Pfohren – Wer für seine liebe Verwandtschaft und den Freundeskreis bei runden Geburtstagen bei entsprechenden Anlässen eine Fete organisiert hat, mag erahnen, was es heißt, ein Vereinsfest für Besuchermassen auf die Beine zu stellen. Entsprechend gewappnet hat sich der Pfohrener Ortschaftsrat für die 1200-Jahr-Feier, die das erste Dorf an der Donau mit einem Festakt am 3. Juni in der Festhalle und einem großen, mittelalterlich geprägten Dorffest rund um die Entenburg vom 30. Juni bis 2. Juli feiern wird. Doch auch für die festerfahrene Runde bedeutet die Organisation des Jubiläums von seiner Charakteristik ein Novum.

2006 dient für die Pfohrener als Vorbild. Damals organisierte die Schnuferzunft unter Mitwirkung der Vereine ein tolles Narrentreffen, das durch die gelungene Organisation, zigtausende Festbesucher und die durchweg positive Besucherresonanz bis heute nachhallt. Aber anders als vor elf Jahren oder das Feuerwehrfest mit vielen Vereinszelten auf der Geisinger Straße im vergangenen Jahr, stellen Fest und Anlass in diesem Jahr ganz andere Anforderungen. Schließlich feiert man ein solches Jubiläum nur alle hundert Jahre. Entsprechend hoch hat man sich die Messlatte gelegt und schon vor gut einem Jahr mit der Bildung eines Festkomitees und einer Reihe von Arbeitsgruppen die Weichen für das Gelingen gestellt.

  • Programm: Die lange Vorbereitungszeit zahlt sich jetzt aus. Durch frühe Anfragen bei (Musik-)Gruppen und Händlern hat man die gewünschte Anzahl und Mischung für das mittelalterliche Treiben an der Entenburg erzielen können. Über 30 Gauklergruppen, Händler, Musikgruppen sind an der Zeitreise ins Mittelalter beteiligt. Dennoch war das Buchen dieser semi-professionellen Gruppen nicht einfach, da viele über Jahre hinaus fest gebuchte Termine haben.
  • Vereinsangebot: Auf dem Festplatz werden keine gewöhnlichen Festzelte zu sehen sein. Mit Pagoden- und einfachen Zelten will man den Charme früherer Jahrhunderte auf den Marktplatz zaubern. Ohne Technik geht es bei den erwarteten Besuchermassen natürlich nicht. Doch diese soll weitgehend kaschiert werden. Auch das Essensangebot musste koordiniert werden und weicht von üblichen Speisekarten unter anderem mit Stockbrot, Ochs' am Spieß, Fleischspießen, Apfelküchle oder Forellen ab.
  • Hinter der Bühne: Für die gebuchten Gruppen müssen auf dem Campingplatz oder in Pensionen Zimmer gebucht werden. Zwei zentrale Bühnen müssen errichtet, eine Toilettenanlage organisiert werden. Da es sich beim Festplatz um Privatgelände handelt, muss die Stromversorgung von Grund auf organisiert und an den Ansprüchen von Vereinen und Gruppen ausgelegt werden.
  • Das Buch: In den letzten Zügen befindet sich die Datensammlung des Autoren-Quartetts um Ernst Zimmermann für das "Buch der Pfohrener", das sich mit alten Hausnamen und deren Entstehung befasst.
    Für das Lektorat konnte der ehemalige Gymnasiallehrer Rüdiger Schell gewonnen werden. Das Buch wird deutlich umfangreicher als ursprünglich gedacht und wird zum Festakt erscheinen.
  • Der Film: Die zweite Jubiläums-Besonderheit wurde recht spät ins Programm genommen. Zunächst war ein Theaterstück für den Festaktabend angedacht. Dieses wurde verworfen und seit einigen Wochen führt der Pfohrener Berufsschauspieler Ralf Schneckenburger Kamera und Regie für einen Film, der dorfspezifische und historische Szenen nachstellt. Die Drehbücher schreibt Gerd Dörr.
  • Etat und Sponsoren: Die Stadt hat Pfohren 10 000 Euro für die Durchführung des Festes bereitgestellt. Das Geld wird allein für Programm und professionelle Gruppen benötigt. Das Buch soll sich selber tragen. Weitere Kosten müssen über Eintrittsgelder, noch zu findende Sponsoren und Standgebühren von Händlern gedeckt werden. "Wir wollen eine schwarze Null. Allein die Vereine sollen über die Bewirtung vom Jubiläum profitieren", sagt Organisationschef Ferdinand Wolf.
  • Im Netz: Auf Facebook (Dorfjubiläum Pfohren, Betreuung: Ricarda Klemm) und der Jubiläums-Homepage (1200-jahre-pfohren.de; Betreuung: Bernd Dörr) findet man alles rund ums Fest: Historisches, das ausführliche Programm, Porträts von Bands und Gruppen, alte Fotografien oder Bilder von den Filmaufnahmen.