Grillen zirpen, Kühe mit Hörnern muhen, Frösche quaken: Der kleine Storchenweiher beim Erlenhof auf dem Gelände des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorfes in Wahlwies ist ein Landidyll. Trotzdem spielen sich dort tierische Dramen ab. Was dort passiert sei Abwechslung, Überraschung, Vielfalt, fasst Jochen Müller, Libellenexperte und Biologie- und Chemielehrer am Gymnasium in Engen, zusammen. Er ist seit acht Jahren für das Monitoring der Libellenarten am Storchenweiher zuständig, welches im Herbst 2012 vom Umweltzentrum Stockach angelegt wurde.

Eine Königslibelle ruht sich auf dem Finger des Libellenexperten Jochen Müller aus. Bild: Constanze Wyneken
Eine Königslibelle ruht sich auf dem Finger des Libellenexperten Jochen Müller aus. Bild: Constanze Wyneken

Viele Arten im Weiher

23 bodenständige Arten hat Jochen Müller am Storchenweiher bereits nachweisen können. Im Jahr 2017 entdeckte er hier zum Beispiel die Gabel-Azurjungfer, die sonst eher im Mittelmeerraum heimisch ist. Und auch viele andere Libellenarten mit idyllischen Namen wie Granatauge, Smaragdlibelle, großer Plattbauch oder Königslibelle leben im Biotop Storchenweiher.

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Filmreife Szenen spielten sich vorrangig während der Paarungszeit ab, wenn die Männchen wild entschlossen darum kämpfen, dass die auserwählten Weibchen nicht etwa fremd begattet werden, erklärt Müller. Aber auch im Moment der Metamorphose von der Libellenlarve zum fertigen Insekt und dann wenn die Junglibellen ihren Jungfernflug starten lauern bereits gierige Fressfeinde – größere Libellen, Vögel, Kröten und Frösche. Erwachsene Libellen können bis zu 50 Stundenkilometer schnell fliegen. Aber auch das müssen die Jungfern erst einmal üben.

Bild: Constanze Wyneken

Frösche nur schwer sichtbar

Im Storchenweiher leben auch Frösche, die man aber nur selten und nur mit geschultem Auge zu sehen bekommt, obwohl sie quietschgrün sind und in etwa 20 Zentimeter Höhe an Schilfblättern hängen und warten, ob etwas zum Fressen vorbeifliegt. Die Laubfrösche fänden im Storchenweiher einen idealen Lebensraum vor, zumindest während sie ablaichen, erklärt Sabrina Molkenthin. Im Sommer würden sie dann zu nahegelegenen Bäumen im Biotopverbund „Grünes Band“ wandern.

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