Als wahrer Besuchermagnet erwies sich die Tischmesse in der Jahnhalle am gestrigen Sonntag. Bereits in den ersten drei Stunden kamen 1100 Gäste. Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Stockach hatten mitgezählt. Ihr Stand befand sich ebenso wie der Stand der Tourist-Info direkt im Eingangsbereich. Zwei große Luftbilder hinter ihnen gaben einen ersten Eindruck, aus welchem Raum die Aussteller kamen.

Bürgermeister Rainer Stolz sagte in seinem Grußwort, die Tischmesse sei nach wie vor ein Erfolg, sie zeige die enorme Bandbreite in der Region. Er beschrieb die vielfältigen Aufgaben der Wirtschaftsförderung der Stadt, die sich unter anderem um die Ansiedelung neuer Firmen, das Verhältnis Handel-Stadt, den Tourismus und auch um Gewerbefläche kümmern müsse. Seit zehn bis 15 Jahren werde es immer schwieriger, Gewerbeflächen zu gewinnen. „Wir müssen uns im Raum Stockach damit beschäftigen. 40 Hektar Gewerbeflächen werden benötigt. Wir sind eine leistungsstarke Region. Es wäre schlimm, wenn wir Interessenten wegschicken müssten, bloß weil es woanders Flächen gibt, die vielleicht etwas billiger sind als bei uns.“ Christine Merath vom Bodensee Standort-Marketing brachte Grüße von Landrat Frank Hämmerle mit. Die gezeigte Vielfalt spiegle auch die Wirtschaftsstruktur des Landkreises Konstanz wieder, sagte sie. Neben dem Wirtschaftsfaktor Stockach wies sie auch auf die große Bedeutung der Stadt bei der Bildung hin.

Schnell verteilten sich die bunt gemischten Besucher in der Halle. Zu erfahren war alles über Finanzen, Immobilien, Handwerk und Mode. Sport und Tanz, Lebensmittel von Käse über Joghurt bis zur Bodensee-Schokolade und Straußeneiern wurden beworben. Zur Stärkung hatte die Metzgerei Knoll Süßes und Deftiges aufgefahren. Gewinnspiele lockten die Besucher an unterschiedliche Stände. Während die Stadt Gutscheine für Probefahrten mit E-Mobilen und Ähnliches ausgelobt hatte, gab es bei den Fitness-Studios sportliche Preise. Fit for Life hatte Informationen zum Reha-Sport ausgelegt. „Reha ist nicht nur etwas für ältere und der Besuch eines Fitness-Studios nicht nur für junge Menschen“, sagte Mandy Voigt. Einige Tische weiter warb Y.Fitness für das Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Viele Unternehmen hätten inzwischen verstanden, wie wichtig die Investition in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sei, erklärte Maximilian Schyra.

Fit halten auch Zumba und Bauchtanz, die Sonja Grenda und Lilith Steinhilber in ihrem Studio Pepper & Mint in Wahlwies anbieten. „Die Resonanz ist super. Groß ist die Nachfrage nach Kindertanzkursen und der Gestaltung von Kindergeburtstagen“, berichteten sie. Gegen Schmerzen in der Muskulatur hilft Training mit einer Faszienrolle. Davon ist Jennifer Wolf überzeugt. Sie warb für Kurse mit gelenkschonendem Training, das auch der Osteoporose-Prophylaxe diene. Als Ernährungsberaterin bot sie ein Quiz an, bei dem es galt, den Zuckergehalt einiger Lebensmittel richtig einzuschätzen. „Falsche Ernährung führt zu chronischen Entzündungen, Diabetes und Übersäuerung“, mahnte sie.

Ob ein Spiegelei von einem Straußenei gesund ist? Schmecken tut es laut Ingrid Benzinger-Frick von der Straußenfarm in Airach etwas rahmiger als Hühnerei. Allerdings braucht man zur Zubereitung mindestens eine Paellapfanne, denn ein Straußenei entspricht etwa 26 Hühnereiern. Viele Frauen interessierten sich für die Bindetechnik von Tüchern, die Anja Schmidt und Sabine Pelikan vom Modewerk vorführten. Männer waren fasziniert von der fliegenden Kamera des Fotografen Roland Hübler. Er bietet mit der Drohne künftig Luftaufnahmen an. Die neue Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger war begeistert: „Von Stockach habe ich bisher noch wenig gewusst. So viele innovative, interessante und kreative Betriebe von ganz klein bis High Tech und viele junge Leute, darunter viele Frauen.“

 

Drei Bereiche

In drei Bereiche war die Tischmesse in der Jahnhalle gegliedert: Dienstleister und Industrie mit 26 Betrieben, darunter die Stadtwerke, Sparkasse, Volksbank, Werbeagenturen, Versicherungen und Steuerberatung. Handwerk und Bauen mit 17 Betrieben, darunter Steinmetz, Ofenbau, Fliesen- und Natursteinverarbeitung sowie vieles mehr rund um Haus und Garten. Gesundheit, Handel und Genuss mit 29 Betrieben, darunter mehrere Stände zur Gesundheit, zu Genuss und Sport. Hinzu kamen die beiden Stände der Stadt im Eingangsbereich. (wig)