Mit einem Festvortrag von Oberbürgermeister-Stellvertreter Jürgen Winter wurde am Freitagabend die neue Dauer-Wechselausstellung „Made in Schramberg„ eröffnet. Zahlreiche Geschäftsführer und Mitarbeiter von Schramberger Unternehmen waren ins Schloss gekommen. Ihrer Arbeit und ihren Produkten ist die neue Abteilung gewidmet. Auch Landrat Wolf-Rüdiger Michel, Alt-OB Herbert O. Zinell und Kreisarchivar Bernhard Rüth, aber auch Gisela Lixfeld, die das Museum fast vier Jahrzehnte lang geleitet hatte, hieß Winter willkommen.

In die Knie gezwungen

Er spannte den Bogen weit: Vom Kampfbegriff „Made in Germany„, der später zum Qualitätsausweis wurde, über die wechselhafte Industriegeschichte in Schramberg bis hin zur Industrie 4.0. Die Schau zeichne den Weg der Schramberger Produkte auf den Weltmarkt nach. Sie zeige aber auch, wie bislang beliebte Produkte, etwa die Uhr oder die Keramik, auf einmal unverkäuflich werden, „und ein ganzer Industriezweig in die Knie gezwungen wird“. Dann aber sei auch der gelungene Struktur- und Technologiewandel dargestellt.

Der ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters Jürgen Winter bei seiner Begrüßung.
Der ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters Jürgen Winter bei seiner Begrüßung. | Bild: Martin Himmelheber

Wie die Produkte auch die Menschen prägen, beschäftigte Winter weiter: „Was wäre, wenn in Schramberg nicht Uhrmacher, sondern Glasmacher, Flößer oder Waffenhersteller zu Hause gewesen wären? Wir sind als Stadt durch unserer Produkte und Industrie geprägt.“ Als einen „Baustein zum Museumsumbau 2030+“ bezeichnete Winter die neue Ausstellung und dankte dem gesamten Museumsteam für seinen Einsatz.

Augenzwinkern und Augenrollen

Museums- und Archivleiter Carsten Kohlmann erinnerte an die Vorgeschichte der Ausstellung. Von anfangs acht beteiligten Betrieben sei die Zahl seit Ende Juli 2018 auf 14 gestiegen. Darunter seien Firmen, deren Wurzeln bis zum Beginn der Industrialisierung zurückreichten. Es seien aber auch jünger Unternehmen dabei, die bereits eine erfolgreiche Entwicklung hinter sich hätten. Mit etwa 12 000 Arbeitsplätzen sei Schramberg „das industrielle Herz des Kreises“, so Kohlmann. Das Museum zeige „Spitzentechnologie gestern – heute – morgen“. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Annette Hehr, gab einen Einblick in die Entstehung der Schau. Weil die Ausstellung die Gegenwart darstelle, sei es wichtig, mit den Betroffenen in Dialog zu treten. Diese Gespräche der Museumsleute mit den Fachleuten aus den Unternehmen sei „sehr befruchtend“ gewesen, betonte sie. Es habe „Augenzwinkern und Augenrollen“ gegeben.

Nerven und Herzblut

Die Ausstellung versuche, möglichst alle Menschen zu erreichen, deshalb habe man beim Verfassen der Texte auf die Sprache geachtet – und durchgängig die Texte auch auf Englisch übersetzt. Hehr dankte Ausstellungsarchitekt Arkas Förstner, dessen „phantastische Gelassenheit“ sie bewundere. Sie dankte auch den anderen beteiligten Firmen. „Viele Nerven und noch viel mehr Herzblut“ steckten in der neuen Ausstellung.

Musikalisch umrahmt haben Jane Walters mit der „Jazz Jam Acoustic Band“ die Feierstunde und den anschließenden langen Abend im Museum.