Der Hohenstoffeln ist als einer der Hegau-Vulkane ein beliebtes Ausflugsziel. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet zieht viele Wanderer an, Eingriffe in die Natur werden genau beobachtet. Eine im Bau befindliche forstwirtschaftliche Hütte am Westhang des Hohenstoffeln sorgt in Binningen und Weiterdingen für Diskussionen, weil der Bau auf eine andere Nutzung als die geplante schließen lässt. Das Landratsamt hat nun eine Baueinstellungsverfügung für die Hütte erlassen. Es hätten sich Änderungen am Bau ergeben, erklärte Benedikt Graf, Pressesprecher des Landratsamtes. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er keine Details nennen. Es bleibe auch abzuwarten, ob der Eigentümer rechtliche Schritte erwäge.

Karlheinz Hug aus Weiterdingen beobachtet seit 2013 die Entstehung der Hütte mit Argusaugen. Er sagt: "Das Landschaftsschutzgebiet Hegau ist ein wertvolles Gut für die Allgemeinheit, in dem eine private Freizeithütte deplatziert ist, auch wenn sie als forstwirtschaftliche Schutzhütte fehldeklariert ist. Deshalb sollte die Baurechtsbehörde ihre Aufgaben ernst nehmen." Hug hat auf einer Internetseite Daten, Fakten und Fotos aufgelistet, die, seiner Meinung nach, gegen den Bau der Hütte sprechen. Er ist überzeugt, dass an der Stelle überhaupt keine Hütte mehr gebaut werden dürfe, da sie sich in einem Landschaftsschutzgebiet befinde. Hug listet zahlreiche Paragrafen und Gerichtsurteile auf, die belegen sollen, dass der Bauherr im Unrecht ist. Nach geltendem Recht sei anstelle der abgebrannten Hütte keine neue Hütte mehr zulässig. Besonders kritisch sieht er "Teile an der halb fertigen Blockhütte, die dazu beitragen, längere Aufenthalte von Menschen zu ermöglichen: Strom, Wasser, Balkon, Galerie, Betonfundament".

Bauherr der Hütte ist Josef Freiherr von Hornstein, der dort ein großes, forstwirtschaftlich genutztes Gebiet besitzt. Er will "aus Fairness gegenüber dem Landratsamt und anderer Beteiligter nicht über laufende Gespräche berichten". Die Behörden und seine Familie würden in der Sache respektvoll und vertraut zusammenarbeiten. Seine Familie sei seit Generationen als Land- und Forstwirte im Hegau tief verbunden mit ihrem Land. "Wie unsere Vorfahren kümmern auch wir uns nachhaltig, zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst mit Herz und Augenmaß um die langfristige Sicherung und Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Holz, Energie durch Schutz der natürlichen Ressourcen", schreibt von Hornstein. In voller Verantwortung für die kommenden Generationen bemühe sich die Familie um die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen der Landschaft.

Die Hilzinger Verwaltung und die Binninger diskutieren, was da am Hohenstoffeln gebaut wird. "Geplant war eine forstwirtschaftliche Hütte, die nur dem Forstbetrieb dient", erklärte Hilzingens Bürgermeister Rupert Metzler. Die Hütte sollte 100 Quadratmeter nicht überschreiten. Der jetzige Bau bleibe zwar innerhalb dieser Vorgabe, doch es sei deutlich geworden, dass die Nutzung eher in Richtung eines Jagdhauses als einer forstwirtschaftlichen Hütte gehe. Deshalb schritt das Landratsamt ein. "Wir denken, dass das alles jetzt seinen rechtmäßigen Gang geht", sagt Metzler.

Der Hohenstoffeln

Er ist einer der Hegauvulkane: der Hohenstoffeln. 1941 wurde er zum Naturschutzgebiet erklärt. Viele Wanderer erklimmen heute den 844 Meter hohen Doppelgipfel, auf dem es ein Gipfelkreuz gibt und auch und Schutzhütte, in der wiederum ein Gipfelbuch ausliegt. Der Aufstieg wird mit einem tollen Ausblick belohnt – kein Wunder also, dass er bei vielen Wanderern als durchaus heißer Tipp gilt. Der Hohenstoffeln war im Laufe seiner Geschichte Standort von drei Burgen. Bis 1939 wurde dort Basalt für den Straßenbau abgebaut. (jac)