Es ist ungewöhnlich, dass die Steißlinger Pfadfinder mal zu spät dran sind, denn eigentlich sind sie allzeit bereit. Doch Corona hat auch sie ausgebremst. „2020 wollten wir ursprünglich feiern, doch zwei Monate davor mussten wir aufgrund von Corona alles absagen, daher feiern wir jetzt 50 Jahre plus X“, erklärt Verena Haltmeyer. Die kirchliche Gruppe ist fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Sie organisieren zum Beispiel das beliebte Osterfeuer, in der Adventszeit holen sie das Friedenslicht, verteilen einmal im Jahr gelbe Säcke und wirken bei der Dorf- und Waldputzete mit. Bei 72-Stunden-Aktionen haben sie zuletzt die Fronholzhütte einer Generalüberholung unterzogen. „Unser Geheimnis ist, dass wir Glauben und Jugendarbeit erfolgreich kombinieren“, weiß Stammesvorstand David Maier. „Bei uns können Jugendliche dem Leistungsdruck entfliehen, der in der Schule oder bei anderen Freizeitbetätigungen besteht“, fügt Stammesvorstand Carina Maier an. Kuratin Regina Renz übernimmt in den Lagern tägliche Morgen- und Abendrunden, bei denen der spirituelle Aspekt vermittelt wird.

Vor 50 Jahren begründeten etwa 15 Pfadfinder aus dem Stamm Singen die Steißlinger Pfadfinderschaft Sankt Georg. Seitdem ist der Stamm gewachsen. Die entscheidenden Ideen der Weltpfadfinderbewegung sind aber gleich geblieben. Ein Grundgedanke ist, dass der Stärkere den Schwächeren schützt. Auch das Leben in und das Wissen um die Natur sind wichtig. Am Freitag wird das Zeltlager an der Seeblickhalle aufgebaut. Eine Lagerolympiade gibt es am Samstagmittag, ab 19 Uhr beginnt der Festabend mit der Band Sammeltaxi. Der Sonntag startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst.