Es ist nichts mehr, wie es war. Die Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli verwüstete das in der Eifel liegende Ahrtal und zerstörte ganze Gebäude und Existenzen. Auch Wochen nach den Überschwemmungen ist noch immer kein Normalzustand erreicht.

Hunderte Helfer sind täglich vor Ort, um Häuser wieder aufzubauen und Opfer zu verpflegen. Unter ihnen ist Marc Berger aus Hilzingen. Der Motorsport-Fan startete die Hilfsaktion Motorsportler für die Eifel und ist jedes Wochenende vor Ort, um anzupacken.

Erinnerungen bewegen, zu helfen

„Wir haben so viele schöne Zeiten in der Eiffel verbracht. Sind Ralleys gefahren über Stock und Stein. Für uns war es klar, dass wir den Leuten der Region in diesen schweren Zeiten helfen müssen“, sagt Berger.

Marc Berger aus Hilzingen startete die Hilfsgruppe auf Facebook, die schnell hunderte Freiwillige fand.
Marc Berger aus Hilzingen startete die Hilfsgruppe auf Facebook, die schnell hunderte Freiwillige fand. | Bild: Marc Berger

Über Facebook wurde auf die Hilfsgruppe aufmerksam gemacht, die schnell großen Zuwachs fand: Während zu Beginn zehn Motorsportler freiwillig helfen wollten, seien es mittlerweile knapp 450 Helfer aus ganz Deutschland – darunter viele aus dem Hegau-Gebiet. Und die Hilfe der Freiwilligen wird gänzlich gebraucht.

„Es sieht aus wie im Krieg“

Jedes Wochenende tritt die Gruppe knapp 350 Kilometer Fahrt von Hilzingen nach Walporzheim in der Eifel an. Allerdings nicht wie gewohnt auf dem Zweirad, sondern mit sieben Transportern, vollbepackt mit Spenden und Werkzeug.

„Als ich zum ersten Mal sah, wie schrecklich die Lage vor Ort ist, stockte mir der Atem. Ich kann kaum beschrieben, wie zerstört alles durch die Flut ist. Es sieht aus wie im Krieg“, so Berger.

Große Schutthaufen zeugen von der Zerstörung, die die Fluten angerichtet haben.
Große Schutthaufen zeugen von der Zerstörung, die die Fluten angerichtet haben. | Bild: Marc Berger

An den beiden Wochenendtagen sind er und seine Helfer damit beschäftigt, Häuser auszuräumen und zu entkernen. „Wir müssen alle Gebäude auf den Rohbau zurücksetzen, um sie später wieder aufbauen zu können“, erklärt der Motorsportler.

Auf einem Lagerplatz in Walporzheim finden die Helfer über das Wochenende eine Unterkunft. Dort können sie duschen, schlafen sowie Spenden und Werkzeug lagern. Die sieben Transporter würden von der Menge an Spenden gar platzen, so Berger.

Mit 3000 Flaschen Wasser ging die erste Fahrt in das Katastrophengebiet los. Doch Verpflegung gibt es mittlerweile genug.
Mit 3000 Flaschen Wasser ging die erste Fahrt in das Katastrophengebiet los. Doch Verpflegung gibt es mittlerweile genug. | Bild: Marc Berger

Während Lebensmittel und Klamotten in den ersten Tagen der Katastrophe gebraucht waren, herrsche mittlerweile ein regelrechter Spenden-Überschuss. „Ich selbst fuhr mit 3000 Flaschen Wasser am ersten Wochenende in das Flutgebiet. Davon sind bis heute knapp hundert übrig geblieben“, sagt der 30-Jährige. Es sei bemerkenswert, wie groß die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung vor allem in Sachen Spenden ist.

Unterstützer sind willkommen

Doch nun, wo für Verpflegung gesorgt sei, werden helfende Hände gebraucht. Freiwillige, die sich der Hilfstruppe anschließen und mit in das Katastrophengebiet fahren wollen, sind erwünscht.

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Wie Berger erklärt, könne man ganz einfach der öffentlichen Facebook-Seite mit dem Namen Motorsport für die Eifel beitreten und erhält dort den Link für eine WhatsApp-Gruppe, die weitere Informationen für die Fahrt zur Verfügung stellt.

Auch dieses Wochenende wird noch nach Freiwilligen gesucht. Wer verhindert ist, mitzufahren, aber trotzdem helfen möchte, könne Werkzeug wie Stepp- und Borhammer zur Verfügung stellen.