Sven Eisold kommt direkt aus dem Operationssaal zum Pressegespräch. Ein komplizierter Eingriff liege hinter ihm, eine Gallenwegsrevision, erklärt der Mediziner. Kurz nachdem er seinen Dienst am Stockacher Krankenhaus aufgenommen hat, geht es für den neuen Chefarzt der Abteilung Chirurgie gleich mitten in den laufenden Betrieb. Anfang Juli hat er die Stelle angetreten, als Nachfolger von Markus Cober, der das Stockacher Krankenhaus von sich aus verlassen hat. Damit ist ein nahtloser Übergang geglückt, denn die Dienstzeit des Vorgängers endete am 30. Juni.

Als seine Spezialgebiete bezeichnet Eisold Operationen im Bauchraum. Viszeralchirurgie nennt das der Experte. Einen Facharztabschluss hat Eisold laut Lebenslauf daneben auch in Allgemeinchirurgie. Außerdem legt er Wert auf minimal-invasives Operationen. Dabei geht der Chirurg mit Endoskopen durch kleine Wunden vor – große Narben, die lange Zeit zum Heilen brauchen, entfallen dadurch. Entsprechende Methoden sind am Stockacher Krankenhaus bereits etabliert.

Eisold will sie verstärkt einsetzen: „Da kann man mit modernsten Techniken dem Patienten etwas anbieten.“ Und möglicherweise werde er das Leistungsspektrum der Chirurgie am Krankenhaus ein wenig erweitern, was allerdings auch davon abhänge, was Ärzte aus anderen Fachdisziplinen machen. Auch der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten sei ihm wichtig, sagt Eisold.

Aus Eisolds Lebenslauf geht auch hervor, dass es ihn an seinen beiden zurückliegenden Stationen in Soest und Bremen nur kurz gehalten hat, woraus der neue Mann im Stockacher Operationssaal auch keinen Hehl macht. Wird Stockach ebenfalls nur ein kurzes Gastspiel für ihn bleiben? Diese Frage ergibt für Eisold im Gespräch nicht viel Sinn, denn – so viel wird klar – ihm ging es bei der Entscheidung für das kleine Krankenhaus in Bodensee-Nähe ums Prinzipielle. Er habe etwas ganz anderes machen wollen als bisher, erzählt Eisold.

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Details zu seinen früheren Arbeitsstellen nennt er dabei zwar nicht. Aber er lässt doch durchblicken, dass ihm wirtschaftliche Überlegungen zu sehr im Vordergrund gestanden und für Unbehagen gesorgt hätten – Stichwort Renditeerwartungen. Am Stockacher Krankenhaus gebe es hingegen einen klaren Versorgungsauftrag für die Bevölkerung: „Hier machen wir heimatnahe und kompetent gemachte Medizin“, sagt er. Und: Für ihn sei der Arbeitsplatz in Stockach eine Rückkehr zur Medizin für Leute, die gute Medizin brauchen, sagt Eisold.

Das ist auch die Motivation für ihn, den Wohnsitz für sich und seine Familie in die Region verlegen zu wollen. Derzeit führt er eine ausgesprochene Fernbeziehung: Die Familie lebt in Lübeck, was sich aber künftig ändern soll. Dabei gibt Eisold unumwunden zu, dass Stockach zunächst gar nicht auf seinem Lebensplan stand.

Besuche in der Stadt und am Krankenhaus, das einen großen Rückhalt bei den Menschen in der Region genieße, hätten ihn dann überzeugt. Dabei sei die Aufteilung zwischen den beiden leitenden Chirurgen klar: Der leitende Oberarzt Thomas Wienert übernehme weiterhin schwerpunktmäßig die Unfallchirurgie, er selbst die Operationen im Bauchraum.

War der geplante Neubau eines Bettentraktes, für den der Landeszuschuss nun nach mehreren Jahren Wartezeit eingetroffen ist, ein Faktor für seine Entscheidung? Eisold bejaht die Frage ohne zu zögern: „Das ist für mich ein klares Signal des Landes für die Zukunft des Krankenhauses.“ Und auch Ideen für die Personalentwicklung gibt es schon: Ein zweiter Oberarzt wäre schön, damit Notdienste künftig von drei Ärzten übernommen werden können, sagt Eisold. Man wolle daher einen dritten Facharzt einstellen, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Hanke dazu – mittelfristig zumindest.

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