Bei einer erneuten Verkehrsschau am Montagmorgen haben sich Vertreter des Straßenbauamtes, der Polizei und der Stadtverwaltung die Lage auf dem Sulgen angeschaut. Wegen der Bauarbeiten auf der B 462-Umfahrung Sulgen fließt seit Donnerstag der gesamte Verkehr über die Bärenkreuzung.

  • Busverkehr: Nach einem chaotischen Start am Donnerstag, hatte sich die Lage schon am Freitag deutlich entspannt. „Seither läuft es ohne Probleme“, versichert Joachim Hilser vom Straßenbauamt. Auch Bernhard Schirling von der SBG versichert: „Wir sind sehr zufrieden.“ Schon am Freitag habe kein Bus mehr als fünf Minuten Verspätung gehabt. Am Donnerstag seien einzelne Busse erst mit anderthalb Stunden Verspätung angekommen und er habe Schlimmes befürchtet, so Schirling.
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  • Straßenüberquerung: Bei der Verkehrsschau am Montag sei man übereingekommen, die Fußgängerampel beim „Hasen“ zum Autohaus Kammerer ausgeschaltet zu lassen. Nach den Ferien, wenn der Verkehr möglicherweise wieder zunehme, werde man die Lage erneut prüfen. Den Fußgängern sei der Umweg zu einem sicheren Überweg mit Ampel bei der „Neuen Hoffnung“ zumutbar, findet Hilser. „Wir haben diese Ampel extra für die Fußgänger im Betrieb gelassen, um ein sicheres Überqueren zu ermöglichen.“ Problematisch sei, dass nun manche Fußgänger „an der denkbar schlechtesten Stelle“, beim „Hasen“ diagonal über die Fahrbahn liefen.
  • Schilderklau: Große Sorgen bereitet den Verantwortlichen der wiederholte Diebstahl von Schildern: Einige vor dem Wochenende abmontierte Schilder habe Stadtrat Jürgen Reuter zwar beim Tummelhof an der alten Rottweiler Straße gefunden. Fehlende oder verstellte Schilder seien aber sehr gefährlich, erklärt Hilser: „Wenn da ein Einbahnstraßenschild umgedreht wird und jemand fährt in die falsche Richtung, kann es zu Unfällen kommen.“
  • Spurwechsel: Ein weiteres Problem sind jene Autofahrer, die von der Heiligenbronner Straße her kommen, die Spur wechseln, um an einigen Autos vorbei zu kommen und dann versuchen, sich wieder einzufädeln. „Da hat es auch schon Blechschäden gegeben“, sagt Hilser. Die Folge seien lange und unnötige Staus. Unterdessen gehen die Bauarbeiten auf der Bundesstraße weiter. Derzeit schrauben die Arbeiter die Leitplanken an einem weiteren Teilstück ab. Ab Mittwoch wird dann in diesem Bereich der Asphalt abgefräst.
  • Sicherheitsabstände: Immer wieder fragen Autofahrer, weshalb überhaupt die Vollsperrung der B 462 sein müsse, und die Autofahrer nicht wenigstens auf einer Spur weitergeleitet werden könnten. Der Grund, so Joachim Hilser vom Straßenbauamt, sind neue Sicherheitsbestimmungen. Diese schreiben Mindestabstände zwischen dem rollenden Verkehr und den Bauarbeiten vor. „Und diesen Mindestabstand könnten wir auf der Bundesstraße nicht einhalten.“ Die Vorschrift sei ganz neu und auf Betreiben von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen eingeführt worden, nachdem es zahlreiche schwere Unfälle in Baustellenbereichen gegeben hatte, bei denen Bauarbeiterr schwer verletzt worden oder gar ums Leben gekommen waren.
  • Informationspanne: Die Lage am Donnerstag auf dem Sulgen war für alle Beteiligten nervenaufreibend. Autofahrer, die mit Verspätung zur Arbeit kamen, Busfahrer, die sich beschimpfen lassen mussten. Was waren die Gründe? Laut Hauptkommissar Michael Roh, stellvertretender Revierleiter in Schramberg, gab es drei Hauptgründe: „Der erste Tag ist immer der schlimmste, weil viele Autofahrer glauben, doch noch durchzukommen.“ Zum anderen sei eine Information über die B 462-Sperrung am Montag noch nicht in einem Informationssystem eingestellt gewesen, das Autofahrer über ihre Navigationssysteme darüber informiert. „Und schließlich hatten wir am Nachmittag gegen 16 Uhr einen Kleinstunfall mit einem Sattelschlepper, der die Strecke für fast eine Stunde blockiert hat.“ Auch Bernhard Schirling vermutet, dass es den ersten Tag gebraucht hat, bis sich bei LKW-Fahrern herumgesprochen hat, dass die B 462 dicht ist. „Die Fahrer haben auch ihre Internetforen, da geht das schnell rum und sie weichen auf die B 33 aus.“
  • Schulbeginn: Mehr Polizeipräsenz am Donnerstag hätte auch nicht geholfen, ist Roh überzeugt. Am Nachmittag hätten Beamte versucht, den Verkehr schneller abfließen zu lassen. „Aber wenn alles verstopft ist, kann man nur warten, bis es sich auflöst.“ Die nächste Ernstsituation, ahnt Roh, werde am 11. September kommen: Dann beginnt das neue Schuljahr.