Das ist mal eine Bewerbung für den Titel "Die dümmsten Schmuggler der Welt". Dabei wollten zwei Asiaten am Zollamt Bietingen besonders gewieft agieren. Mit ihrem Mietwagen aus der Schweiz kommend, gaben sie laut Pressemitteilung des Hauptzollamtes Singen am deutschen Grenzübergang an, nur ein paar Zigarren gekauft zu haben. Die dazu gehörenden Rechnungen wollten sie abstempeln lassen, um die Schweizer Mehrwertsteuer rückerstattet zu bekommen. So wurden sie an den zuständigen Zoll in Thayngen verwiesen mit der Aufforderung, dass die Reisenden die Waren anschließend korrekt am deutschen Grenzübergang anmelden müssen. Dazu kam es aber nicht. Die Asiaten fuhren nach der Schweizer Abfertigung in Richtung Autobahn 81, der Zoll nahm die Verfolgung auf und konnte die Flüchtenden stellen. Nach eingehender Durchsuchung des Autos stellten die Beamten fest, dass Kisten mit Zigarren eines namhaften Herstellers im Wert von 52 000 Euro versteckt waren. Nachdem sich einer der beiden Reisenden zum Schmuggel bekannt hatte, wurde er zur Kasse gebeten. Für die Sicherheitsleistung für eine drohende satte Strafzahlung wegen Nichtanmeldens von Waren und der Begleichung der Einfuhr-Abgaben wurden insgesamt 39 000 Euro fällig. Das Ganze gipfelte in einer Kuriosität der besonderen Art. Die Zöllner fanden im Wagen auch eine Flasche Whisky im Wert von sage und schreibe 42 000 Euro. Da durften die beiden Männer nochmals mächtig erschrocken sein und machten sich wohl auf ein weitere Straf- und Nachzahlung gefasst. Diese bleiben aber aus. Da die Freimenge von einem Liter Spirituose eingehalten wurde, müssen die beiden Männer trotz des hohen Wertes weder ein weiteres Strafverfahren befürchten noch zusätzliche Einfuhr-Abgaben zahlen. Nun dürften sie sich grün und blau ärgern, denn auch die schweizerische Mehrwertsteuer auf diesem besonders teuren Produkt hätten sie sich zurückgeben lassen können, falls der Kauf ordnungsgemäß ablief. So wäre der finanzielle Verlust weit erträglicher gewesen – an einem gebrauchten Tag wie diesem.

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