Die Gemeinde Hohenfels hat am Dienstagabend in der Hohenfelshalle die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses im Rahmen des Förderprogramms Quartier 2020 vorgestellt. Neben einer Vielzahl an interessierten Bürgern waren auch Mitglieder des Gemeinderates vor Ort.

Bürgermeister Florian Zindeler erklärte, er arbeite daran, das von ihm angetretene Erbe in der Gemeinde nicht nur zu erhalten. Er setze neben dem Erhalt von Strukturen und Vorhandenem vor allem auch auf Zugewinn, Veränderung und Offenheit. Dabei sei ihm die Beteiligung der Hohenfelser Bürger wichtig, welche sich bereits in ihrer vielfältigen Vereinswelt und bei Vorzeigeprojekten wie dem Hohenfelser Naturbad, das einst durch den Einsatz des Vereins „Hohenfels hat Zukunft“ gerettet und bis zum heutigen Tag erhalten werden konnte, engagieren.

Themen für drei Bürgertische

Im Beteiligungsprozess der Gemeinde wurde ein Auge auf viele Themen geworfen. Die Bürger machten mit und gaben mit ihren Wünschen und Anregungen die Marschrichtung für drei sogenannte Bürgertische vor. Hierbei ging es dann für die Teilnehmer darum, aus den Ergebnissen der Umfrage Visionen für mehr Gemeinsamkeit, Miteinander und Füreinander für alle Generationen im Ort zu entwickeln.

Der Beteiligungsprozess stand unter dem Motto „Wir! Für mehr Lebensqualität“. Aber auch in der Vergangenheit wurde in Hohenfels darauf geachtet, dass sich Menschen für das Gemeinwohl einsetzen. Dies zeigt die Tatsache, dass es mit „Hohenfels hat Zukunft“ einen Verein gibt, welcher die angestrebten Ziele in seinem Vereinszweck festgeschrieben hat.

Ärztliche Versorgung und Lebensmittel

Ganz oben auf der Wunschliste der Bürger standen der Erhalt der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde und des Lebensmittelgeschäftes im Ortsteil Liggersdorf. Die Teilnehmer an der Umfrage wünschen sich im Alter einen Verbleib in der Gemeinde mit vielfältiger Unterstützung von außen. Dies spiegelte sich auch in den Wünschen der an den Thementischen Beteiligten wieder, welche sich mit der Frage „Was braucht es für ein Leben und Älterwerden in Hohenfels?“ beschäftigten.

Peter Beck von der Firma Vinzenz Service, welcher den Beteiligungsprozess die ganze Zeit über begleitete, machte auf den Spagat zwischen den Wünschen und der Realität aufmerksam: Der Wunsch der älteren Einwohner, in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können, würde – bei gleichzeitiger Veränderung der Familienstrukturen weg von der früher üblichen Großfamilie – dazu führen, dass viele allein in großen Häusern lebten.

Auch seien diese Gebäude häufig weder seniorengerecht noch barrierefrei, und die Älteren benötigten dadurch besonders viel Unterstützung aus ihrem persönliches Umfeld. Sofern ein solches überhaupt vorhanden sei – falls nicht, dann müsse auf eine Vielzahl weiterer Kooperationspartner für die ambulante häusliche Betreuung der Senioren zurückgegriffen werden.

„Wo bekomme ich Hilfe?“

Auch für dieses Thema interessierten sich die Teilnehmer am Bürgertisch. Peter Beck sagte, die zentrale Frage sei gewesen: „Wo bekomme ich Hilfe und Beratung“. Um die Menschen auch im Alter in der Gemeinde Hohenfels behalten und im Fall von Pflegebedürftigkeit vor Ort versorgen zu können, wäre der Bau einer Senioren-Wohngemeinschaft notwendig. Da sich dieser Wunsch als Handlungsempfehlung herauskristallisierte, wurde ihr durch die Beauftragung einer Vorentwurfsplanung durch den Städteplaner und Architekt Manfred Löffler viel Aufmerksamkeit geschenkt.

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Dieser präsentierte modellhaft und sehr detailliert das Areal rund um die alte Grundschule in Liggersdorf. Dabei schlug er drei Gebäude vor, in welchen eine Hausgemeinschaft mit 12 Bewohnern sowie kleine Wohnungen für Menschen mit Betreuungsbedarf möglich wären. Diese könnten senioren- und behindertengerechtes, barrierefreies Wohnen ermöglichen. Auch eine Begegnungsstätte und ein Café wären hier denkbar, außerdem Dienstleister und vielleicht auch eine Postagentur – auch ein Wunsch der Teilnehmer.

Mehr Informationen zur Bürgerkonzeption der Gemeinde Hohenfels finden Sie auf der Homepage der Gemeinde.