. „Es war eine eindrucksvolle Menschenschlange. Viele Passanten blieben stehen, filmten uns“, sagt Jenny Alloway von Hillsong Germany, dem diesjährigen Walk-Veranstalter in Konstanz. In Konstanz, zwölf weiteren deutschen Städten und insgesamt 39 Ländern weltweit fand der „Walk for Freedom“ statt – zeitnah zum EU-Tag gegen Menschenhandel am heutigen 18. Oktober. A21, eine globale Organisation, die sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt, ruft dazu bereits im dritten Jahr auf.

In Konstanz sind am vergangenen Samstag über 200 Teilnehmer aus der ganzen Region und auch aus dem Schweizer Grenzgebiet zusammen gekommen, um „für die Freiheit anderer zu laufen“. „Ein Team aus Männern hat Informationsmaterial an interessierte Passanten verteilt“, berichtet Jenny Alloway. Darüber reden, Aufmerksamkeit schaffen, andere aufklären, sei ein wichtiges Ziel von A21 und allen Unterstützern. Die zunehmende Aufmerksamkeit der Gesellschaft sei ein erster Schritt, um etwas gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland tun zu können.

„Moderne Sklaverei ist eine weltweite Realität, die auch unser Land betrifft“, sagte Alloway. Experten gehen von weit über 27 Millionen Männern, Frauen und Kindern, die heute immer noch in Sklaverei gefangen seien, aus. Neueste Zahlen sprechen bereits von 30 Millionen. Durch den Walk for Freedom will A21 den Diskurs anregen, um weltweit die Möglichkeiten zur Versorgung von Opfern und die Strafverfolgung der Täter zu verbessern. A21-Gründerin Christine Caine sagt: „Einen Schritt nach dem anderen, ein Opferleben nach dem anderen – so werden wir die moderne Sklaverei abschaffen.” Das kann die Konstanzer Organisationschefin nur bestätigen: „Es war eine beeindruckende Atmosphäre. Viele Menschen werden das Thema jetzt weiter tragen.“