Kirchengemeinderat, Chorsänger, Künstler und Komparse in Fernsehserien und Filmen. Den Pfohrener Walter Kuttruff trieb bereits so einiges in seiner Freizeit um. Dabei war es eher ein Zufall, als er sich im Jahr 2008 für den Kriegsheimkehrerfilm "Einer von Zehntausend" als Statist bewarb. Für die SWR-Produktion von Regisseur Nikki Stein gehörte er damals zu jenen, die nach dem Casting unzähliger Bewerber den Zuschlag erhielten. Kuttruff erinnert sich, wie er quasi von seinem Arbeitsplatz weg verpflichtet wurde.

Dabei hatte er sich doch nur auf eine Anzeige im SÜDKURIER beworben und nach den erlebnisreichen Drehtagen in St. Blasien, Blumberg und Bad Boll gedacht, dass das Abenteuer Komparse vorbei ist. Doch es kam anders. Die Castingfirmen erinnerten sich an den Gründer der Pfohren Pop Singers, in deren bisherigen Musicalaufführungen er in seiner charakteristischen Art ebenfalls schauspielerisch mitwirkt. Inzwischen hat er mehrere Drehtage bei der Schwarzwaldfamilie Faller hinter sich. Aufmerksame Beobachter können ihn dort allerdings nur im Gasthaus im Hintergrund sehen. "Details spielen eine große Rolle", erinnert sich Kuttruff an die Szene im Wirtshaus, als es auf die Füllhöhe des Bierglases ankam. "Dennoch wird es schwer, mich bei den Fallers zu entdecken, da ich dort nur für Sekundenbruchteile im Hintergrund mitwirke und der Fernsehzuschauer wohl eher auf die Szene achtet, die sich davor abspielt."

In jeder Situation die passende Mimik. Walter Kuttruff hofft auf weitere Statistenrollen. Bild: Rainer Bombardi
In jeder Situation die passende Mimik. Walter Kuttruff hofft auf weitere Statistenrollen. Bild: Rainer Bombardi

Der neueste Coup übertrifft die vorherigen Auftritte von Walter Kuttruff bei Weitem. Der Pfohrener spielt einen Leichenbestatter im ersten Schwarzwald-Tatort, der am Sonntag, 1. Oktober, um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird. Gegenüber den bisherigen Auftritten kommt er nun in einer Sprechrolle auch zu Wort.

Für Kuttruff, der inzwischen als Komparse in einer Kartei geführt ist, liegt der Reiz an den Dreharbeiten an der Atmosphäre, dem Flair und dem Gefühl, zu einer großen Filmfamilie dazuzugehören. Gemeinsam mit den Profis zu spielen habe einen unvorstellbaren Reiz. "Egal wo immer ich mitspielte, sobald die Klappe fällt, fühle ich mich wie in einer anderen Welt."

Dabei gibt es durchaus Unterschiede in der Art und Weise, wie die Produktionen entstehen. "Im Heimkehrer-Film wirkten unzählige Statisten mit, bei den Fallers sind diese nur im Wirtshaus zu sehen und im Tatort beschränkt sich ihre Anzahl auf wenige. Die Produktionsweise der Fallers ist komplett anders, ein Großteil der Aufnahmen finden innen statt. Jede Szene wird mit zwei Kameras aufgenommen", beobachtete Kuttruff.

Der Tatort setze bei Szenen nur eine Kamera ein. Für die Außenaufnahmen war er im März in Bernau. "Es macht einfach Spaß, dabei zu sein. Doch eine Grundvoraussetzung ist Geduld, denn die Drehtage sind lange und manche Szene wird dutzende Male gedreht, bis sie den Vorstellungen des Regisseurs entspricht."

"In Zukunft kann ich mir vorstellen, in unterschiedlichen Produktionen als Komparse mitzuwirken." Dabei erinnert sich Kuttruff an die Anfänge, als seine Frau Marlene einen entsetzen Schrei ausstieß, als er mit einem "furchtbaren" Kurzhaarschnitt aus Blumberg heimkehrte. Für den Hobbyschauspieler war dies nicht weiter tragisch. "Es ist wie es ist", meinte er lapidar. Dennoch trug er danach wochenlang eine Mütze.

Tatort im Ersten

Am Sonntag, 1. Oktober, um 20. 15 Uhr läuft in der ARD der erste Schwarzwald-Tatort "Goldbach". Der Pfohrener Walter Kuttruff spielt dabei unter der Leitung von Regisseur Robert Thalheim als Komparse mit einer Minisprechrolle in der Funktion eines Leichenbestatters mit. Ein Sendetermin für Kuttruffs Auftritte bei den Fallers ist noch nicht bekannt. (bom)