Edeka statt Tox und dm statt brachliegender Fläche: Die Überlinger Straße (B 31-alt) in Ludwigshafen hat ab dem Jahr 2006 ihr Gesicht stark verändert. Nach fast einem halben Jahrhundert näherte sich die Ära Tox im neuen Jahrtausend ihrem Ende, als im Juli 2000 die Nachricht vom plötzlichen Tod des Tox-Firmenchefs Leslie Heckhausen bekannt wurde. Seine Tochter Isabelle wurde seine Nachfolgerin. Der Verstorbene hatte die Firma 1939 in Berlin gegründet. 1954 war der Umzug an den Standort Ludwigshafen gefolgt. Dort blieb die Firma, die Dübel herstellt, mit weltweit mehr als 200 Mitarbeitern bis ins Jahr 2006.

Die Flächen haben sich stark verändert und gefüllt. Wo früher Tox Dübel stand, ist heute Edeka mit einem großen Parkplatz. In der Umgebung sind viele Wohnhäuser und der dm-Markt (links) entstanden.
Die Flächen haben sich stark verändert und gefüllt. Wo früher Tox Dübel stand, ist heute Edeka mit einem großen Parkplatz. In der Umgebung sind viele Wohnhäuser und der dm-Markt (links) entstanden. | Bild: Gerhard Plessing

Eigentlich sah es trotz dem Wechsel an der Spitze für den Standort Ludwigshafen gut aus: Im Jahr 2002 gab es laut einem Bericht im SÜDKURIER eine Aufstockung um 15 Arbeitsplätze beim größten Arbeitgeber in Ludwigshafen. In einem Artikel vom 12. Juli 2003 hieß es, dass die Firma gewillt sei, in das neue interkommunale Gewerbegebiet Blumhof umzuziehen. Doch damit alle Optionen am Standort offen blieben, bewilligte der Gemeinderat die Verlängerung einer Baugenehmigung für eine wiederverwertbare Fertighalle.

Firma zieht aus der Gemeinde weg

Schließlich kam aber alles anders: Tox blieb weder in Ludwigshafen, noch gab es den Umzug in den Blumhof. Im Jahr 2006 wurde klar, dass der Dübel-Hersteller nach Krauchenwies-Ablach wegzieht. Rund ein Jahr später, am 27. Februar 2007, stellte eine Zeitungsüberschrift dann die Frage „Was wird aus dem Tox-Areal?“. Tox besaß auch nach dem Wegzug noch immer das rund 10.700 Quadratmeter große Grundstück, auf dem auch noch das alte Firmengebäude stand. Der Bereich war im Bebauungsplan als Mischgebiet ausgewiesen.

Bis etwa 2006 sah es in der Überlinger Straße in Ludwigshafen so aus. Tox Dübel wurde später für den Bau des Edeka abgerissen. Auch das Haus links hinter der Laterne musste weichen.
Bis etwa 2006 sah es in der Überlinger Straße in Ludwigshafen so aus. Tox Dübel wurde später für den Bau des Edeka abgerissen. Auch das Haus links hinter der Laterne musste weichen. | Bild: SK-Archiv

2007 beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Nachnutzung des Areals. Es gab zum Beispiel im Juli 2007 eine Debatte über Dachformen für Wohnhäuser entlang der Straße Salzbachäcker und des Kornblumenswegs, der parallel zur Überlinger Straße läuft. Das betraf damit den oberen Teil der großen Fläche. Im unteren Bereich direkt an der Überlinger Straße entstand schließlich ein neuer Edeka-Markt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche.

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Kritik an den Bauplänen

Allerdings nicht ohne Widerstand. So sah Ende 2010 der Gemeinderat im benachbarten Sipplingen die Interessen der Sipplinger Einzelhandelsbetriebe durch die Baupläne beeinträchtigt. „Vor allem die Größe des geplanten Marktes könne nicht akzeptiert werden, auch wenn der bisherige Edeka-Markt im innerörtlichen Bereich von Ludwigshafen zugunsten des neuen Marktes aufgegeben werde“, hieß es am 28. Dezember 2010 in einem Artikel. Der Rat in Ludwigshafen machte daraufhin darauf aufmerksam, dass ein Vollsortimenter in der Gemeinde erhalten werden müsse und der alte Standort in der Ortsmitte wesentliche Defizite aufweise.

Tox Dübel in Ludwigshafen. Heute steht dort Edeka.
Tox Dübel in Ludwigshafen. Heute steht dort Edeka. | Bild: SK-Archiv

Im Frühling des Jahres 2012 wuchs der neue Markt schließlich schnell in die Höhe, als er mit 86 Parkplätzen und Bäckerei auf einem 5600 Quadratmeter großen Grundstück entstand. Die Eröffnung fand Mitte November desselben Jahres statt.

Nach Edeka kam ein dm-Markt

Es bliebt aber nicht nur beim Supermarkt. Ludwigshafen bekam mit dm auch einen Drogeriemarkt, der auf einem Nachbargrundstück baute und Anfang April 2014 eröffnete. Am ersten Tag saß Bürgermeister Matthias Weckbach eine Stunde lang für den guten Zweck hinter einer der Kassen der rund 670 Quadratmetern großen Filiale. Die Einnahmen in Höhe von 3500 Euro gingen an die Sernatingenschule.

So sah es vor dem Bau des dm-Markts auf demselben Grundstück aus. Links vom Foto ist die Überlinger Straße.
So sah es vor dem Bau des dm-Markts auf demselben Grundstück aus. Links vom Foto ist die Überlinger Straße. | Bild: SK-Archiv

Im Gegensatz zu den Edeka-Parkplätzen war es bei dm so geregelt, dass der Parkplatz einen Parkscheinautomaten für diejenigen hatte, die dort ihr Auto länger stehen lassen wollten. An Sonn- und Feiertagen gingen die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung an die Gemeinde.

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