AKK kommt nach Konstanz. Der CDU-Kreisverband dürfte bundesweit in den Fokus vieler Medien rücken, wenn er am morgigen Freitag die neue Generalsekretärin der Bundes-CDU empfängt: Annegret Kramp-Karrenbauer beginnt im Konstanzer Konzil ihre "Zuhör-Tour". Sie reist durch 40 Städte in Deutschland, um parteiintern mit CDU-Ortsverbänden über Ideen und Standpunkte für ein neues Grundsatzprogramm der Partei zu sprechen.

Kramp-Karrenbauer will als erstes nach Konstanz

Dass Konstanz der Startpunkt ist, ist kein Zufall: Im Konzil nämlich, just in dem Saal, in dem sie mit der Basis des hiesigen Kreisverbands in den Dialog treten will, hatte es im Dezember 2017 die Initialzündung für ihre Reise gegeben. Mehr noch: die Initialzündung für einen Prozess, der in den nächsten Monaten die gesamte Bundes-CDU bewegen dürfte. Der CDU-Kreisverband Konstanz hatte einen Antrag verabschiedet, in dem er dazu aufrief, dass die Partei ein neues Grundsatzprogramm schreibt.

Viele weitere Ortsverbände und CDU-Politiker schlossen sich der Forderung an. Beim Bundesparteitag im Februar dieses Jahres griff Kramp-Karrenbauer die Idee auf. Dass die Generalsekretärin die Konstanzer Kreis-CDU als erste zum Gespräch bittet, "das freut mich natürlich", sagt Crivellari, der den Antrag damals initiiert hatte.

Nicht das übliche Spiel mit den "Berliner Antworten"

"Es wird keine lange Rede geben, sondern das Anliegen ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen." Ziel sei ein richtiger Dialog: "Es wird nicht in der klassischen Manier ablaufen, dass es Fragen gibt und dann Berliner Antworten."

Beim Kreisparteitag im Dezember war die Unzufriedenheit mit dem Bundestagswahlergebnis spürbar, Mitglieder äußerten den ausdrücklichen Wunsch, es kritisch zu hinterfragen. Könnte es in Konstanz also sogar die Forderung nach einem Rechtsruck geben? Könnte die Basis Sympathie für eine Stoßrichtung signalisieren, wie sie vor einigen Wochen parteiinterne Merkel-Kritiker in Schwetzingen in ihrem "konservativen Manifest" formulierten, die einen "Linksruck" beklagten und sich "Werte-Union" nennen?

Crivellari sieht nirgends Zustimmung zur stramm-konservativen Schwetzinger "Werte-Union"

"Ich glaube nicht, dass es eine Richtungsdebatte werden wird", verneint Crivellari. Dass es im Kreis Konstanz einen Pareteiflügel gäbe, der sich zur Werte-Union zählt, "ist mir nicht bekannt", sagt er. Sehr wohl aber gebe es Mitglieder, die sich kritisch mit der CDU-Politik der vergangenen Jahre auseinandersetzen. "Und man sollte den Begriff Konservatismus auch nicht tabuisieren. Ich würde nur gern mal wissen, was das eigentlich heißen soll."

Denn anders als die Werte-Union es getan habe, müsse man den Begriff sauber definieren, müsse man sich fragen und herausarbeiten, "was heute moderner Konservatismus ist".