In vielen größeren Städten gibt es E-Scooter bereits als kommunales Mobilitätsangebot, demnächst fahren sie auch in Markdorf, in einem sechsmonatigen Testbetrieb, bei dem die Stadt mit dem Münchner Anbieter Zeus Scooters GmbH kooperiert. Dies hat der Gemeinderat beschlossen.

Mit Radfahrern müssen Autofahrer schon heute rechnen und künftig auch in Markdorf mit E-Scooter-Fahrern.
Mit Radfahrern müssen Autofahrer schon heute rechnen und künftig auch in Markdorf mit E-Scooter-Fahrern. | Bild: Jörg Büsche

Der Betrieb ist für die Stadt kostenfrei, sie muss lediglich eine Sondernutzungserlaubnis für das Parken auf öffentlichen Flächen gewähren. Für den Testbetrieb ist diese Sondernutzungserlaubnis noch nicht erforderlich. Gewartet und bei Bedarf abtransportiert werden die E-Scooter von einem Partnerunternehmen des Anbieters aus Konstanz. In der weiteren Region nehmen etwa Städte wie Konstanz, Villingen-Schwenningen, Kempten oder Tübingen das Angebot der Firma aus München bereits in Anspruch.

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Die Anregung zu dem Testbetrieb sei aus der Bürgerschaft gekommen, berichtete Bürgermeister Georg Riedmann. Und er hielt nicht damit hinterm Berg, dass das Thema E-Scooter nicht gänzlich frei von Problemen ist. Denn es gebe durchaus auch Klagen. Von Vermüllung, von Hindernissen und Gefährdung sei die Rede. In den Medien tauchten Bilder von mit E-Scootern zugeparkten Gehwegen auf. Vielerorts gebe es Klagen über Platzprobleme. „Die E-Scooter stehen an allen Ecken, vor allem dort, wo sie niemand braucht und das noch dazu ziemlich unsortiert“, beschrieb es Riedmann.

Auch Friedrichshafen, hier im Bild Scooter am Uferpark, und Überlingen testeten bereits den E-Scooter-Einsatz. Die beiden Städte ...
Auch Friedrichshafen, hier im Bild Scooter am Uferpark, und Überlingen testeten bereits den E-Scooter-Einsatz. Die beiden Städte kooperierten mit dem Berliner Anbieter Tier Mobility. | Bild: Mona Lippisch

Nur mit festen Abstellflächen

Solchen Zuständen wolle man in Markdorf von vornherein begegnen, indem die Elektrotretroller nur dort abgestellt werden dürfen, wo eine klar definierte Abstellfläche angelegt ist. Diese Haltestellen gelte es noch auszuhandeln mit dem Münchner Anbieter, der sich mit seiner Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt hatte. Riedmann begrüßte vor allem zwei Dinge: Dass die E-Scooter einen weiteren Schritt hin zur Mobilitätswende darstellen könnten. Und zweitens, dass der Anbieter „Interesse an einem guten Einvernehmen“ zeige.

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In diesem Zusammenhang wies Riedmann darauf hin, dass der Stadt durchaus blühen könne, dass andere, alternative Anbieter weniger Wert auf den Rückenwind aus dem Rathaus legen könnten. Und er verwies darauf, dass beim letzten Workshop zur Jugendbeteiligung von den Jugendlichen der Wunsch nach E-Scootern mehrfach geäußert worden sei.

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Ein Euro pro Leihe plus 19 Cent pro Kilometer

SPD-Chef Uwe Achilles fragte nach Alter, Höchstgeschwindigkeit, Preis und Helmpflicht. Ab 14 Jahren, bis 20 Stundenkilometer und ein Euro je Einloggen per App und dann 19 Cent je Kilometer, jedoch ohne Pflicht zum Helm, lautete die Antwort. Lob fürs „sehr gute Konzept“ gab es von Rolf Haas (FDP). Zuspruch kam auch von Joachim Mutschler. Der Fraktionschef der Umweltgruppe begrüßte die Alternative zum Pkw und freute sich, dass ausgewiesene Abstellflächen einen Wildwuchs unterbinden würden.

Für E-Scooter-Fahrer gilt: Sie müssen die Radwege nützen, wie den entgegen der Kfz-Fahrtrichtung angebrachten in der Hauptstraße.
Für E-Scooter-Fahrer gilt: Sie müssen die Radwege nützen, wie den entgegen der Kfz-Fahrtrichtung angebrachten in der Hauptstraße. | Bild: Jörg Büsche

Denn: Nach den Regularien des Anbieters kann die Rückgabe nur auf diesen Flächen erfolgen, andernfalls bleibt der Fahrer zahlungspflichtig eingeloggt. Die Fahrzeuge selbst können von dem Anbieter per GPS geortet werden. Damit verbindet man bei der Stadt die Erwartung, dass es so nicht zu einem großflächigen Abstell-Wildwuchs kommen kann. Der Rat beschloss den sechsmonatigen Testlauf. An den Start gehen sollen 25 bis 30 Leih-E-Scooter. Deren Anzahl könne bei Bedarf auch kurzfristig nach oben oder unten korrigiert werden, heißt es seitens des Anbieters.

Angebot soll spätestens im Juli starten

Der halbjährige Testlauf soll so bald wie möglich starten, so Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess auf Anfrage. Es seien mit der Firma aber noch Details hinsichtlich der Abstellflächen für die Scooter zu regeln. Ursprünglich wollte Zeus noch im Juni starten. Ob dies aber möglich ist, sei noch offen, sagt Hess. Spätestens im Juli aber soll das Angebot genutzt werden können.