Seit 1962 gibt es das Goldene Buch der Stadt Konstanz. Die Unterschriften stehen für die Lokal- und Weltgeschichte. "Mögen die Eintragungen hoher Gäste der Stadt Konstanz zugleich Tagebuchblätter einer friedlichen, glücklichen Zeit und einer fruchtbaren Zusammenarbeit sein", heißt es auf der ersten Seite aus dem Jahr 1962, als die Industrie- und Handelskammer der Stadt das Goldene Buch schenkte.

Davor trugen sich wichtige Besucher auf losen Büttenblättern ein, die nachträglich eingeheftet wurden. Seit 1993 ist das Goldene Buch auch für verdiente Bürgerinnen und Bürger geöffnet und zu einer kunstvollen, von Kalligraphen gestalteten Sammlung geworden, zu einer Dokumentation der Zeit- und Lokalgeschichte. Zu sehen bekommt es aber kaum jemand. Ist der Besuch weg, wird auch das Goldene Buch wieder verschlossen.

Am Dienstag kommt ein weiterer Eintrag hinzu

Digital kann sich dennoch jeder durch die 229 Grüße blättern: Von der ersten Unterschrift des Politikers Heinrich Lübke bis zum Eintrag zur Eröffnung des Neubaus der Gemeinschaftsschule Gebhard. Am Dienstag kommt ein neuer Eintrag dazu: Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, wird sich im Rahmen seines Besuchs am See ebenfalls in das Goldene Buch der Stadt Konstanz eintragen.

Wir haben auch einmal durchgeblättert und 7 von 229 prominenten Grüßen zusammengestellt.

Schauspielerin <strong>Hannelore Elsner</strong>
Schauspielerin Hannelore Elsner | Bild: Tobias Hase
<strong>6. Oktober 1978:</strong> Die Schauspielerin kam damals zur Eröffnung des Scala-Kinos nach Konstanz. Begrüßt wurde sie von Oberbürgermeister Bruno Helmle, der bei der Gelegenheit auch den Kinobesitzer Kurt Rabe für sein "unternehmerisches Wagnis" lobte, das Haus zum Kinozentrum umzubauen. Heute, 39 Jahre später, ist das Scala Geschichte. Zur Schließung kam Ex-Tatort-Kommissarin Eva Mattes.
6. Oktober 1978: Die Schauspielerin kam damals zur Eröffnung des Scala-Kinos nach Konstanz. Begrüßt wurde sie von Oberbürgermeister Bruno Helmle, der bei der Gelegenheit auch den Kinobesitzer Kurt Rabe für sein "unternehmerisches Wagnis" lobte, das Haus zum Kinozentrum umzubauen. Heute, 39 Jahre später, ist das Scala Geschichte. Zur Schließung kam Ex-Tatort-Kommissarin Eva Mattes. | Bild: Krüger, Mandy
Altkanzler<strong> Helmut Kohl</strong>
Altkanzler Helmut Kohl | Bild: Tim Brakemeier
<strong>5. August 2014:</strong> Der Kanzler der Einheit und seine Frau Maike Kohl-Richter kamen 2014 für ein paar Tage nach Konstanz und besuchten unter anderem die Konzil-Ausstellung des Badischen Landesmuseums. Dort wollte Kohl eigentlich als Privatmann hin – bekam aber aufgrund der über 1000 Besucher an diesem Tag doch noch eine Sonderführung. Nach seinem langen Krankenhaus-Aufenthalt 2015 tritt Kohl inzwischen kaum noch öffentlich auf.
5. August 2014: Der Kanzler der Einheit und seine Frau Maike Kohl-Richter kamen 2014 für ein paar Tage nach Konstanz und besuchten unter anderem die Konzil-Ausstellung des Badischen Landesmuseums. Dort wollte Kohl eigentlich als Privatmann hin – bekam aber aufgrund der über 1000 Besucher an diesem Tag doch noch eine Sonderführung. | Bild: Krüger, Mandy
Schauspieler <strong>Curd Jürgens alias "Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli"</strong>
Schauspieler Curd Jürgens alias "Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli" | Bild: Horst Ossinger
<strong>26. August 1971:</strong> Filmfans erinnern sich vielleicht noch an Kapitän Rauhbein alias Curd Jürgens. Anlässlich der Uraufführung des Abenteuerfilms kamen die Hauptdarsteller des Films, darunter auch Johanna von Koczian, nach Konstanz und bedankten sich im Goldenen Buch für den "überaus lieben Empfang". Von Koczian verabschiedete sich damals mit dieser Produktion von der Leinwand.
26. August 1971: Filmfans erinnern sich vielleicht noch an Kapitän Rauhbein alias Curd Jürgens. Anlässlich der Uraufführung des Abenteuerfilms kamen die Hauptdarsteller des Films, darunter auch Johanna von Koczian, nach Konstanz und bedankten sich im Goldenen Buch für den "überaus lieben Empfang". Von Koczian verabschiedete sich damals mit dieser Produktion von der Leinwand. | Bild: Krüger, Mandy
Menschenrechtsaktivistin <strong>Shirin Ebadi</strong>
Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi | Bild: unbekannt
<strong>28. Oktober 2014:</strong> Shirin Ebadi sprach in Konstanz über ihr soziales und politisches Engagement. 2003 erhielt sie als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. In ihrer Heimat Iran verteidigte sie als Anwältin politische Gefangene und setzt sich bis heute für die Wahrung der Menschenrechte ein, kämpft besonders für die Rechte von Frauen und Kindern. Die 69-Jährige lebt im Exil in London.
28. Oktober 2014: Shirin Ebadi sprach in Konstanz über ihr soziales und politisches Engagement. 2003 erhielt sie als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. In ihrer Heimat Iran verteidigte sie als Anwältin politische Gefangene und setzt sich bis heute für die Wahrung der Menschenrechte ein, kämpft besonders für die Rechte von Frauen und Kindern. Die 69-Jährige lebt im Exil in London. | Bild: Krüger, Mandy
Altkanzler <strong>Willy Brandt</strong>
Altkanzler Willy Brandt | Bild: imago stock&people
<strong>11. März 1972:</strong> Eine ganz besondere Unterschrift – und eine, die die Welt veränderte. Als Bundeskanzler unterschrieb Willy Brandt ab 1970 die Ostverträge und leitete eine Zäsur im politisch konfrontativen Klima des Kalten Krieges ein. 1971 erhält Brandt für seine Ostpolitik den Friedensnobelpreis. In Oslo erklärte er damals: "Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.“
11. März 1972: Eine ganz besondere Unterschrift – und eine, die die Welt veränderte. Als Bundeskanzler unterschrieb Willy Brandt ab 1970 die Ostverträge und leitete eine Zäsur im politisch konfrontativen Klima des Kalten Krieges ein. 1971 erhält Brandt für seine Ostpolitik den Friedensnobelpreis. In Oslo erklärte er damals: "Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.“ | Bild: Krüger, Mandy
Semjon Konstantinowitsch Zarapkin
Semjon Konstantinowitsch Zarapkin | Bild: SK Archiv
<strong>1. Juli 1967:</strong> Der sowjetische Botschafter verewigte sich ein paar Seiten vor Willy Brandt, den er später persönlich in Bonn treffen sollte. Damals glich es einer Sensation, als Zarapkin mit Willy Brandt zum ersten Mal einen Bonner Kanzler in der Sowjetbotschaft am Rhein begrüßte. Den Anlass für den Besuch gab der 100. Geburtstag von Lenin. In Zarapkins Botschafterzeit fielen auch die Verhandlungen zum Moskauer Vertrag 1970.
1. Juli 1967: Der sowjetische Botschafter verewigte sich ein paar Seiten vor Willy Brandt, den er später persönlich in Bonn treffen sollte. Damals glich es einer Sensation, als Zarapkin mit Willy Brandt zum ersten Mal einen Bonner Kanzler in der Sowjetbotschaft am Rhein begrüßte. Den Anlass für den Besuch gab der 100. Geburtstag von Lenin. In Zarapkins Botschafterzeit fielen auch die Verhandlungen zum Moskauer Vertrag 1970. | Bild: Krüger, Mandy
Chinesischer Politiker <strong>Weize Yang</strong>
Chinesischer Politiker Weize Yang | Bild: Picasa
<strong>Mai 2004:</strong> Der Oberbürgermeister der chinesischen Millionenmetropole Suzhou besuchte damals mit zehn Delegierten Konstanz. Yang und OB Horst Frank unterzeichneten eine Erklärung, die eine deutsch-chinesische Zusammenarbeit offiziell besiegelte. Als sichtbarstes Zeichen der engen Verbundenheit der beiden Städte steht an der Konzilstraße die Bushaltestelle im tradtionell chinesischen Pavillon-Stil.
Mai 2004: Der Oberbürgermeister der chinesischen Millionenmetropole Suzhou besuchte damals mit zehn Delegierten Konstanz. Yang und OB Horst Frank unterzeichneten eine Erklärung, die eine deutsch-chinesische Zusammenarbeit offiziell besiegelte. Als sichtbarstes Zeichen der engen Verbundenheit der beiden Städte steht an der Konzilstraße die Bushaltestelle im tradtionell chinesischen Pavillon-Stil. | Bild: Krüger, Mandy

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