Unter dem Motto „Was Wappen erzählen“ gab Wilderich Graf von und zu Bodman in der Bodmaner Pfarrkirche Sankt Peter und Paul eine Einführung in die Wappenkunde (Heraldik). Im Fokus standen Ahnenproben, Stifterwappen und Totenschilde.

30 Teilnehmer an Führung

„Wir sind dankbar, dass Sie mit ihrem unwahrscheinlich großen historischen Wissen immer für uns da sind“, lobte Monika Lichtwald als Leiterin des veranstaltenden katholischen Bildungswerkes See-End den Referenten, der etwa 30 Gäste im Corona-bedingten gebührenden Abstand um sich versammelt hatte.

Monika Lichtwald, Leiterin des veranstaltenden katholischen Bildungswerkes See-End, dankte dem Referenten dafür, „dass er mit seinem unwahrscheinlich großen historischen Wissen immer für uns da ist“.
Monika Lichtwald, Leiterin des veranstaltenden katholischen Bildungswerkes See-End, dankte dem Referenten dafür, „dass er mit seinem unwahrscheinlich großen historischen Wissen immer für uns da ist“. | Bild: Gabi Rieger

Graf Bodman wusste den spürbar interessierten Teilnehmern viel Wissenswertes zu übermitteln. Zunächst streifte das Augenmerk des Referenten die Fülle von Wappen an Häusern, Brunnen und öffentlichen Gebäuden in Bodman, Überlingen, Radolfzell und anderswo.

Das erste lokale Wappen, ein mit Kopfsteinpflaster gestaltetes Mosaik, befindet sich beim Aufgang zur Kirche. Es zeigt einen Königsadler in Erinnerung an die Kaiserpfalz Bodman.

Ursprung im 12. Jahrhundert

Seit dem 12. Jahrhundert wurden in Mitteleuropa Wappen als Kennzeichen von Familien, Einzelpersonen, Institutionen und Körperschaften eingeführt. Die Verwendung von Symbolen ist so alt wie die Menschheit selbst.

Die Heraldik entstand im 12. Jahrhundert. Hauptträger des Wappens ist der Schild. Die darauf angebrachten Zeichen unterliegen festen Regeln. Wappeninhalt und Wappenform sollen Symbolcharakter bewahren: einfach, klar und einprägsam.

Wappenschilde für Ritter

Die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul ist das älteste Baudenkmal Bodmans. Erbaut im 15. Jahrhundert, gehen ihre Grundmauern zurück ins siebte Jahrhundert. Im hinteren Bereich der Kirche befindet sich die gräfliche Gruftkapelle.

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Über deren Eingang sowie am Chorbogen finden sich geschnitzte und farbig gefasste Wappenschilde für verstorbene Ritter von Bodman. Nahezu alle Kirchenfenster zeigen Stifterwappen aus der Familie Bodman. Einziges Schmuckstück am benachbarten Schloss sei ein Rokoko-Wappen, möglicherweise geschaffen von dem Stuckateur und Bildhauer Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770).

Spaziergang durch die Jahrhunderte

Wilderich Graf von und zu Bodman nahm seine aufmerksamen Zuhörer mit auf einen fantasierten Spaziergang durch die Jahrhunderte und durch den Ort bis zur einstigen Zehntscheuer. Er erläuterte anschaulich die Bedeutung und Hintergründe der Ahnenprobe in der Gruft, aufgebracht auf den griechisch als „Epitaphien“ bezeichneten Grabinschriften und Grabdenkmälern.

Wilderich Graf von und zu Bodman vor dem Epitaph seines Vorfahren Johan Adam, Ritter von Bodman
Wilderich Graf von und zu Bodman vor dem Epitaph seines Vorfahren Johan Adam, Ritter von Bodman | Bild: Gabi Rieger

Beim anschließenden Rundgang durch die Pfarrkirche wurden einige der thematisierten Beispiele gemeinsam im Detail betrachtet. Die Gestaltung von Wappen unterliegt strengen Richtlinien. Erst in jüngerer Zeit entstanden die „sprechenden Wappen„. Da habe ein Herr von Hase vielleicht einen Hasen im Wappen.

„Viel Neues gelernt“

„Der Vortrag war sehr interessant, und ich habe dabei wieder viel Neues gelernt“, resümierte Ute Weimann vom Förderverein Museum Bodman-Ludwigshafen. Für ihre Ortsführungen stelle diese Veranstaltung für sie eine Art willkommener Fortbildung dar. Als Fan der „immer sehr interessant gestalteten Vorträge „mit ihren speziellen Themen“ äußerte sich auch Sibylle Schellhorn-Glomb.

„Die Vorträge des katholischen Bildungswerkes See-End sind immer sehr interessant.“ Sibylle Schellhorn-Glomb, Teilnehmerin
„Die Vorträge des katholischen Bildungswerkes See-End sind immer sehr interessant.“ Sibylle Schellhorn-Glomb, Teilnehmerin | Bild: Gabi Rieger