Laue 21 Grad, die Sonne geht gerade unter, Menschen tummeln sich auf der feuchten Wiese der Naturarena in Aach. Noch bevor Wincent Weiss – der Star des Abends – die Bühne betritt, fangen die vielen jungen Fans an zu kreischen. Mit dem Song „Wie gemalt“ eröffnet der 28-jährige Sänger pünktlich die Bühnenshow. Kaum ein anderes Lied, hätte die Szenerie des Abends besser beschreiben können.

Das überwiegend junge Publikum hat von den Strandkörben aus seinen Spaß am Auftritt von Wincent Weiss.
Das überwiegend junge Publikum hat von den Strandkörben aus seinen Spaß am Auftritt von Wincent Weiss. | Bild: Tesche, Sabine

Es ist das dritte Konzert des Strandkorb-Open-Airs im Mega Event Park in Aach. Die Auftritte unter freiem Himmel finden in ganz Deutschland statt und zeichnen sich durch die besondere Sitzgelegenheit der Konzertbesucher aus. Veranstalter Clemens Scherzinger blickt fröhlich auf das Geschehen in Aach. Das Konzert mit Wincent Weiss ist mit 1300 Besuchern ausverkauft. Bei den ersten beiden von 14 Veranstaltungen kamen zu Wolfgang Ambros 400 und zu Milow 600 Gäste. „Wir liegen im Plan. Und der Vorverkauf für die nächsten Veranstaltungen hat nochmals angezogen“, schildert Scherzinger.

Auf der Festwiese in Aach stehen 625 Strandkörbe, ausgestattet mit einer Kühlbox für Getränke und Desinfektionsmittelspendern. Und jeder von ihnen ist besetzt. Selbst Wincent Weiss ist von der Menge an Zuschauern in dem kleinen Ort im Hegau begeistert: „Ich und meine Band sind unfassbar froh, nach langer Zeit wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Vor allem hier, vor ausverkauftem Gelände.“

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Vor den eigenen Strandkörben darf getanzt werden. Und bei bekannten Hits wie „Wer wenn nicht wir“ oder „Musik sein“ bleibt keiner mehr ruhig sitzen. Mit Textsicherheit können teils von weither angereisten Besucher überzeugen. Auch im Freien übertönen sie den Sänger selbst – ein Gänsehautmoment. Die letzten Herzen gewinnt Wincent Weiss beim Anstimmen seiner Liebeslieder für sich. Wenngleich der selbsternannte Langzeitsingle im Privatleben noch immer vergeblich nach der großen Liebe sucht. Es fliegen Geschenke auf die Bühne: „Dinkelherzen, Dinkelkugeln und ein Beerenmix“, zählt der Sänger beim Auspacken schmunzelnd auf.

Vincent Weiss singt ausdrucksstarke Lieder auf der Bühne der Aacher Arena.
Vincent Weiss singt ausdrucksstarke Lieder auf der Bühne der Aacher Arena. | Bild: Tesche, Sabine

Doch auch ernstere, düstere Töne stimmt Wincent Weiss an. Wie er auf der Bühne erzählt, habe er während des Corona-Lockdowns viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Beim Reflektieren darüber, was er in den letzten Jahren alles erlebt hat, sei er in eine „Down-Phase“ geraten. Mittlerweile habe er sich sogar Hilfe holen müssen, um diese schwere Zeit zu überwinden. „Vor allem Social Media ist für mich Fluch und Segen zugleich. Manchmal lese ich Dinge im Internet über mich, die ich selbst noch nicht wusste. Das kann einen extrem runterziehen“, schildert der Musiker und gibt neben einer unterhaltenden Bühnenshow, zu der auch die von Beginn seiner Karriere an treuen Bandmitglieder mit hoher Qualität beitragen, auch einen emotionalen Einblick in seine Gefühlswelt.

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Clemens Scherzinger, der in zusammen mit Tochter Anika innerhalb des eigens gegründeten Unternehmens Mega Event Park Aach das Strandkorb-Open-Air veranstaltet, will alle Abläufe ständig überprüfen und weiter optimieren. „Es klappt jetzt schon ganz gut. Wir bekommen von den Besuchern sehr viel positive Resonanz“, erklärt Scherzinger. Es soll in Aach weitere zugkräftige Veranstaltungen geben. Der Bräunlinger Unternehmer peilt Größenordnungen mit bis zu zehntausend Besuchern an, wenn die Corona-Verordnungen dies zulassen. Die Kapazität der Arena und der Infrastruktur erlaubten solche Vorhaben.

Das DRK-Team mit (von links) Dustin Bufkens, Sabrina und Melanie Müller genießt die Konzert-Atmosphäre.
Das DRK-Team mit (von links) Dustin Bufkens, Sabrina und Melanie Müller genießt die Konzert-Atmosphäre. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Auch das beim Strandkorb-Open-Air ständig präsente Team des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Aach, zeigt sich sehr angetan. „Es ist alles stimmungsvoll und friedlich“, sagt Melanie Müller. „Die Veranstaltungen sind bestens organisiert. Die Leute sind gut drauf und halten sich diszipliniert an die Corona-Regeln“, pflichtet Schwester Sabrina Müller bei. „Wir hören viel Lob von den Besuchern über die Veranstaltungen“, ergänzt Dustin Bufkens.