Am internationalen Tag des Klimastreiks haben sich auch in Schramberg etwa 100 Jugendliche in die Proteste eingereiht. Begleitet auch von sehr vielen Erwachsenen zogen sie in einem Demonstrationszug vom Platz vor der Heilig-Geist-Kirche zum Rathaus.

Die Jugendlichen skandieren: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Mit Tröten und Trillerpfeifen, Plakaten und Transparenten ausgestattet, bewegt sich die immer größer werdende Schar langsam Richtung Innenstadt. Begleitet werden die jungen Leuten auch von vielen in Schrambergen aus der Friedens- und Umweltbewegung. Einige Eltern sind dabei, auch Lehrer. Bis auf die ÖDP halten sich die anderen Parteienvertreter im Hintergrund und überlassen den Jugendlichen das Feld.

Auf dem Rathausplatz begrüßt Rahel Koch vom Organisationsteam die Demonstrierenden. „Wir hatten mit 30 Leuten gerechnet, jetzt sind wir 180“ verkündet sie unter dem Jubel auf dem Platz. Bundesweit werde heute in 575 Städten gestreikt, außerdem tage das Klimakabinett.

Als einer von mehreren Rednern trat ÖDP-Stadtrat Thomas Koch ans Mikrofon. Er zog einen weiten Bogen vom Klimawandel über die Weltbevölkerung, das Verbrennen fossiler Brennstoffe bis schließlich zur Politik: Die Jugendlichen müssten den Druck hochhalten, sonst verfalle die Politik wieder in Apathie. Aus Oberndorf kam Tobias, er forderte zum Verzicht aufs Fleischessen auf. Fleisch sei „der Klimakiller Nummer eins“. Mit einer Lärmminute machten dann alle ihrem Ärger über die verfehlte Klimapolitik Luft.

Das nächste Thema war „Fast Fashion“: Auch die Bekleidungsindustrie mit ihren immer schnelleren Modewechseln sorge für enorme Umweltschäden. Aus Rottweil gratulierten zwei Vertreter der dortigen Fridays-for-Future-Bewegung, die schon seit einem halben Jahr auf die Straße gehen, den Schrambergern zur Premiere.

Aus Schiltach gekommen war Paul Armbruster – mit dem Rad. Der 83-Jährige forderte die jungen Leute auf: „Ihr habt noch euer ganzes Leben vor euch, bleibt dran, wehrt euch und gebt nicht auf.“ Für seine Worte ernannte Rahel ihn kurzerhand zum „Klimaheld des Tages“. Weiter ging es mit Forderungen nach besseren Busverbindungen und dem Vorschlag, plastikfrei zu leben. Insgesamt war dieser erste Klimaprotest in Schramberg ein gelungener Auftakt. „Wir machen weiter“, versprachen schließlich die Aktiven.