Morgens um 9 ist die Welt am Singener Rathausplatz noch ziemlich kalt. Acht Grad zeigt das Thermometer und das soll auch bis zum letzten Start für die 31-Kilometer der Hobbyfahrer so bleiben. Trotzdem versammeln sich zu früher Stunde radbegeisterte Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen, die sich nach eineinhalb Jahren Wettkampfpause endlich mal wieder messen wollen. Sie nehmen am 18. Hegau-Bike-Marathon teil, an dem gleichzeitig auch die deutsche Meisterschaft und verschiedene andere Wettbewerbe ausgetragen wird.

Skyder-Chef Stephan Salscheider (links) begrüßt die jüngste Mountainbike-Weltmeisterin Mona Mitterwallner (19) auf dem Singener Rathausplatz. Sie lotst die jüngsten Teilnehmer als Frontfahrerin durch ihren Parcours.
Skyder-Chef Stephan Salscheider (links) begrüßt die jüngste Mountainbike-Weltmeisterin Mona Mitterwallner (19) auf dem Singener Rathausplatz. Sie lotst die jüngsten Teilnehmer als Frontfahrerin durch ihren Parcours. | Bild: Trautmann, Gudrun

Dem Sportamt der Stadt und dem Veranstalter Skyder mit Geschäftsführer Stephan Salscheider ist es gelungen, gleich zwei amtierende Weltmeister ins Singener Rennen zu holen. Mit 19 ist die Österreicherin Mona Mitterwallner die jüngste Weltmeisterin, die nun die Kids für den Sparkassencup rund um Hotel und Stadthalle lotst.

Da strahlt er: Sportamtschef Bernd Walz ist froh über die erste große Sportveranstaltung nach den Corona-Ausfällen.
Da strahlt er: Sportamtschef Bernd Walz ist froh über die erste große Sportveranstaltung nach den Corona-Ausfällen. | Bild: Trautmann, Gudrun

Tatsächlich geben die jüngsten Teilnehmer der Klassen U9 bis U17 alles. Stephan Salscheider warnt vor zu viel Ehrgeiz: „Aufpassen bei den Kurven. Das ist hier kein Kindergeburtstag.“ Er meint damit nicht nur die kurzen Rundkurse, sondern besonders die Strecke durch den Hegau. Immer wieder weist er auf die Tücken hin: „Nasses Gras, tiefe Furchen, Wind, steile Aufstiege, schnelle Abfahrten, Schotterpisten.“

Ganz schön knifflig ist der Massenstart in den Kurven rund um Rathaus und Hotel.
Ganz schön knifflig ist der Massenstart in den Kurven rund um Rathaus und Hotel. | Bild: Trautmann, Gudrun

Ein Streckenbegleiter hatte mit seinem Cross-Motorrad bei einer Kontrollfahrt am Morgen schon eine unsanfte Berührung mit dem Gelände. Vor allem die 49-Kilometer-Strecke habe es in sich, warnt Salscheider vor allem die Hobby-Fahrer. Den Profis, wie dem vor einer Woche von Elba mit Weltmeistertitel heimgekehrten Andreas Seewald muss man das nicht sagen. Noch vor zwei Tagen hat er ein Rennen in Südfrankreich absolviert. Jetzt werde er wohl der Gejagte sein, vermutet der Moderator. Doch Seewald nimmt‘s gelassen. Er weiß schon, dass die Strecke nicht so leicht ist, wie manche denken.

Auch als Team (wie hier die SÜDKURIER-Lesergruppe in gelben Trikots) konnten Mountainbiker an den Rennen teilnehmen.
Auch als Team (wie hier die SÜDKURIER-Lesergruppe in gelben Trikots) konnten Mountainbiker an den Rennen teilnehmen. | Bild: Trautmann, Gudrun

Und dann fällt der Startschuss. OB Bernd Häusler hat das Signal gesetzt. Schon der Einstieg zwischen Rathaus und Hotel ist beim Massenstart knifflig. Bei 1000 Anmeldungen haben der Veranstalter die Liste geschlossen. Früher, zum Beispiel bei der WM 2017, gingen 1500 Fahrer an den Start. Aber Häusler und sein Sportamtschef Bernd Walz sind schon glücklich, dass die Rennen unter Corona-Bedingungen mit 3-G-Regeln überhaupt stattfinden können.

Matteo Steinhuber (8) ist mit seinem Vater Daniel aus Zürich gekommen, um am Hegau-Bike-Marathon teilzunehmen. Er war der schnellste in der Kategorie U9 bei den „Sparkassen Kids Races“.
Matteo Steinhuber (8) ist mit seinem Vater Daniel aus Zürich gekommen, um am Hegau-Bike-Marathon teilzunehmen. Er war der schnellste in der Kategorie U9 bei den „Sparkassen Kids Races“. | Bild: Trautmann, Gudrun

Das Publikum hat sich an diesem Sonntag allerdings noch ziemlich rar gemacht. Ob es an Corona lag oder an der Kälte? So richtig kuschelig sollte es jedenfalls nicht werden. Keine großen Siegerehrungen mit Preisvergabe, keine Duschen für die Fahrer, abgepackte Verpflegung für die Fahrer auf der Strecke. Aber immerhin: „Wir sind froh, dass wir wieder loslegen können“, ruft Stephan Salscheider über den Platz.