Vom 7. bis zum 19. Juni, über Pfingsten, werden 21 Athleten des Lauftreffs Pfohren die 3145 Kilometer von Breg- und Brigachquelle bis ans Schwarze Meer nach Murighiol (Rumänien) laufen.

Herr Schneider, nach einem Lauf rund um den Bodensee im vergangenen Jahr war nun der Lauf von der Neckarquelle zur Neckarmündung in Mannheim und rheinaufwärts bis Freiburg der letzte Test. Hat alles geklappt?

Zu 95 Prozent ja. Wir haben viele neue Erkenntnisse gewonnen, die uns beim Lauf entlang der Donau helfen werden. Was die Läufereinteilung betrifft – es sind immer ein Läufer und ein Begleiter auf dem Fahrrad gleichzeitig unterwegs – sind wir uns weitgehend einig. Auch im wichtigen zwischenmenschlichen Bereich stimmt die Aufteilung. Mit der Navigation hatten wir noch leichte Schwierigkeiten.

Worin sind diese begründet?

Wir haben vier Navigationssysteme ausprobiert. Die Folge davon war, dass sich Sportler beim Test verlaufen haben. Die Navigation bei den Fahrradfahrern ist nicht mit modernen Autos vergleichbar. Es gibt keine Sprachausgabe. So kam es zu der kleinen Panne.

Wie klappte die Einhaltung des Zeitplans?

Wir haben uns exakte Zeiten für die Läuferpaare gesetzt. Diese sind nach oben und unten begrenzt, damit die Zeiten für die Ablöse an den Wechselpunkten klappen. Ein Läufer war zu schnell und zu früh am Wechselpunkt und rannte weiter. Da kam kurzzeitig etwas Hektik auf. Grundsätzlich funktioniert der ausgearbeitete Zeitplan.

Wie stark ist die körperliche Belastung der Läufer?

Weitaus höher als zunächst angenommen. Ich denke an die körperlichen und sportlichen Belastungen, wenn die Läufer nur eine kurze Schlafphase haben oder nur jede zweite Nacht in ein Bett kommen. Da fehlen Schlaf und demzufolge auch Kraft und Konzentration. Hinzu kamen über Ostern die warmen Temperaturen, die wir auch entlang der Donau haben werden. Deshalb haben wir unseren Zeitplan schon etwas nach unten korrigiert.

Wie viele Läufer waren über Ostern dabei?

Wir waren 16 Sportler. Beim Donau-Lauf werden wir 21 sein. Die Gruppe steht und wird auch nicht mehr umgebaut. Der Lauf von der Neckarquelle bis zur Neckarmündung war ein echter Test. Anschließend sind wir noch rheinaufwärts bis Freiburg in insgesamt 59 Etappen über rund 600 Kilometer gelaufen. Es war ein echter Härtetest, auch wenn es nur rund ein Fünftel von dem war, was uns über Pfingsten erwartet.

In rund sechs Wochen geht es an Breg- und Brigachquelle los. Woran gilt es nun noch primär zu arbeiten?

Wir wissen jetzt, welches Navigationssystem passt. Das werden wir uns jetzt in vierfacher Ausfertigung zulegen. Von der LSG-Schwarzwaldmarathon erhalten wir Sprechfunkgeräte. Damit sind wir gut ausgerüstet. Dazu kommt das Live-Trakingsystem, mit dem unsere Sponsoren über einen Link in Echtzeit immer wissen, wo sich die Läufer aktuell auf der Strecke befinden. Hinzu kommen viele kleine Dinge, die jetzt in der Vorbereitung in den Mittelpunkt rücken.

Die Läufer wollen mit der Aktion viel Geld für die Herzenssache sammeln. Daher wurden die 3145 Kilometer in 291 Etappen aufgeteilt, die an Sponsoren verkauft werden sollen. Wie ist der aktuelle Stand? Lassen sich alle Etappen vermarkten?

Das wäre schön, ist aber wohl eher nicht zu realisieren. Wir haben schon viele sehr gute Sponsoren gefunden und 150 Etappen verkauft. Wenn wir 200 Etappen verkaufen, wäre es ein Erfolg. Unser primäres Ziel ist es, eine fünfstellige Summe zu generieren.

Gilt es schon Resonanzen aus Deutschland und den Anrainerländern Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien und Rumänien?

Zum Auftakt wird uns Landrat Sven Hinterseh ein Stück begleiten. Auch der Bürgermeister von Furtwangen will ein Stück mitlaufen. Wir werden in Deutschland sicherlich die meisten Begleiter haben. Auch in Ungarn und Österreich haben wir Begleitläufer. Das wäre auch für die anderen Länder gut, schon allein um sich in fremden Sprachen zu verständigen. Wir bemühen uns um Lösungen. Sehr erfreulich ist für uns, dass wir mit den Hüfingern Heribert und Christina Suppanz einen Osteopathen sowie eine Physiotherapeutin gewonnen haben. Beide waren auch beim Testlauf dabei.

Die längste Strecke führt 1170 Kilometer durch Rumänien. Wird es die schwierigste Strecke?

Sie wird deshalb schwierig, weil wir dann schon 2000 Kilometer in den Beinen haben. Ansonsten ändert sich nichts.

Was könnte die Gruppe in Ländern erwarten, in denen die Wege nicht so ausgebaut sind wie in Deutschland?

Grundsätzlich wird der Lauf zu einem Abenteuer pur. Da wir uns in der Vorbereitung am europäischen Radwegenetz orientiert haben, sollten die Laufwege keine schlechten Überraschungen bringen. Wir freuen uns auf die Lauf und investieren gern zwei Wochen von unserem Jahresurlaub.

Abenteuer pur klingt gut, doch die Herausforderung ist gewaltig. Was treibt die Pfohrener Gruppe an?

Wir suchen uns immer neue Herausforderungen. So entstand 2017 auch die Idee zum Lauf von der Quelle bis zur Donaumündung. Wir haben zuletzt versucht, alle Risiken einzukalkulieren, haben Betreuer und medizinische Begleitung gesucht und gefunden. Alles lässt sich nicht simulieren, wie wir jetzt an den heißen Temperaturen erfahren haben. Wir werden gut vorbereitet sein. Wir wollen und werden das Ziel in Murighiol erreichen. Neben dem sportlichen Ehrgeiz ist weiterhin das Ziel, viel Geld für die Herzenssache zu sammeln. Es wäre schön, wenn sich diesbezüglich weitere Unterstützer und Sponsoren finden würden. Jeder gewonnene Etappen-Sponsor motiviert uns zusätzlich.

Fragen: Dietmar Zschäbitz