Noch mehr Lichter, noch mehr Grün, neue Attraktionen: Der Konstanzer Weihnachtsmarkt wird sich schon in diesem Jahr verändern. Wer den Zuschlag für die Gesamtorganisation erhält, steht zwar erst nach geheimer Abstimmung im Gemeinderat am 16. Februar fest. Doch dass sich einiges tun wird, ist klar: Sechs Bewerber haben laut Frank Conze vom Bürgeramt ihre Unterlagen eingereicht. "Von den Namen her sind das alles leistungsfähige Kandidaten", sagt Conze.

Die Stadt musste die Leistung öffentlich ausschreiben, weil der Vertrag mit dem langjährigen Betreiber Heinrich Stracke auslief und eine neue EU-Verordnung dies verlangt. Die Stadt gab einige Eckpunkte vor, unter anderem setzte sie eine Obergrenze für Flächen auf der Marktstätte. Eine lange Liste von Wünschen und Auflagen rund um Standbetreiber, Auf- und Abbau, Musik und Sicherheit ergänzte die Ausschreibung. "Spielraum haben die Bewerber im Detail, etwa bei der Anzahl der Stände oder dem Lichtkonzept", so Conze.

Heinrich Stracke hat seine Möglichkeiten genutzt. "Wir haben ein Grafikbüro eingebunden", erzählt der bisherige Organisator, der auch den Zuschlag für die kommenden drei Jahre erhalten möchte. Seine auffälligste Idee ist ein 900 Quadratmeter großer Eispark ab 2018, der in eine lange Skatebahn und eine quadratische Fläche unterteilt ist. Der Eiszauber soll sich direkt am See und dem Gondelehafen befinden. Eine weitere Neuerung wäre ein Lichterpark vor der Konzertmuschel im Stadtgarten. "Wir würden im Jahr 2019 drei bis sechs Meter hohe Lichterbäume aufstellen, die in verschiedenen Farben leuchten und begehbar sind", sagt der Bewerber. Für dieses Jahr möchte Stracke die Beleuchtung und das Grün erweitern. Auch soll es auf dem Weihnachtsmarktschiff ein Kinderprogramm geben.

Dickes Paket mit vielen Ideen: Im Januar reichten Levin (links) und Heinrich Stracke ihre Bewerbung für die Ausrichtung des Weihnachtsmarkts bei der Stadt ein. Seit Donnerstagabend steht fest: Sie gewannen den Zuschlag für 2017 bis 2019. <em>Bild: Privat</em>
Dickes Paket mit vielen Ideen: Im Januar reichten Levin (links) und Heinrich Stracke ihre Bewerbung für die Ausrichtung des Weihnachtsmarkts bei der Stadt ein. Seit Donnerstagabend steht fest: Sie gewannen den Zuschlag für 2017 bis 2019. Bild: Privat

Beworben hat sich auch Thomas Spörrer von der Konstanzer Veranstaltungsagentur Event Promotions. Er richtet seit drei Jahren den Singener Hüttenzauber aus und ist seit fünf Jahren beim Londoner Winter Wonderland vertreten. "Natürlich wollten wir uns als ortsansässige Firma um den Konstanzer Weihnachtsmarkt bewerben", sagt Spörrer. Auch er betont die "unglaublich schöne Lage am See". Details aus seinem Konzept möchte er noch nicht verraten, sagt aber: "Die Vorbereitungen waren knackig, mehrere Personen waren parallel zum Hüttenzauber damit beschäftigt." Heinz Gebauer vom gleichnamigen Konstanzer Schaustellerbetrieb reichte ebenfalls seine Bewerbung ein, möchte sich aber zum Inhalt nicht äußern.

Deutliche Worte findet ein weiterer Interessent, der seinen Namen nicht öffentlich machen will. "Wir hatten uns jahrelang auf die Bewerbung für den Konstanzer Weihnachtsmarkt vorbereitet", sagt der Mann. Doch nach Veröffentlichung der Bedingungen war für ihn klar, dass sich das nicht rechnen würde. „Die Pacht für den Weihnachtsmarkt ist etwa acht Mal so hoch wie für das Oktoberfest auf Klein Venedig. Die Stadt müsste sich als Aushängeschild finanziell viel mehr einbringen“, moniert er. Zudem sei es nicht gerecht, den Zuschlag nur für drei Jahre zu vergeben. Dazu sagt Frank Conze: "Die Kriterien wurden vom Gemeinderat beschlossen und bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung allen Interessenten zugänglich gemacht. Jeder wusste von den Bedingungen, für die es gute Gründe gibt." Mehr möchte die Stadt mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht sagen.

Neue Ideen, alte Vorgaben

  • Die Bedingungen: Die Weihnachtsmarkt-Bewerber mussten umfangreiche Unterlagen einreichen, darunter einen Lageplan, ein Sicherheits-, Beleuchtungs- und ein Reinigungskonzept. Eine Jury, in der auch Gemeinderäte sitzen, entscheidet am 16. Februar. Die Stadt gab einige Eckpunkte vor. "Einheitshütten gehörten nie dazu, das war Gerüchteküche", sagt Frank Conze vom Bürgeramt.
  • Die Eisbahn: Die Bahn, die Bewerber Heinrich Stracke plant, soll sich vom Rondell bis zur Konzertmuschel erstrecken. Eine 100 Meter lange Skatebahn entlang des Ufers mündet in eine quadratische Fläche am Gondelehafen. Schulklassen könnten bis 16 Uhr gratis eislaufen. Ein DJ würde für Musik sorgen, auch sind gastronomische Stände geplant. Stracke schlägt vor, die Anlage bis 4. März 2018 als Winterattraktion stehen zu lassen. (kis)