Merlin ist vor zwei Jahren gestorben, Moonlight folgte vor wenigen Wochen. Die beiden Katzen aus der Karl-Geißler-Straße in Hilzingen wurden vergiftet und starben einen qualvollen Tod. „Man kann Katzen nicht mögen und verscheuchen, aber man muss sie nicht töten“, sagt der Besitzer der beiden Tiere, der nun wie seine Nachbarn um seine verbleibenden Tiere fürchtet. Deshalb bietet er eine Belohnung für den Hinweis, der zur Ergreifung des Täters führt.

Seinen Namen möchte der Familienvater nicht in der Zeitung lesen, er befürchtet missgünstige Kommentare. Er möchte aber seine Geschichte erzählen. Vier Katzen besaß er, zwei davon wurden getötet. Das sei für die gesamte Familie schwer, besonders für seine beiden kleinen Kinder: „Jedes Tier, das sie besonders gerne haben, stirbt.“ Und das, nicht aus Altersschwäche oder wegen einer Erkrankung.

Tierarzt konnte nicht mehr helfen

Nach einer pathologischen Untersuchung von Moonlights Nieren steht fest: Eine Chemikalie schädigte die inneren Organe. Wie schon Merlin kam die Freigänger-Katze nach Hause und zeigte auffälliges Verhalten, wankte und erbrach sich. Der Tierarzt habe nicht mehr helfen können.

Der Katzenbesitzer vermutet, dass in der Nachbarschaft jemand einen Fressnapf platziert und das Futter mit Gift versetzt. Um keinen Nachahmer auf tödliche Ideen zu bringen, empfiehlt die Polizei, die Chemikalie nicht genauer zu benennen.

Eine Nachbarskatze aus der Hohenhöwenstraße kam mit dem Leben davon. Dieses Tier wurde mutmaßlich mit einem Unkrautvernichter eingesprüht, wie auch die Polizei berichtet – weil die Besitzer das Tier aber umgehend so oft gewaschen haben, bis kein Rest mehr im Fell war, überlebte es.

Fahrlässige Körperverletzung

Die Polizei ermittelt in diesem Fall nicht nur wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, wie Sprecher Herbert Storz erklärt, sondern auch wegen fahrlässiger Körperverletzung: Der Katzenbesitzer habe durch den Kontakt mit der Chemikalie eine allergische Reaktion erlitten.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an, wie Storz auf SÜDKURIER-Nachfrage bestätigt. Es sei aber schwer, den Täter zu ermitteln. Denn die tödliche Chemikalie, die zuletzt verwendet wurde, stehe in vielen Garagen. Dabei ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz kein Kavaliersdelikt, wie Herbert Storz betont.

Bis zu drei Jahre Gefängnis

Die Tötung oder Verletzung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet. In Hilzingen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vergehen: 2017 waren es drei, 2018 zwei und nach einer Pause in 2019 nun aktuell wieder mindestens zwei.

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Noch fehlt in Hilzingen eine heiße Spur. Der Familienvater möchte einfach, dass kein Haustier in seiner Nachbarschaft mehr leiden muss. Deshalb hat er sich mit der Polizei abgestimmt und eine Belohnung ausgesetzt. Vielleicht erinnere sich ja jemand an ein verdächtiges Verhalten, an eine verdächtige Bemerkung. Entsprechende Hinweise nimmt der Polizeiposten in Gottmadingen entgegen unter Telefon (07731) 14370.